bumtschak – “We are miles away” (Bootleg)

Als ich vor zwei Tagen zufällig Madonnas Miles away im Autoradio hörte, war ich nicht nur überrascht, was für ein catchy Song das ist, sondern dass er auch wunderbar zu Empire of the Suns We are the People passen könnte. Zuhause dann gleich im Internet nach dem dazugehörigen Acapella gesucht, fündig geworden und es über den Shazam-Remix von EOTS gelegt – und siehe da: Passt wie angegossen!

Download: bumtschak – “We are miles away” (Bootleg)

Endlich Herbst

Wie ich mich kenne, werde ich schon nächste Woche wieder das Gegenteil denken, doch zur Zeit genieße ich die deutlichen Vorboten des Herbstes: Endlich ölt man im Büro nicht mehr wie ein Puma, morgens der Geruch der Heizungsluft im Auto, das Geräusch der Scheibenwischer, meine kuschelige Trainingsjacke, das schöne Abendlicht, schwimmen im Dunkeln, das Knistern im Kamin. So schön der Sommer auch war: Wenn morgens um 6 oder abends um 9 die Sonne knallt, finde ich das vor allem eins: Unwirklich. Doch gegen Ende des Sommers fühlt es sich dann plötzlich an, als würde die Welt in ihren Normalzustand zurückkehren. Vermutlich höre auch deswegen zur Zeit wieder verstärkt Ambient und Dubtechno – zwei Musikrichtungen, die ich den ganzen Sommer über verschmäht habe.

London Ausflugstipps 2 – Camden Town

Ein weiteres Ausflugsziel, das man bei einem Aufenthalt in London nicht verpassen sollte und bequem mit der Northern Line erreicht, ist Camden Town. Hier war ich zum ersten Mal 1995, auf Kursfahrt mit dem Englisch-Leistungskurs (lang ist’s her) – und als damaliger MTV-Party-Zone-Fan hatte ich mir London genauso vorgestellt:

Am Samstag findet auf der Camden High Street ein Markt statt, und zumindest damals war die Straße gesäumt von Ständen voller DJ-Mixtapes (remember: es gab noch keine RA-Podcasts) und ich deckte mich reihenweise mit Techno- und Drum & Bass-Tapes ein. Ich habe keine Ahnung, was heutzutage an einem Samstag dort verkauft wird, doch an normalen Wochentagen findet man hier den Camden Market, der sich aus mehreren Märkten zusammensetzt, Tattoo-Shops und Klamotten-Läden. Damals war ich schwer beeindruckt von soviel coolen Menschen auf einem Haufen – in diesem Jahr fand ich die Camden High Street allerdings schon weniger aufregend. Trotzdem ist es hier aber immer noch interessanter als auf den einschlägigen Touristenmeilen und zum Bummeln und Stöbern ist es immer noch genau der richtige Ort.

Außerdem sollte man eine Bootsfahrt auf Camden Canals auf keinen Fall verpassen – anscheinend ein echter Geheimtipp, den nichtmal mein Gastgeber, ein gebürtiger Londoner und seit über 40 Jahren in der Stadt zuhause, kannte. Man stelle sich eine Mischung aus der Hamburger Speicherstadt und Venedig vor, das kommt der Sache schon sehr nahe.

London Ausflugstipps 1 – Greenwich & Isle of Dogs

Nachdem ich nun mehrmals darum gebeten wurde, doch wieder mal etwas zu bloggen, beginne ich zum Aufwärmen mal mit einigen Ausflugstipps für Londonurlauber.

Im Januar lernte ich auf Gran Canaria eine lustige Gruppe Engländer kennen und verbrachte mit Ihnen eine unglaublich Nacht, die mein Leben veränderte. 9 Monate später ist das Ergebnis dieser Nacht nun endlich geboren bin ich mittlerweile 4x in diesem Jahr in London gewesen – und fühle mich dort schon wie zu Hause. Allen Londonbesuchern, die die Stadt abseits der ausgetreten Sightseeing-Pfade zwischen Buckingham Palace, Tower Bridge und Big Ben erkunden wollen, empfehle ich einen Ausflug nach Greenwich:

Greenwich liegt im Süd-Osten Londons, am anderen Ufer der Themse – und sobald man aus dem Tunnel, der unter dem Fluss hindurch führt, wieder das Tageslicht erblickt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. In Greenwich gibt es nicht nur malerische Gebäude, unzählige kleine Läden und Cafes und einen tollen Kunsthandwerkermarkt (in dem man übrigens auch mein Headerbild als Gemälde käuflich erwerben kann), sondern vor allem auch den riesigen Greenwich Park mit einem Hügel in der Mitte, auf dem das ehemalige Royal Greenwich Observatory, durch welches der Nullmeridian verläuft, zu besichtigen ist. Von hier hat man einen wunderbaren Blick über ganz London, insbesondere aber die Isle of Dogs mit den höchsten Gebäuden Großbritanniens sowie das restliche East End.

Man kommt zwar auch mit der U-Bahn nach Greenwich, aber noch toller ist es natürlich mit dem Boot: Vom Londoner Stadtzentrum aus geht man am Besten zum Westminster Millennium Pier, wo man eine der vielen Fähren flussabwärts (in östlicher Richtung) nehmen kann. Für die Rückfahrt ins Zentrum von London sollte man dann mit dem Docklands Light Railway (DLR) von der Station Cutty Sark oder Greenwich fahren. Die Bahn fährt direkt durch das moderne Geschäftszentrum mit seinen imposanten Wolkenkratzern. Hier sollte man nochmal an der Canary-Wharf-Station aussteigen, um die Glasfassaden zu bestaunen oder an einem der Docks am Wasser zu sitzen: am West India Quay gibt es zum Beispiel zahlreiche gute Restaurants, wo man besonders abends gut sitzen und die leuchtenden Glasfassaden bestaunen kann. Unter den Bürotürmen befinden sich zudem zahlreiche Einkaufspassagen, in die sich nur sehr selten ein Tourist verirrt.

Turboweekend / JSL – Something Or Nothing (Remix) / Raw Love 2009

Turboweekend sind eine dänische Indieband aus Kopenhagen und machen Musik, die in diesem Blog eher selten bis gar nicht auftaucht. 2000F & JKamata, von denen es ja auch schon ein phänomenales Release auf Hyperdub gab, morphen den Song Something or nothing in ihrem Remix allerdings in eine Richtung, die das Stück vollkommen auf den Kopf stellt: Aus einem schmissigen Stück Rockmusik zaubern Sie ein glitzerndes Electro-Funk-Juwel zum Engtanzen, das in meinen Jahrescharts mit Sicherheit ganz weit oben stehen wird!

Vor lauter Begeisterung hätte ich beinahe vergessen, dass sich auf der Platte noch ein zweites Stück befindet: JSL’s Raw Love 2009 ist ein schwerer R’n'B-Kracher mit quietschenden Synths, das mit Sicherheit allen Joker-Fans gefallen wird. Fällt im Vergleich zur grandiosen A-Seite aber leider dann noch ein wenig ab.

Phaeleh – Lounge [Surface Tension Recordings 003]

Der Name dieser EP von Phaeleh (was man übrigens wie “fella” ausspricht) ist Programm – und ich würde mich nicht wundern, wenn der Titeltrack Lounge auch tatsächlich bald auf diversen Hochglanz-Chillout-Compilations zu finden ist. Das Produktionsniveau des Stücks klingt wirklich beeindruckend – und wem die Originalversion dann doch zu glatt sein sollte, der kann auf den etwas jazzigeren Geiom-Remix ausweichen. Als Bonus gibt es noch ein Stück von Vaccine, einer weiblichen Dubstep-Produzentin, in einem Remix von Phaeleh, das sich nahtlos in diese wunderbare Mischung aus Electronica-Soundscape und schweren Drum & Bass- und Dubstep-Sounds einreiht.

Mount Kimbie – Sketch On Glass EP [Hot Flush 023]

Alle 4 Tracks auf dieser neuen EP von Mount Kimbie, von denen der längste gerade mal etwas über 4 Minuten lang ist, sind wahre Kleinode elektronischer Musik. Ein derartiges musikalisches Feuerwerk, wie Mount Kimbie es in dreieinhalb Minuten fabrizieren können, gelingt dem durchschnittlichen Techno- und Houseproduzenten in seiner gesamten Karriere nicht. Da treffen verträumteste Ambientpassagen auf frickelige Dubstep-Beats, und obendrauf wird noch ein zerhackte Ravevocals oder ein trauriger Vocoder gepackt – oder wie es die Jungs von Boomkat treffend formulieren: sounding like Fennesz meeting Blue Daisy at a windy beach!

Diese Mischung aus IDM und Dubstep lässt sogar Burial ziemlich blass aussehen. Erschienen ist diese wunderbare Platte auf Hotflush.