Moodymann – Freeki Mutha F cker (live)

Der Hit von Moodymann’s gerade erschienenen Det.riot ‘67 (grenzt an ein Wunder, dass vorher noch niemand auf diesen Titel gekommen ist, oder?) EP. Klingt elektronischer als die ständigen Soul- und Disco-Samples, die man sonst von ihm gewöhnt ist, und gefällt mir aus diesem Grund auch gleich um einiges besser.

Hercules & Love Affair – “You Belong”

Es sollte der Heiligabend 2008 werden, an dem ich zum ersten Mal Hercules & Love Affair hörte. Man muss sich einfach häufiger Hypes widersetzen, und die Stimme von Anthony Hegarty ertrage ich normalerweise eh keine zehn Sekunden, doch bei diesem schwülen Chicago-House-Stück hält er sich zum Glück im Hintergrund. Und das Video ist auch sehr chic – ist das der Tänzer aus Madonnas Confessions-Show??

Lieblingsalben 2008

Die besten Alben des Jahres aufzulisten, war wieder mal gar nicht so einfach. Erstens gibt es kaum ein Album, dass ich von vorne bis hinten gut finde, zweitens bin ich auch nicht mehr besonder darauf fixiert, stets die neuesten Alben kennen zu müssen. Musik aus folgenden Werke habe ich 2008 dann aber doch sehr häufig gehört: Beim Zusammenstellen der Liste dann doch überrascht festgestellt, dass es durchaus eine Menge großartiger Alben in diesem Jahr gab: Unerreicht das Album von DJ Sprinkles, welches bei Resident Advisor leider in keiner einzigen Hitliste auftaucht. Dahinter einmal Italo Disco und ansonsten überwiegend Dubstep und klassisch angehauchte Musik:

  • DJ Sprinkles – Midtown 120 Blues
  • Sally Shapiro – Disco Romance
  • Claro Intelecto – Metanarrative
  • Andy Stott – Unknown Exception
  • Move D & Benjamin Brunn – Songs from the Beehive
  • Quiet Village – Silent Movie
  • Scuba – A Mutual Antipathy
  • 2562 – Aerial
  • Headhunter – Nomad
  • Jóhann Jóhannsson – Fordlandia
  • Helios – Fourteen Drawings
  • Goldmund – The Malady of Elegance
  • Hauschka – Ferndorf
  • Peter Broderick – Float
  • Maurice Ravel & Modest Mussorgsky – ReComposed By Carl Craig & Moritz Von Oswald

Before I Explode

Das ist wieder mal eine dieser wunderbaren Entdeckungen, die man eigentlich nur noch bei myspace machen kann: Before I Explode sind ein vollkommen unbekanntes Duo ohne Plattenvertrag, das seine Songs über MSN schreibt. Und diese Songs gehören einfach zum Schönsten, was ich seit langem gehört habe: Die wunderbar sanfte Stimme der Sängerin Sophie (solche Sängerinnen können sowieso nur Sophie heißen) wird begleitet von einer akustischen Gitarre und dezenter Electronica, und die Melodie erinnern nur ganz entfernt an die guten, alten 80er Jahre. Als Vergleich fällt mir als erstes die isländische Band Mum ein.

Eine EP von Before I Explode kann man zwar hier online bestellen, jedoch leider nur, wenn man im Vereingten Königreich wohnt.

Corpid Special auf Radio Scorpio

Netlabel-Freunde aufgepasst: Der belgische Independent-Sender Radio Scorpio hat ein einstündiges Special über unser schönes Netlabel Corpid gesendet. Zusammengestellt wurde die Show vom Team von netlabelism, die auch ein kurzes E-Mail-Interview mit mir durchgeführt haben. Die Show ist zwar komplett auf Niederländisch (spricht man das in Belgien??), doch wenn man ganz genau zuhört, versteht man schon, worum es geht.

Bei der Musikauswahl beschränkte man sich überraschenderweise auf viele Releases aus der Anfangszeit des Labels:

01. Friday night alone - Peloton
02. Puzzled – Lucky Misu
03. Monodiver - Elysis
04. Auf Deutsch - Tanzmusik
05. Later - Bobby Baby
06. Bobby - Bobby Baby
07. Lads are fun - Bobby Baby
08. Another rainy day - Solcofn
09. Swimming in the dirty water - Audio Mjao
10. You can’t imagine - Emily in love
11. Antojos - Keyboard
12. Reflective Deceptor - Sinestetici and KiloWatts
13. Stuffing life revised - Melissa Welch
14. I’ll meet you here - ST

Die letzten drei Titel der Show sind übrigens meine All-Time-Netlabel-Faves. Runterladen kann man die komplette Sendung hier.

Lieblingslieder 2008

Überraschendes Ergebnis nach Auswertung meines last.fm-Profils sowie meiner itunes-Charts: Abgesehen vom Burial-Remix für Bloc-Party ausschließlich sehr poppige, die 80er Jahre huldigende Schlager. Kein House und Minimal weit und breit – 2008 war das Jahr der Italo-Disco.

  • The Killers – Human
  • Alphabeat – Fascination
  • Emily In Love – Lullaby (Rupert Falsch Remix)
  • Sam Sparrow – Black & Gold
  • Private – That Boy Is Hurting You
  • Sally Shapiro – I’ll Be By Your Side
  • Bloc Party – Where Is Home? (Burial Remix)
  • The Presets – This Boy’s In Love
  • Little Boots – Stuck On Repeat
  • Heartbreak – We’re Back

(In einige dieser Songs reinhören kann man hier.)

Rauchen hält fit

Sonntagnachmittags auf einem 70. Geburtstag der Schwiegerfamilie.

Easy Share

Habe mir heimlich, still und leise vor ein paar Wochen mal eine neue Kamera gekauft: Ein recht preiswertes Modell, macht aber trotzdem ganz schöne Fotos, wie ich finde. Am Wochenende endlich die Zeit gefunden, ein wenig damit rumzuspielen. Besonders gut daran gefällt mir, dass man damit auch bei Dunkelheit schöne Aufnahmen machen kann (was mit der alten Cam irgendwie nie funktioniert hat).

Glitterbug – Supershelter

Nase voll von den immer gleichen Deep-House-Chords und auf der Suche nach dem wahren Geist elektronischer Musik, der sich einen Dreck um Genre-Bezeichnungen und Technogesetze schert? Dann ist dieses wundervolle Album von Glitterbug (war mir bisher ehrlich gesagt gänzlich unbekannt) auf dem deutsch-israelischem Label C.Sides mit einer Spiellänge von 77 Minuten genau das richtige. Hier existieren Trance-Arpeggios, minimale House-Einode, Orchesterbläser und ein Akkordeon in einer trauten Eintracht, die ihresgleichen sucht. Das Album schielt nicht auf den Floor, sondern ist perfekter Techno für das Auto oder zum Zuhausehören. Man stelle sich eine Mischung aus Dial- und Karaoke-Kalk-Platten vor, dann kommt man dem Klangerlebnis schon recht nahe.

Ich möchte auch mal Spießer sein

Immer häufiger ertappe ich mich dabei, Menschen um ihre Lebensbereiche zu beneiden, welche die Mehrzahl der Leser dieses Blogs wohl als spießig bezeichnen würde. Immer nur die freshesten Deep House Tracks hören? Die stylischsten Magazine lesen? Die angesagtesten Ausstellungen besuchen? Die Festanstellung wie der Teufel das Weihwasser meiden und von der dreistelligen Anzahl an Sexpartner schwärmen, die man in den letzten 10 Jahren begattet hat?

Viel faszinierender finde ich zur Zeit Bürobesetzungen, die nach Feierabend mit einem blinkenden Elchgeweih auf dem Kopf laut lachend am Glühweinstand stehe. Ehepaare, die in der Tanzschule ihre Rhumba- und Cha-Cha-Cha-Kenntnisse auffrischen. Junge Führungskräfte, die sich bei Vox für Das Perfekte Dinner bewerben oder schwule Paare, die sich bei IKEA neue Türen für ihre Einbauküche kaufen.

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