Pet Shop Boys – “Love Etc.” (Video)

“Love etc.”, die neue Single der Pet Shop Boys von kommenden Album “Yes” (Chris Lowe über den Albumtitel: “We thought ‘No’ was a bit negative.”), haut mich jetzt nicht wirklich vom Hocker. Das dazugehörigen Jump-and-Run-Video ist dagegen wirklich mal was anderes (sowieso ein Computerspiele-Genre, das auch in der heutigen Zeit viel mehr Beachtung finden sollte, und nicht nur als Kinderkram abgetan werden sollte).


Larry Heard – 25 Years From Alpha [ML-2226]

Schon beim Lesen des Titels der neue Platte von Larry Heard, 25 Years From Alpha, ahnt man, dass House-Puristen ihre Liebe Not mit dieser Platte haben werden, denn der Titeltrack ist ein 15-minütiges Space-Disco-Monster in eher verhaltenem Tempo: Der electroartige Beat wird von einer Moroder-Bassline begleitet, dazu gesellen sich eiskalte Synthiemelodien, die an Kraftwerk erinnern, aber auf warmen Flächensounds gut gebettet sind. Und eine Kuhglocke sorgt für weiteres Retroelektro-Flair. Könnt ich stundenlang hören, diesen Track.

Für alle, die den klassischen Deep-House-Sound von Larry Heard bevorzugen gibt es auf der Rückseite noch Feathers Floating, was mit seinen Orgel- und Piano-Sounds eher jazzig daher kommt und auch sehr gut gefällt. Der dritte Track war dann nicht so meine Tasse Tee, weswegen ich ihn mir nicht gekauft habe – und genau das ist ja der große Vorteil an digitalen Releases.


Joker / 2000F & J Kamata – Digidesign / You Don’t Know What Love Is [Hyperdub]

Bei solchen Tracks glaubt man gerne für ein paar Minuten, dass Dubstep die Zukunft der Musik retten wird: You Don’t Know What Love Is von 2000F & J Kamata besteht aus einem R’n'B-Beat, wie man ihn eher in einem Song von Beyoncé erwarten würden, dazu einige zarte Synthie-Sounds der Marke Detroit, ein verhalltes Vocals-Sample aus heilen Drum & Bass-Zeiten und über all dem singt sich ein Vocoder die Seele aus dem Leib. Herzergreifend und mit Sicherheit der Hit des Jahres.

Die andere Seite, Digidesign von Joker, kann da zwar nicht ganz mithalten, ist aber trotzdem ein Kracher, der herkömmliche Dubstep-Tunes blass aussehen lässt: Der Beat erinnert mich hier eher an Timbaland, dazu spielen 8bit-Sounds eine fernöstliche Melodie. Wie immer eine super Platte auf Hyperdub.


Max Essa – Continental Drift [Bear Funk]

Vom Engländer Max Essa habe ich auch noch nie zuvor gehört, doch dieses Album namens Continental Drift versammelt einige seiner bisherigen Maxis auf dem Label Bear Funk (der Name passt auch super zum Cover) plus einige neue Stücke.

Max Essa zaubert aus Gitarre, Bass und Schlagzeug langsame Disco-Stücke, die einfach jedem Cliché vom Sonnenuntergang am Balearenstrand entsprechen. Am Besten gefallen mir jedoch (natürlich?) die elektronischeren Stücke des Albums, wie zum Beispiel Nighbeat, Rooftop Rendezvous oder Telepath, die natürlich schon eher in die Italo-Schublade gehören und nicht ganz so esoterisch angehaucht sind, dafür aber im Ohr kleben bleiben wie geschmolzene Gummibärchen an der Hose, wenn man sich auf sie draufgesetzt hat (in diese Songs könnte ich mich im übrigen auch setzen!).

Schon jetzt mit Sicherheit eines der Alben des Jahres, das man von vorne bis hinten durchhören kann – und das ist in der heutigen Zeit ja wirklich schon eine ganze Menge.


Bogdan Irkük (a.k.a Bulgari) – Everything Is Changing [SJR 174-12]

Ich habe noch nie zuvor von Bogdan Irkük (aka Bulgari) gehört, doch der Titelsong dieser 12″ auf Soul Jazz Records haut mich komplett um: Das ist der bombastischste Italo-Disco-Song, der mir jemals zu Ohren gekommen ist. Eben auf der Autobahn bei voller Lautstärke gehört und die fetten Synths, irgendwo zwischen Kraftwerk, Detroit und Sandras Maria Magdalena, gepaart mit diesen durchdringenden Vocoder-Vocals ließen aus einem VW-Golf einen Raumgleiter werden. Wer hätte gedacht, dass sowas aus Bulgarien kommt? Wem das gefällt, der sollte auch unbedingt alle anderen Releases von Bogdan Irkük checken!


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