Nick

Telefonate mit Hunden sind dann doch meist sehr einseitig. Oder hat er mich aufgrund meiner von der Bronchitis entstellten Stimme nicht erkannt?

Biker Boy – You Got Me Wrong

Wunder geschehen

Nun auch ich tatsächlich mal mit High Speed im Netz unterwegs. Trotz nicht enden wollender Erkältung das Wochenende genutzt, die neue Wohnung in Form zu bringen. Also nochmal verschiebefixmäßig Schränke, Regale und Betten hin- und hergeschoben. Schlafzimmer und Bad sehen schon ganz wohnlich aus, Sorgenkind bleibt allerdings die Küche. Und das Wohnzimmer dient mangels Sitzgelegenheiten erstmal als Abstellraum. Wenn man jahrelang auf 28qm gehaust hat, weiß man eh nicht, was man mit so viel Platz anfangen soll…

Wer samstagvormittags die Meerbuscher Hauptstraße entlang geht, kann sich übrigens das Schaulaufen auf der Kö sparen: Ohne Prada-Sonnenbrille und edle Stiefel geht auch hier keiner auf die Straße. Selbst im Grundschulalter nicht. Nachmittags dann mal die Hildegundisallee auf und ab spaziert, auf der sich Millionenvilla an Millionenvilla reiht. Darunter auch das 40 000 Quadratmeter große Grundstück von Dr. Friedrich Karl Flick, das neben dem Haupthaus mit einer Wohnfläche von 780 Quadratmetern auch ein Jagdhaus, einen Golfplatz mit Driving-Range sowie eine Obstplantage beherbergt.

Mein Leben in Meerbusch

Jetzt hab ich endlich einen DSL-Anschluss mit WLAN und allem Pipapo, aber vor lauter Stress vergessen, wie man sowas installiert. Aber immerhin acht von zehn Umzugskisten ausgepackt und erstmal wieder analog ins Netz. Wenigstens mal Mails checken, denn mit PC auf den kalten Flurfliesen neben der Telefonbuchse zu hocken, kann’s auf die Dauer auch nicht sein.
Der erste Tag hätte wohl nicht besser laufen können: Im Büro mit zwei netten Kolleginnen, alle sehr hilfsbereit und chaotisch und nach der Mittagspause flogen schon die Sektkorken.
Inzwischen auch herausgefunden, was mir an meinem neuen Heimatort so merkwürdig vorkam: Hier gibt es kein Kino, aber 50 Unternehmensberater, mindestens genauso viele Immobilienmakler, Parfümerien, Boutiquen und Juweliere. Die Änderungsschneiderei hier heißt Änderungsatelier. Schulkinder fahren nicht mit dem Bus, sondern werden im Touareg chauffiert. Ausländer oder offenkundige HartzIV-Empfänger habe ich hier auch noch keine auf der Straße gesehen.

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