Jóhann Jóhannsson – Fordlândia

Dieses Album ist der Nachfolger zum unglaublichen IBM 1401, A User’s Manual und wieder verarbeitet Jóhann Jóhannsson in seiner Musik Themen wie künstliche Intelligenz und amerikanische Markennamen. Fordlândia ist heute eine Geisterstadt in der Nähe von Santarém in Amazonien, in den 1920er Jahren jedoch erwarb die Ford Motor Company hier ein 10,000 km² großes Stück Urwald, um dort eine Kautschukplantage zu errichten. Die eingeborenen Arbeiter sollten hier wie in einer amerikanischen Kleinstadt leben, Arbeitszeiten wie in Nordamerika (von 6 bis 15 Uhr) einhalten und sich an die amerikanische Lebensweise gewöhnen – das Projekt schlug jedoch auf der gesamten Linie fehl.

Wie Jóhann Jóhannsson diesen Background in seine Musik hat einfließen lassen, bleibt mir zwar schleierhaft (die Stücke klingen in meinen Ohren eher nach Island als nach brasilianischem Urwald), doch das tut dem Hörgenuss natürlich keinen Abbruch. Jóhannsson dirigiert das Prager Orchester, mit dem er auch schon sein letztes Werk eingespielt hatte, durch dramatische Streicherlandschaften und lässt im Hintergrund dezent die Elektronik brummen. Highlight des Albums ist das fast 14-minütige Titelstück, dass einen vor lauter Grazie und Schönheit weinend auf die Knie fallen lässt.

Ólafur Arnalds – Eulogy For Evolution

Machen wir es kurz: Fans von Sigur Rós werden auch Ólafur Arnalds lieben. Doch während die isländische Supergroup eher noch der Kategorie Indie-Band zuzuordnen ist, tummelt sich Ólafur Arnalds schon eher im Bereich der Klassik. Das Album besteht aus herzerwärmenden Klavierkompositionen, die dezent von vollendeten Streicherarrangements unterlegt sind, deren Harmonien in dieser Form sowieso nur aus Island stammen können. Das hört man ja immer sofort! Immer wieder beeindruckend auch, wie es die Isländer immer schaffen, diese steinerweichenden Melodien zu spielen, ohne dabei in kitschige Fahrgewässer abzudriften. Erst auf dem letzten der allesamt namenlosen Stücke verrät uns Ólafur Arnalds dann noch, dass er als Nebenbeschäftigung auch noch als Musiker bei den isländischen Metalcore-Combos Fighting Shit und Celestine sowie in einer Punk-Band tätig ist, denn nach all der Harmonie bricht aus heiterem Himmel ein E-Gitarrengewitter über den verdutzen Hörer herein. Das macht in diesem Fall jedoch gar nichts, denn so findet man sich zum Ende des Album umso einfacher wieder in der grauen Realität zurecht. Perfektes Album für den drohenden Winter.

Taschenlampen

Mein lieber Kollege Daniel ist ein Recyclingliebhaber, der sich viele seiner Möbel und Accessoires selber zusammenzimmert. Sein neuester Coup: Lampen aus Papp-Einkaufstüten! Wer also gerne Markenlogos(zum Beispiel als Butler’s oder Marktkauf) als Deko in seiner Wohnung einsetzt, ist hiermit bestens bedient, und ein schönes Licht werfen diese Taschenlampen auch noch. Da ist die Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes schnell in der Tüte!

Jan Felipe – Abril (corpidex 025)

Endlich mal wieder ein neues Release auf dem Netlabel Corpid Extra: Jan Felipe, ein junges Talent, das erst 1984 geboren wurde, kommt aus Rio de Janeiro und schreibt melancholische Pop-Songs in portugiesischer und französischer Sprache. Für Corpid-Verhältnisse überraschend gitarrenlastig, doch im Hintergrund schwingt bei allen Stücken auch ein Hauch von Electronica mit. Wie immer ein tolles Release mit einem wunderschönen Cover!

Hier geht’s zum Download.

Smells Like Teen Booty

Barak Obama neuer Präsident der USA

Mal sehen, wie viele Besucher diese frühzeitige Überschrift auf mein kleines Blog lockt. Ich erkläre diesen Tag derweil zum Tag des schlechten Service in der Service-Wüste Deutschland: In der Mittagspause  im angeblichen Edelcafé mit Freunden eigentlich nur schnell einen Kaffee trinken wollen, dann aber geschlagene 10 Minuten auf die Bedienung warten (es waren ca. 3 Tische in dem Laden besetzt), um eine Bestellung aufzugeben, und weitere 10 Minuten und 2 Aufforderungen wiederum auf die Rechnung. Nach der Arbeit dann schnell zum Friseur. 20 Minuten vor Schließung (mein Haarschnitt dauert höchstens 5 Minuten) den leeren Salon betreten, Friseuse steht an der Kasse und telefoniert. Freundlicherweise nimmt sie trotzdem den Hörer kurz vom Ohr: Ich mache jetzte Feierabend, mein Bus fährt gleich! Vor Wut eine Beschwerdemail an die Friseurladenkette geschrieben. Hoffentlich wird sie gefeuert.

PaklSound1

PaklSound1 erreicht zwar (noch) nicht die Möglichkeiten des Tenori-On, aber es kommt ihm doch zumindest schonmal recht nah, und ist eine der interessantesten Möglichkeiten, auf dem iphone Musik zu machen. Und Spaß macht es auf jeden Fall. Runterladen kann man PaklSound1 bereits für sagenhafte 79 Cent. Bleibt zu hoffen, dass noch intensiver an diesem Konzept geabeitet wird, denn das iphone bietet mit seinem Touch-Bildschirm die idealen Bedingungen für die Bedienung dieser Software. Und wenn noch mehr Sounds zur Auswahl stehen würden, würde ich für PaklSound1 gerne auch mehr Geld ausgeben.

TIMM TV

Ein Fernsehsender für Schwule ist eigentlich das Letzte, was ich brauche (kann man sich etwas furchtbareres als Queer as Folk vorstellen?). Aber wenn ich bei Spiegel-Online plötzlich entdecke, dass mein alter Schulkamerad Oliver Lock, unter dessen Regie wir damals in der 9. Klasse im Rahmen der Projektwoche den Klassiker Tatort Grütterstraße gedreht haben, dort als Moderator der Sendung Timmousine tätig ist (danke an S. für den Hinweis!), muss ich wohl trotzdem mal einschalten (sofern man den Spartenkanal hier auf dem Dorf überhaupt empfangen kann).

Edit: Soeben höre ich, TIMM sendet auf ASTRA digital (früher Bahn-TV) – da wir Kabelkunden sind,  kann ich’s wohl also eh nicht sehen…

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