Während auf der ganzen Welt die Kids seit Jahren zu Minimal, Deep House und Dubtechno tanzen und Dubstep als das neue Ding gilt, dass uns alle aus dem Einheitssound erlösen soll, hat sich unbemerkt vom Rest der Welt im nördlichsten Skandinavien einen Sound entwickelt, dessen Name beim ersten Hören an eine Sexualhandlung erinnert: Skweee.
Skweee kombiniert einfache Synthie-Melodien mit Funk-, R’n'B- oder Soul-Rhythmen und ist vor allem extrem funky. Sämtliche Produzenten sind absolute Newcomer, die in ihren Schlafzimmern ihre Maschinen zusammenstöpseln und wild drauflos jammen, dass kein Auge trocken bleibt. Auf youtube gibt es unzählige Videos von Skweee-Jamsessions und Live-Auftritten, von denen mir dieser von Eero Johannes in einem CLub in Helsinki fast die Schuhe ausgezogen hat:
Ganz unerhört ist Skweee allerdings auch im restlichen Europa nicht geblieben. Einige britische Produzenten, die bekanntlich immer ganz weit vorne sind, haben Skweee mit Dubstep kombiniert und das Ergebnis auf den Namen Wonky getauft.
Und bis zum Sonar Festival haben es die Jungs aus Norwegen und Schweden immerhin auch schon gebracht:
Der wohl schönste Cliffhanger der Seifenopern-Geschichte: Das UFO sieht aus wie eine Hochzeitstorte und das Alien hat verdammte Ähnlichkeit mit Phantomas.
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Did you see me coming ist nicht nur mein Lieblingssong aus dem aktuellen Pet-Shop-Boys-Album Yes, sondern auch die neue Single. Der Regisseur des in den Babelsberger Filmstudios bei Potsdam gedrehten Videos, Douglas Hart, war früher übrigens Bassist bei der schottischen Shoegazer-Band The Jesus And Mary Chain.
Dass Virginia Astley mit ihrem Album From Gardens Where We Feel Secure ihrer Zeit meilenweit voraus war, kann man wohl am Besten daran erkennen, dass es bei seiner ursprünglichen Veröffentlichung im Jahre 1983 von keinem Menschen beachtet wurde. Dabei war Virginia Astley zu diesem Zeiten keine Unbekannte im Musikgeschäft: Sie war die Schwägerin von Pete Townshend von The Who, und ihr älterer Bruder hatte zu dieser Zeit schon mit Eric Clapton zusammengearbeitet.
Auf From Gardens Where We Feel Secure paaren sich Virginia Astleys klassische Musikausbildung und ihr Spaß am musikalischen Experiment: Die Musik hat sie im Wesentlichen auf dem Piano eingespielt, dazu gesellen sich eine Flöte und wenige Streicher und einige sehr dezente elektronische Spielereien, dafür aber umso mehr Geräusche aus der Natur. In allen Stücken zwitschern Vögel, blöken Schafe oder ertönen Kirchenglocken aus dem weit entfernten Dorf hinter dem bewaldeten Hügel, und trotzdem wirkt die Musik niemals kitschig oder aufgesetzt, sondern einfach nur schön. Wer jemals in einem Freilichtmuseum war, kann sich vorstellen, wie dieses Album klingt.
Das Amsterdamer Label Delsin entstand in den 90er Jahren aus einer Website: Labelgründer Marsel Van Der Wielen bekam damals wie jeder Student auf seinem Uni-Server ein wenig Webspace zur Verfügung, um eine eigene Homepage anzulegen. Er gab seiner Seite den Namen Delsin und veröffentlichte dort einige selbstproduzierte Tracks, Links zu seinen Lieblingslabels sowie Reviews von Platten, die er sich gekauft hatte. Schnell entwickelte sich die Studentenseite zu einem beliebten E-Zine für elektronische Musik und Marsel beschloss, seinen Traum eines eigenen Labels zu verwirklichen: Er ändert den Namen seiner Website in Forcefield und übertrug den Namen Delsin auf sein eigenes Plattenlabel.
Der Rest ist Geschichte: Mehr denn je steht Delsin heute für IDM mit einem starken Touch von Detroit-Ideologie. Auf die Musik von Delsin können sich alle einigen, die mit Detroit-Techno und Chicago-House aufgewachsen sind, aber auch ein Herz für den britischen Elektronik-Sound von Black Dog, Plaid, Aphex Twin und sogar Breaks von Mo Wax oder Drum and Bass und den dubbigen Technosound von Maurizio haben.
Diese Doppel-CD mit insgesamt 24 Tracks präsentiert nun die gesamte Bandbreite des Delsin-Sounds und viele Stücke sind zum ersten Mal überhaupt in voller Länge auf CD, bzw. als Download erhältlich. Mit dabei sind Newworldaquarium, Redshape, Vince Watson, Quince, Shed und viele andere. Und was soll ich sagen? Es reiht sich Hit an Hit: Dies ist wirklicher Techno mit Seele. Mehr Gefühl kann man aus Maschinen nicht rausholen. Mit Abstand die beste Techno-Compilation, die die Welt gesehen hat. In 100 Jahren wird diese Musik in Opernhäusern aufgeführt werden. Klassiker!!
Ein kleiner Auszug aus dem 2-seitigen Schreiben der Rentnernachbarn von unten, das ich heute im Briefkasten fand: Ein schöner Text, der den Redshape-Remix für Newworldaquariums Trespassers sehr schön beschreibt.
Es handelt sich hierbei um eine immer gleiche Art von Musik, deren tragendes Musikelement das Schlagzeug ist. Der geschlagene Ton-Takt dieses Musikinstrumentes wird mit starken Bässen der Stereo-Anlage so dominierend hervorgehoben, dass er durch die Zimmerdecke unserer Eigentumswohnung mit den durch die Zimmerdecke gefilterten, unterschiedlich veränderten Bässen wie dumpfes Pochen, Dröhnen, Ballern, Rattern und Grollen, eine absolute Belästigung darstellt.
Von den eigentlichen Leitmelodien ist hierbei nichts zu hören.
Anhören und sich ein eigenes Bild von dem Track machen, kann man übrigens hier.
Genau das wollte ich eigentlich nicht noch einmal erleben: Nachdem bereits vor 1,5 Jahren mein geliebter Twingo mitten auf der Autobahn aufgrund eines gerissenen Zahnriemens plötzlich ausging, ereilte mich heute morgen auf dem Weg zur Arbeit das selbe Schicksal – mitten im Überholvorgang auf einer vierspurigen Bundesstraße. Besonders Ärgerlich: Den Wagen haben wir erst vor ca. 4 Wochen gebrauchz gekauft – und nun ratet mal, was wir unbedingt noch auswechseln wollten, aber aus Zeitmangel natürlich immer vor uns hergeschoben haben? Richtig: Den Zahnriemen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Reparatur nicht allzu teuer ausfällt oder ich einen weiteren günstigen Gebrauchtwagen bei pkw.de finde.
Zu allem Überfluss habe ich mir bei meinem beherzten Sprung über die Leitplanke in den Straßengraben (natürlich im strömenden Regen) auch noch den Fuß umgeknickt und kann nun kaum auftreten. Kommt immer alles auf einmal….
Dial muss man ja dafür bewundern, wie sie sich in schon fast arroganter Art und Weise einen Scheissdreck um Promotion kümmern. Frei nach dem Motto “Haben wir gar nicht nötig, wir sind eh die Elite” (man beachte nur die Homepage, auf der sich seit Jahren nichts geändert hat) – und irgendwie stimmt das ja auch. Ein Großteil der Dial-Crew ist ja mittlerweile eher in der Kunstszene unterwegs, und nur wenn man Lust und Laune hat, schüttelt man mal eben wieder eine neue großartige, nur so nebenbei produzierte Platte aus dem Ärmel. So hatte Labelgründer Carsten Jost nichtmal einen eigenen Rechner, als er seine ersten Dial-Platte produzierte – er hatte alle Stücke auf dem PC einer Freundin aufgenommen.
Mit Christian Naujoks stößt nun ein neuer Name zu der illustren Truppe. Sein namenloses Album pendelt irgendwo zwischen konzeptueller Soundkunst und melodischer Popmusik. Die meisten Stücke bestehen nur aus Piano oder anderen klassischen Instrumenten, einen dezenten Housebeat gibt es lediglich auf dem Highlight des Albums, dem Titel Bloom. Dies ist übrigens auch der einzige Titel des Albums, den man trotz seines Gesangs ertragen kann. Die anderen zwei oder drei Stücke, auf denen Christian Naujoks singt, sollte man stattdessen besser weglassen, die klingen nämlich viel zu sehr nach Kunststudent. Das restliche Album ist jedoch ein Ansammlung musikalischer Kleinode und vor allem für Fans neuer klassischer Musik ein Fest.
Schon kurz nach der ersten Donnacha Costello EP The Only Way To Win Is Not To Play The Game erscheint mit Tragedy Of The Commons die zweite EP des Künstlers auf dem neuen Label Look Long.
Der Hit der Platte ist mit Abstand das 9 Minuten lange Fathoms Deep, ein endlos langer, warmer – und der Titel sagt es bereits – deeper Dubtechno-Track. Einer der besten Technotracks, die ich seit langem gehört habe! Das fast genau so lang Gatsby erinnert mit seiner Oldschool-Bassline dann an Mr. Fingers und mit Baritone beendet Donnacha Costelle diese EP dann überraschenderweise mit einem Downbeat-Stück, das von Natur aus leider nicht ganz so mein Fall ist. Aber das Schöne seit dem es MP3-Releases gibt ist ja, dass man nur die Titel einer Platte zu kaufen braucht, die einem gefallen. Ich bin jetzt schon gespannt auf Nummer 3!