Ok, ein Thema, über das ich schon lange schreiben wollte: Was viele heterosexuell veranlangte Menschen (auch wenn es selbst in diesen Kreisen sowas geben soll) vielleicht nicht wissen, ist, dass ein rolliger schwuler Mann eigentlich bloß den nächsten Autobahnparkplatz ansteuern muss, um seinen Druck loszuwerden. Und auch wenn Sex im Unterholz oder auf Parkplatzbänken und -tischen beileibe nicht das Bequemste ist, so hat dieses Phänomen doch einen ganz besonderen Vorteil: Berufshomosexuelle, die sich bevorzugt in Szenespelunken herumtreiben bilden hier eher die Ausnahme. Stattdessen trifft man hauptsächlich auf vermeintlich anständige Ehemänner, Familienväter und Lastwagenfahrer, die ihre heimlichen Neigungen ausleben.
Nun findet man derartige Treffpunkte nicht nur an den großen Autobahnen, sondern auch an vielen Landstraßen in der Provinz – und ich habe schon so einige davon gesehen. Was sich allerdings auf den Parkplätzen zwischen Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach (mein neuer Wirkungskreis sozusagen) abspielt, hat dann aber selbst mich erstaunt: Es wird ohne Gummi gevögelt, in weit geöffnete Mäuler gespritzt und Sperma geschluckt, als hätte es AIDS niemals gegeben. Und das nicht nur unter dem jüngeren Publikum, das vermutliche ohne Hella-von-Sinnen-und-Ingolf-Lück-Gib-AIDS-keine-Chance-Spots aufgewachseln ist, sondern noch viel häufiger unter den älteren Semestern, von denen die meisten mit hoher Wahrscheinlichkeit Frau und Kinder zuhause haben. Da muss selbst ich mal mit dem erhobenen Zeigefinger schimpfen und den Moralapostel raushängen lassen.