In den Niederlanden ist alles etwas kleiner als in Deutschland, das erkennt man schon an den Pferden am Rande der Autobahn: Die sind alle höchstens hüfthoch.

Amsterdam ist eine ziemlich schrullige Metropole. Erste Hürde: Die Fahrt mit der Straßenbahn. Ticketautomaten sucht man vergebens, stattdessen muss man sich im nächsten Kiosk eine Strippenkaart kaufen. In jeder Bahn gibt es dann sage und schreibe zwei Schaffner, bei denen man beim Einsteigen diese Strippenkaart abstempeln lassen muss: Die erste Zone kostet zwei Streifen, jede weitere Zone einen weiteren Streifen. Vorne einsteigen ist Pflicht, Schwarzfahren so gut wie unmöglich!
Dafür blickt einem von sämtlichen Litfaßsäulen der Stadt ein vertrautes Gesicht entgegen: Ganz Amsterdam ist zugekleistert mit Plakaten von Charlotte Roche, die für ihr Buch Vochtige Streken werben. Ich vermute, die Frau hat finanziell bis an ihr Lebensende ausgesorgt.

Die Stadt selbst ist dann ein Irrgarten aus kleinen Gassen und Grachten, Nutten in Schaufenstern (fein säuberlich nach sexuellen Vorlieben getrennt (dicke Nutten, schlanke Nutten, farbige Nutten, weiße Nutten und Transen-Nutten)), Coffeeshops (fast wäre ich in Versuchung geraten, einen Cannabis-Lolly zu kaufen), in einem Second-Hand-Laden ausgewaschene Ralph-Lauren- und Hilfiger-Hemden für 12,50 Euro/Stück erstanden und schließlich zum Stärken asiatische Restaurants in Hülle und Fülle (in zwei Tagen indisch, indonesisch und malaysisch essen gewesen – köstlich!). Zur Entspannung nach der Shopping-Tour dann noch in die Thermos Day Sauna, in welcher es allerdings auch nicht spannender als in deutschen Etablissements dieser Art zugeht. Aber immerhin war es voll.

Leider nicht so toll: Bed & Breakfast via ebab: Die vermutlich aus der Karibik stammende Vermieterin war zwar äußerst nett und hilfsbereit und chauffierte uns in ihrem Golf samt gesprungener Windschutzscheibe sogar zu unserem Auto (welches wir aufgrund der prekären Amsterdamer Parkplatzsituation ca. 5 km vom Appartement entfernt parken mussten), ohne sich an irgendwelche Verkehrsregeln zu halten (falschrum durch diverse Einbahnstraßen, mit dem Auto über den Radweg und quer über eine Rasenfläche, um zur nächsten Seitenstraße zu gelangen) – doch leider war die Heizung in der Wohnung abgeschaltet, heißes Wasser gab es auch nicht und das Bad war ein Abenteuer für sich: Eine Duschwanne gab es nicht, und der Abfluss des Waschbeckens führte in den Ausguss in der Mitte des Badezimmers, welcher auch als Duschabfluss genutzt wurden. Ich konnte mein Zahnputzwasser also auch ganz praktisch auf den Fußboden anstatt ins Waschbecken rotzen – kam ja eh auf’s gleiche raus. Also beim nächsten Mal doch lieber wieder ins Hotel!