Frivolous live at home

So macht man Housetracks mit einem Küchenmesser, einem Pinsel und einem Spielzeugtelefonhörer.

Paul Frick – Knock on wood [Kalk Pets 15]

Kalk Pets, das Sublabel von Karaoke Kalk für eher clubbige Tracks, ist wohl eines der am meisten unterschätztesten Labels überhaupt. Der Hit dieser EP von Paul Frick, der im richtigen Leben ein studierter Komponist ist und in erster Linie experimentelle Musik für klassische Instrumente sowie Theatermusik komponiert, ist Steal My Heart, welches komplett aus Samples anderer Tracks besteht. Das allein ist in Technokreisen vermutlich keine Seltenheit, sondern eher in den meisten Fällen die Regel – doch Paul Frick kommentiert in diesem Fall jedes neu einsetzende Sample und verrät dabei auch noch süffisant, von wem er es “geklaut” hat.

Free Download: “STEAL MY HEART (Finchhatten Remix)”

Album-Quickies

Mit Musik ist es wie in einer Ehe: Wenn man sich gegenseitig auf den Keks geht, dann sollte man sich einfach mal aus dem Weg gehen. So habe ich es eine Weile mit Musikblogs, MP3-Shops und Soulseek gehalten und mir am Wochenende folgende, schon etwas ältere Alben zu Gemüte geführt – und plötzlich macht Musik auch wieder Spaß:

Osborne – Osborne (Spectral Sound): Dieses Album ist ein Fest: Todd Osborn bannt hier fast 20 Jahre Technogeschichte auf eine CD, die vor freshen Ideen nur so sprüht. Egal ob Bleeps & Clonks, 8-Bit-Pop, Electronica, Detroit-Techno oder UK-Dance: Osborn wirft alles in einen Topf und heraus kommt ein blitzender Strauß Technoblumen. Highlight ist vermutlich der Vocal-Track “Ruling”, zu dem man sich am liebsten eine Federboa an den Arsch kleben und unter einer Diskokugel rumspringen möchte.

Frivolous – Midnight Black Indulgence (~scape): Die Beschreibung des Osborne-Albums trifft fast vollständig auch auf dieses Werk zu: Genau wie Osborne ist auch Frivolous ein Scherzkeks, der vor keiner Genre-Grenze halt macht. Hier werden Jazz-Samples zerhackstückelt, mit Electrobeats oder herbertesquen Housebeats unterlegt und dazwischen schiebt sich dann noch eine roughe Acid-Line (wie im besten Stück, “Forget The Funk”).

Andy Stott – Unknown Exception (Modern Love): Bei Andy Stott geht es bedeutend ernster zu als auf den beiden obigen Alben. Auf dem Fundament der alten Warp-Schule wabern hier dichte Nebelschwaden aus Basic-Channel-Stabs, Dubstep-Bässen und Detroit-Melodien aus den Boxen. Muss man vor’m Kamin hören, am Besten auf dicken Boxen.

Kalabrese – Rumpelzirkus (Muve Recordings): Man erkennt schon am Namen des Albums, dass es hier wieder ziemlich albern zugeht. Rumpelnde, langsame Housebeats, schiefe Bläser und schwitzerdeutsche(!) Vocalsamples machen da weiter, wo Herbert nach “Bodily Functions” leider aufgehört hat.

Spontankauf

Da ich am heutigen verkaufsoffenen Sonntag (kulturelles Highlight hier in der Provinz) sonst nichts zum Geldausgeben gefunden habe, spontan zwei Brillen gekauft. Ob ich mich mit der oberen jedoch jemals auf die Straße trauen werde, weiß ich selbst noch nicht so genau. Was meinen denn die fashionaffinen Leser dazu?

Schlechte Dateiverwaltung auf dem Mac

Nach zwei Monaten als iMac-Besitzer hier ein kurzes Zwischenfazit: Die Kiste sieht super aus, die Funktionen Exposé und Spaces sind irre praktisch und bestens geeignet, Windows-User ins Staunen zu versetzen und an iTunes habe ich mich mittlerweile zumindest gewöhnt (obwohl ich es noch immer vollkommen unlogisch in der Handhabung finde und viele Winamp-Features vermisse – aber darüber könnte ich gleich einen eigenen Beitrag verfassen)  – doch was mich wirklich NERVT ist die Dateiverwaltung unter Mac OS X:

So ist es anscheinend im Finder (dem Apple-Pendant zum Windows-Explorer) scheinbar nicht möglich, mehrere nebeneinanderliegende Dateien mit gedrückter linker Maustaste beim Überfahren zu markieren, um sie beispielsweise alle auf einen Schlag löschen oder kopieren zu können. Auf dem Desktop funkioniert diese Methode dagegen einwandfrei – äußerst merkwürdig!

Coverflow ist auch eine dieser Apple-Erfindungen, mit der man normalsterbliche Anwender bestens beeindrucken kann – aber mal ehrlich: Zum sinnvollen Arbeiten ist diese Darstellungsweise von Dateien doch völlig ungeeignet. Die Idee der Spaltenansicht fand ich zu Beginn ziemlich interessant, hat sich in der Praxis jedoch leider auch als vollkommen unübersichtlich erwiesen.

Da wird einem schmerzlich bewusst, wie durchdacht und anwendungsfreundlich die Dateiverwaltung unter Windows Vista geworden ist – wenn es nur nicht so laaaaangsam wäre: Besonders hilfreich finde hier hier die Möglichkeit, den Inhalt eines Ordners nach bestimmten Attributen zu stapeln (zum Beispiel MP3-Files nach Interpreten stapeln) oder die größe der Symbole stufenlos in der Größe verändern zu können (besonders praktisch beim Suchen nach Bilddateien) – und nicht zu vergessen die klassische Baumstruktur am linken Fensterrand.

Wäre super, wenn Apple hier mal gehörig nachbessern könnte, denn dann gäbe es wirklich keinen Grund mehr, Windows hinterherzutrauern.

Schmutzige Unterwäsche

Neulich mit Freunden überlegt, mit welcher Marktlücke sich im Internet wohl noch Geld verdienen ließe und mit dem Gedanken gespielt, einen Online-Shop für getragene Unterwäsche (bremsspur.de, haha!) zu starten. Waren aber leider doch nicht die ersten, die diese Idee hatten, wie man hier sehen kann: Schmutzige Unterwäsche in allen Varianten, nach Körperflüssigkeiten in verschiedene Kategorien unterteilt: Unterwäsche mit Sperma, Slips mit Scheiße oder Urin.

Wobei ich beim eigentlichen Thema dieses Beitrags wäre: Feuchtgebiete habe ich zwar noch nicht gelesen, aber Charlotte Roche kann man ja vermutlich gar nicht nicht mögen, oder? Wie dieses nette Interview mal wieder beweist:

Jeder, der beruflich lustig zu sein hat, ist im Grunde traurig. Ich wollte das früher nie zugeben. Auch Leute, die in meinem Umfeld was medial Lustiges machen, zum Beispiel Rocko Schamoni und Heinz Strunk, sind traurig. Ich bin ja eine ganze Ecke jünger und dachte früher: Stellt euch nicht so an! Ihr findet es chic, privat depressiv zu sein. Heute kann ich dazu stehen: Ich mache mir den ganzen Tag nur Sorgen wie ein peinliches Hausmütterchen.

Ich freu mich ja, dass die nach dem Ende von Viva 2 einen solchen Erfolg hat.


John Roberts – Hesitate [Dial042]

John Roberts - Hesitate

Mit John Roberts veröffentlicht nicht nur zum ersten Mal ein Künstler, der nicht aus dem engen Umfeld der Labelchefs Peter Kersten und David Lieske stammt, sondern zugleich auch noch der erste Amerikaner auf Dial. Musikalisch erinnert die neuste Platte auf unserem Lieblingslabel auf erfreuliche Weise an die allerersten Dial-Releases (immer noch mein Lieblingstrack: “No shoes” von Lawrence auf Dial000!!), als die Beats noch rumpelten, die Samples rauh und schräg waren und Sounds, die immere genau an den Stellen im Beat platziert wurden, wo man sie auf keinen Fall erwartet hätte, einen völlig neuen House-Stil begründeten. Ganz großartig und um längen besser, als die letzten, doch eher glatten Releases auf Dial.

Madonna vs. Felix

Like a prayer vs. Don’t you want me: Miese Soundqualität, aber man kann hören, dass die Masse gut durchdreht. Und wenn man den youtube-Kommentatoren glauben darf, der Höhepunkt der Show. Und übrigens nicht das einzige Mash-Up in der Show, da sie außerdem das Loo & Placido-Bootleg “Toop Toop Groove” (Madonna vs. Cassius) live performed hat. Aber wieso sieht Madonna hier aus wie Cher?

Schade: Für mein Blumfeld-Bootleg war da wohl kein Platz mehr :-(

Minden als Graffiti

Minden Graffiti

Geburtstagseinladung

Habe gerade keinen Knigge zur Hand: Ist es eigentlich zuviel verlangt, auf verschickte Geburtstagseinladungen ein Feedback zu erhalten? Oder ist kein Feedback bereits mit einer Zusage gleichzusetzen? Schließlich würde man ja gerne wissen, welche Mengen an Essen und Getränken einzukaufen sind. Worauf R. fragte, wieso wir nicht einfach eine Mitbring-Party veranstalten. Das wäre in seinem Freundeskreis so üblich. Gute Idee, fand ich, doch bei meinen Freunden würden wir dabei vermutlich mit leeren Gläsern und Tellern dastehen.

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