Achtung, hier geht es um die Single “Soldier of Love”, den Titeltrack zum gleichnamigen neuen Album von Sade. Der marschiert nämlich mit einem mächtigen, majestätischen Stop-and-Go Beat wie ein trauriger Elefant dahin, dass man seinen Ohren nicht trauen mag: Das soll Schmusetante Sade sein (ja, ich weiß: Sade ist tatsächlich eine Band, nicht nur der Name der Sängerin)? Dazu dann noch diese eisenharten, furztrockenen Gitarrenriffs – wer hätte gedacht, dass man mit einem Sade-Song auf voller Lautstärke die Nachbarn auf den Plan rufen könnte? Zusammengehalten wird dann natürlich alles wieder von dem typischen Sade-Sang und butterwarmen Flächen, kombiniert mit diesem wirklich schroffen Beat-Fundament ist “Soldier of Love” jedoch ein echter Meilenstein im Schaffen der Band und schon jetzt ein sicherer Anwärter auf die Single des Jahres. Und bei der fetten Produktion kann kein Dubstep-Produzent mithalten: Unbedingt laut hören.
Wenn man den Infos glauben darf, handelt es sich bei dieser Platte um eine Kollaboration zwischen Tevo Howard, der das House-Label Beautiful Granville betreibt, und seinem Vater Rick “Poppa” Howard. Ob diese Story tatsächlich wahr ist, ist mir ehrlich gesagt schnuppe – aber die Platte ist ein Kleinod klassischer House Music in der Tradition von Mr Fingers, und sowas lieben wir ja alle.
Den Titeltrack I Won’t Lay back gibt es gleich in drei verschiedenen Versionen, die sich jedoch alle sehr ähneln, so dass ich bei der Originalversion verbleibe: Eine billige Drummachine groovt vor sich hin, eine 303 blubbert und ein E-Piano spielt klassische House-Akkorde, bis Papa Howard irgendwann anfängt zu singen. Noch trauriger wird es dann auf dem vierten Tracks der Platte: About Fourteen (Remix). Die selben klassischen House-Sounds wie auf dem anderen Track, allerdings mit tragischen Synthie-Streichern und einem Billig-Piano in Moll garniert, singt Rick “Poppa” Howard hier noch tragischer als zuvor. So wenig kann manchmal so gut sein – unfassbar schöne Platte, erschienen auf Hour House Is Your Rush Records (heißt wirklich so und ist ein Sublabel von Rushhour).
Ich stecke anscheinend gerade in einer Ambient-Phase: Am Wochenende habe ich den zweiten Teil meiner Ambient-Serie aufgenommen (Wetten auf den Namen des dritten Teils bitte in die Kommentare), der wiederum aus Ambient-Stücken aus den 90er-Jahren besteht.
Auch wenn das Mixen von Ambient-Tracks keine großen Mixing-Skills vorraussetzt, da diese Musikrichtung schließlich weitestgehend ohne Beats auskommt, bewegt man sich bei der Auswahl der Stücke doch auf einem ziemlich schmalen Grad: Zwar mag ich durchaus kitschige Passagen, doch esoterisch darf es auf keinen Fall werden. Ebenso störend finde ich Click & Cuts, weswegen ich auf Ambient aus den Nullerjahren in der Regel verzichte. Auch zu experimentell sollte mein Mix auf keinen Fall werden – ich mag freundliche Musik, auch wenn zwischendurch mal einige dissonante Töne den Hörer vor dem Einschlafen bewahren sollen.
2010 scheint das Jahr zu werden, in welchem der Ambient- und Downbeat-Sound der 90er-Jahre wieder ganz groß wird. Passend zum Revival hier ein kleiner Mix mit einigen Ambient-, IDM- und Tranceperlen, die ich in ähnlicher Form bereits als Teenager in meinem Schlafzimmer mit Hilfe von zwei CD-Playern ineinander gemixt habe:
Das neue iPad von Apple wird ja vor allem als Gadget zum Bücher- und Zeitunglesen angepriesen. Auch Worte wie Spielkonsole und mobiler HD-Player fallen häufig, wenn es um Einsatzmöglichkeiten des iPad geht. Darüber, dass das iPad einen Meilenstein der Musikhardware darstellt, habe ich dagegen (noch) nichts gelesen – bin mir aber sicher, dass das bald kommen wird.
Bereits auf dem iPhone gab es ja spannende neue Ansätze, was das elektronische Musizieren angeht. Und obwohl gerade der hervorragend zu bedienende Touchscreen ein ideales Interface zur Steuerung von Musiksoftware darstellt, scheiterten eigentlich sämtliche Musik-Apps an der geringen Größe des iPhone-Bildschirms. Und genau dieses Problem sehe ich nun durch das iPad gelöst: Der iPad Touchscreen sollte mit seiner Größe von 9,7 Zoll (25 Zentimeter) genügend Platz bieten, um bei einer DJ Software den Crossfader und diverse andere Regler komfortabel zu bedienen. Außerdem sehe ich das iPad bereits als stylische, digitale Tenori-on Variante vor meinem geistigen Auge. Und schließlich bietet das iPad optimale Vorrausetzungen für eine mobile (und vor allem bezahlbare) Umsetzung des famosen Reactable-Konzepts.
Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was uns an Musik-Apps für das iPad in die App-Stores dieser Welt geliefert wird.
Beim Stöbern auf Beatport entdeckt man manchmal wahre Schätze – genau wie damals im Plattenladen. Die U-Topia-O-Disco EP von House-Maestro Glenn Underground erschien bereits 1998 auf Guidance Records und vor allem die A-Seite Jaz Love #2 ist ein echter Groover: Leicht angeshuffelt hüpft ein Disco-Lick zwischen den bolzenden Bassdrums hin und her, obendrauf noch ein Frauenvocals das wenn ich es richtig verstehe “Here comes the love” singt und irgendwann kommt auch noch ein jazziges Xylophon hinzu. Einfach, aber effektiv!
Der B1-Track kann da nicht ganz mithalten, ist im Vergleich zur House-Durchschnittware aber immer noch ein Hit: Leav’en To-Day beruht ebenfalls auf einem zerhackten Disco-Sample inclusive Frauen-Gesang, sticht durch seinen eher gewöhnlichen House-Beat jedoch nicht so aus der Masse heraus wie die A-Seite Jaz Love #2. Das dritte Stück Jisco Jazz ist mir dann, wie der Name schon sagt, zu jazzig.
Dass ich eine Schwäche für den klebrigen Zuckerpop des schwedischen Duos Sally Shapiro habe, ist ein offenes Geheimnis. Und wenn es dann auch noch ein offizielles Video zu Love in July – einem der besten Stücke ihres aktuellen Albums My Guilty Pleasure – gibt, dann muss das natürlich hier gepostet werden. Am besten an dem Lied gefallen mir übrigens die Background-Vocals, die doch sehr stark an die Stimme von Michael Cretu auf alten Sandra-Singles erinnern. Herzallerliebst.
Das Label heißt tatsächlich Steakhouse? Das Release habe ich bereits vor einer ganzen Weile runtergeladen, aber heute erst wiederentdeckt. Der Titeltrack von Mr Gasparov aus Lissabon sticht durch seine an Aphex Twin erinnernde Melodie hervor, der Hit der Platte ist jedoch Laika likes it von Octa Push: Der Track sampelt nämlich nicht nur Vocals von Beyoncé (allerdings will mir nicht einfallen, aus welchem Song die geklaut sind), sondern gefällt auch durch seine kickenderen UK-Garage-Beats und den fiesen Wobble-Bass. Der dritte Track – ebenfalls von Octa Push – war mir dann aber doch zu ravig und hat somit nicht den Weg auf meine Festplatte gefunden. Zwei Hits auf einer Platte sind aber auch schon mehr, als man sich häufig wünschen kann.
Electro, Funk und Weltraum haben schon immer zusammengehört: The Love Quadrant ist somit auch einer dieser herrlich spacigen Tunes mit dicker 808-Bassdrum, flirrenden Funk-Melodien und Vocoder-Gesang. Erschreckend, dass sich hinter Space Dimension Controller ein erst 19-jähriger Produzent aus Irland verstecken soll. Die B-Seite Electropo-250 Kollision geht dann allerdings in eine ganz Richtung: Im Vergleich zum Titelsong eher unscheinbar und auch nicht so fett produziert, wurde das Stück auf jedem beliebigen IDM-Label nicht weiter auffallen. Erschienden ist die Platte auf einem Label namens Kinnego Records.