Where are we going to? (Ambient Mix)

2010 scheint das Jahr zu werden, in welchem der Ambient- und Downbeat-Sound der 90er-Jahre wieder ganz groß wird. Passend zum Revival hier ein kleiner Mix mit einigen Ambient-, IDM- und Tranceperlen, die ich in ähnlicher Form bereits als Teenager in meinem Schlafzimmer mit Hilfe von zwei CD-Playern ineinander gemixt habe:

Where are we going to? by beingboring

Mit dabei sind The Orb, Cosmic Baby, Future Sound of London und Speedy J.

iPad als Musikinstrument

Das neue iPad von Apple wird ja vor allem als Gadget zum Bücher- und Zeitunglesen angepriesen. Auch Worte wie Spielkonsole und mobiler HD-Player fallen häufig, wenn es um Einsatzmöglichkeiten des iPad geht. Darüber, dass das iPad einen Meilenstein der Musikhardware darstellt, habe ich dagegen (noch) nichts gelesen – bin mir aber sicher, dass das bald kommen wird.

Bereits auf dem iPhone gab es ja spannende neue Ansätze, was das elektronische Musizieren angeht. Und obwohl gerade der hervorragend zu bedienende Touchscreen ein ideales Interface zur Steuerung von Musiksoftware darstellt, scheiterten eigentlich sämtliche Musik-Apps an der geringen Größe des iPhone-Bildschirms. Und genau dieses Problem sehe ich nun durch das iPad gelöst: Der iPad Touchscreen sollte mit seiner Größe von 9,7 Zoll (25 Zentimeter) genügend Platz bieten, um bei einer DJ Software den Crossfader und diverse andere Regler komfortabel zu bedienen. Außerdem sehe ich das iPad bereits als stylische, digitale Tenori-on Variante vor meinem geistigen Auge. Und schließlich bietet das iPad optimale Vorrausetzungen für eine mobile (und vor allem bezahlbare) Umsetzung des famosen Reactable-Konzepts.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was uns an Musik-Apps für das iPad in die App-Stores dieser Welt geliefert wird.

Winter in Minden, Teil 2

Aktuelle Bilder vom zugefrorenen Mittellandkanal, der winterlichen Schachtschleuse und dem vereisten Hafen in Minden:

Glenn Underground – U-Topia-O-Disco [GDR 048]

Beim Stöbern auf Beatport entdeckt man manchmal wahre Schätze – genau wie damals im Plattenladen. Die U-Topia-O-Disco EP von House-Maestro Glenn Underground erschien bereits 1998 auf Guidance Records und vor allem die A-Seite Jaz Love #2 ist ein echter Groover: Leicht angeshuffelt hüpft ein Disco-Lick zwischen den bolzenden Bassdrums hin und her, obendrauf noch ein Frauenvocals das wenn ich es richtig verstehe “Here comes the love” singt und irgendwann kommt auch noch ein jazziges Xylophon hinzu. Einfach, aber effektiv!

Der B1-Track kann da nicht ganz mithalten, ist im Vergleich zur House-Durchschnittware aber immer noch ein Hit: Leav’en To-Day beruht ebenfalls auf einem zerhackten Disco-Sample inclusive Frauen-Gesang, sticht durch seinen eher gewöhnlichen House-Beat jedoch nicht so aus der Masse heraus wie die A-Seite Jaz Love #2. Das dritte Stück Jisco Jazz ist mir dann, wie der Name schon sagt, zu jazzig.

Sally Shapiro – Love In July (Official video)

Dass ich eine Schwäche für den klebrigen Zuckerpop des schwedischen Duos Sally Shapiro habe, ist ein offenes Geheimnis. Und wenn es dann auch noch ein offizielles Video zu Love in July – einem der besten Stücke ihres aktuellen Albums My Guilty Pleasure – gibt, dann muss das natürlich hier gepostet werden. Am besten an dem Lied gefallen mir übrigens die Background-Vocals, die doch sehr stark an die Stimme von Michael Cretu auf alten Sandra-Singles erinnern. Herzallerliebst.

Mr. Gasparov / Octa Push – 1975 [STEAK001]

Das Label heißt tatsächlich Steakhouse? Das Release habe ich bereits vor einer ganzen Weile runtergeladen, aber heute erst wiederentdeckt. Der Titeltrack von Mr Gasparov aus Lissabon sticht durch seine an Aphex Twin erinnernde Melodie hervor, der Hit der Platte ist jedoch Laika likes it von Octa Push: Der Track sampelt nämlich nicht nur Vocals von Beyoncé (allerdings will mir nicht einfallen, aus welchem Song die geklaut sind), sondern gefällt auch durch seine kickenderen UK-Garage-Beats und den fiesen Wobble-Bass. Der dritte Track – ebenfalls von Octa Push – war mir dann aber doch zu ravig und hat somit nicht den Weg auf meine Festplatte gefunden. Zwei Hits auf einer Platte sind aber auch schon mehr, als man sich häufig wünschen kann.

Space Dimension Controller – The Love Quadrant [KGO002]

Electro, Funk und Weltraum haben schon immer zusammengehört: The Love Quadrant ist somit auch einer dieser herrlich spacigen Tunes mit dicker 808-Bassdrum, flirrenden Funk-Melodien und Vocoder-Gesang. Erschreckend, dass sich hinter Space Dimension Controller ein erst 19-jähriger Produzent aus Irland verstecken soll. Die B-Seite Electropo-250 Kollision geht dann allerdings in eine ganz Richtung: Im Vergleich zum Titelsong eher unscheinbar und auch nicht so fett produziert, wurde das Stück auf jedem beliebigen IDM-Label nicht weiter auffallen. Erschienden ist die Platte auf einem Label namens Kinnego Records.

If This Is House I Want My Money Back [PERMVAC 046-2]

Eigentlich könnte ich an dieser Stelle auch einfach auf die Rezension von Resident Advisor hinweisen, denn diese bringt das Dilemma dieser Compilation auf Permanent Vacation ausnahmsweise mal auf den Punkt:

Die CD beginnt mit dem wunderbaren Mabonda von Roots Unit, ein langsam vor sich hin groovendes, und trotzdem sehr percussionreiches Stück, das näher an Italo-Disco als an Chicago-House liegt. Noch besser ist das ebenfalls sehr discoide McLovin vom 6th Borough Project, das schon bedeutend zwingender im Groove ist und mit seinem 70er-Jahre-Sample (“I wanna love you”) schon für erste Freudenschreie auf dem Dancefloor sorgen kann. Ginge es so weiter, hätten wir mit If This Is House I Want My Money Back mit Sicherheit die Compilation des Jahres vorliegen – doch leider wird die sensationelle Qualität der ersten beiden Stücke nicht eingehalten. Einzig I am loved von Walter Jones weiß noch zu gefallen – der Rest des Album ist mir dann jedoch viel zu daddelig.

Doch zum Glück muss man im Zeitalter von MP3-Shop ja nicht mehr das komplette Album kaufen, sondern kann sich die Perlen dieser Compilation rauspicken – und die sind allemal ihr Geld wert!

Reagenz – Playtime [WORKSHOP 09.3]

Playtime von Reagenz (David Moufang (aka Move D) und Jonah Sharp) ist die erste Album- und CD-Veröffentlichung des Heidelberger Labels Workshop und endlich mal wieder ein Album, das mich von vorn bis hinten in Verzückung versetzt. Lieblingslied auf Playtime ist der Opener “Dinner with Q”: Erwartete ich nach den ersten Takten noch den unzähligsten Clicks’n'Cuts-Track, setzt bereits nach ca. 20 Sekunden eine luftig-lockere Gitarre an und das Stück entpuppt sich als eine fast 14-minütige balearische Schunkelspaceoper, die mir in diesem Rekordwinter erste Frühlingsgefühlte bereitet.

Auf mich wirkt Playtime ein wenig nostalgisch, erinnert es mich doch an die goldenen 90er-Jahre, als Techno und akustische Musik erste, zarte Annäherungsversuche wagten, und sich – besonders auf deutschen Labels wie Ladomat, Kompakt oder Karaoke Kalk – ein feiner, spielerischer Popschleier über die bis dato so strenge elektronische Musik legte. Dieser Nostalgieeffekt kommt aber vermutlich nicht von ungefähr, denn bereits vor 15 Jahren haben David Moufang und Jonah Sharp unter dem Namen Reagenz ein Album veröffentlicht, und der Titel DJ Friendly stammt ebenfalls bereits aus dem Jahr 1994 und wurde für Playtime noch einmal geremixt.

HIV-infiziertes Paar bei Big Brother

Ich weiß gar nicht, über was ich mehr kotzen soll: Die strunzdummen Kommentare der Bildleser, die tatsächlich immer noch glauben, dass man sich durch bloßes Händeschütteln mit AIDS infizieren kann, oder die Aussagen der beiden Kandidaten selbst:

Werden die beiden auch Sex haben vor der Kamera?

Carlos: „Ja, warum denn nicht? 148 Tage sind schließlich eine zu lange Zeit, um sie sexlos zu verbringen.“

Der fernsehenden Unterschicht werden somit mal wieder sämtliche Schwulenclichés auf einem Haufen serviert: Schwule sind schrille Freaks, ficken den ganzen Tag und haben AIDS.

Und das im Jahre 2010…. Glückwunsch.

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