Reisetagebuch: Tag 12-14 (Dubai)

Am 12. Tag unserer Reise hieß es, von Thailand Abschied zu nehmen. Morgens um 4 Uhr holte uns ein Fahrer in unserem Hotel in Cha-am ab, um uns zurück zum Suvarnabhumi Airport in Bangkok zu chauffieren. Auf der Fahrt durch das nächtliche Thailand bestätigte sich ein Eindruck, der sich mir bereits während unseres Aufenthalts in Bangkok aufgezwängt hatte: Nachts gefällt mir Thailand weitaus besser als am Tag. Funkelnde Lichter, eine angenehme Wärme (auch nachts liegen die Temperaturen noch bei knapp 30 Grad!) und eine relaxte Atmosphäre auf den Straßen – sogar bei Nacht sind die zahlreichen Garküchen am Straßenrand noch gut besucht.

Der 6-stündige Flug von Bangkok nach Dubai verlief ereignislos, doch leider flogen wir dieses Mal nicht in einem Airbus A380. Immerhin hatte ich endlich einen Fensterplatz ergattert, so dass ich die meiste Zeit aus dem Fenster schaute und thailändische Wälder, indische Seenplatten und arabische Wüsten von oben bestaunen konnte. Das eigentliche Reisen in Flugzeugen, das Warten an Flughäfen und Taxifahrten durch fremde Städte sind für uns sowieso immer die Highlights jeder Reise und der Hauptgrund, wieso wir überhaupt einen Urlaub buchen.

Die Einreise nach Dubai klappt dieses Mal auch ohne Probleme. Am Ausgang wartete schon unser Fahrer, der uns zum Hotel Majestic Tower, ein Stadthotel im alten Kern von Dubai brachte. Von unserem Zimmer im 18. Stock hatten wir eine famose Aussicht über die Stadt, inklusive den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt. Wer dachte, dass es in Thailand schn heiß war, der wurde in Dubai nochmal eines besseren belehrt: 40 Grad zeigte das Thermometer auch noch Mitte Oktober. Bei diesen Temperaturen geht niemand freiwillig nach draußen. Nachdem wir nachmittags die nähere Umgebung des Hotels erkundet und uns in einem Supermarkt mit Getränken eingedeckt hatten (neben Eistee und Limonaten musste ich auch Aloe-Vera- und Cactus-Drinks mit ganzen Stücken probieren), trauten wir uns erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder aus dem Haus. Doch auch nachts – Ihr ahnt es schon – immer noch weit über 30 Grad. Wir schlenderten zum Dubai Creek hinunter und beobachteten das Treiben am Ufer. Zurück im Hotel konnte ich dann auch endlich den Pool auf dem Dach nutzen, ohne Gefahr zu laufen, bei lebendigem Leibe von der Sonne geröstet zu werden. Ein unvergessliches Erlebnis, vom Pool über die Lichter von Dubai zu blicken und den, auf dem nicht weit entfernten Flughafen, startenden Flugzeugen hinterher zu schauen.

An unserem zweiten Tag in Dubai schlief ich nach einem hervorragenden indischen(!) Frühstück wieder ein und erwachte erst gegen Mittag. 48 Stunden in Dubai und davon die Hälfte verschlafen – ich kam mir lange nicht so lässig und cool vor. Was tun, wenn man nur noch einen halben Tag Zeit hat, um Dubai zu entdecken? Wir fuhren mit dem Taxi zur Dubai Mall, dem zweitgrößten Einkaufszentrum des Emirats und direkt neben dem Burj Khalifa gelegen. Da eine Mall in Dubai ungefähr so groß ist, wie eine deutsche Kleinstadt, kann man hier getrost einen kompletten Tag verbringen (allerdings sind öffentliche Gebäude in Dubai dermaßen klimatisiert, dass man ab und zu zum Aufwärmen wieder nach draußen gehen muss).

Draußen vor der Dubai Mall, am Fuße des Burj Khalifa, kann man beim Aufwärmen übrigens alle 30 Minuten das Wasserballet der Dubai Fountain – natürlich die größte Fontäne der Welt – beobachten (leider war nach 1,5 Minuten mein Akku leer – der Foto-Gott stand in diesem Urlaub eindeutig mit mir auf dem Kriegsfuß). Den restlichen Abend verbrachte ich untermalt von Chill-Out-Musik dann wieder am Pool auf dem Hoteldach, bevor wir am nächsten Tag den Rückflug nach Deutschland antreten mussten. Der nächste Dubai-Urlaub wird aber auf jeden Fall gebucht – und dann länger als nur 2 Nächte.

Reisetagebuch: Tag 6-12 (Cha-am)

Um dieses Reisetagebuch doch noch irgendwie zu vollenden, fasse ich mich von nun an kurz: Am 6. Tag unserer Reise begann der zweite Abschnitt unserer Urlaubsreise. Bevor wir gegen Mittag wurden von unserem Chauffeur abgeholt wurden, erkundete ich jedoch noch einmal die nähere Umgebung des Hotels. Überraschung: Sonntags ist es in Bangkok tatsächlich bedeutend ruhiger als an den restlichen Wochentagen. Die meisten Garküchen haben einen Ruhetag eingelegt und der Straßenverkehr ist merklich dünner. Man kann sogar ganz lässig die Straße überqueren.

Der Transfer in das südlich von Bangkok gelegene Cha-am erfolgte in einem klimatisiertem Kleinbus, in dem wir mal wieder die einzigen Gäste waren. Begleitet wurden wir lediglich von einer thailändischen Reiseführerin. So konnten wir aus unserer kleinen, sicheren, klimatisierten Touristenblase einen ersten, vorsichtigen Blick auf das Thailand außerhalb der Stadtgrenzen Bangkoks wagen. Die 2,5-stündige Fahrt Richtung Süden verlief fast durchgehend auf einer gut ausgebauten, 4-spurigen Autobahn. Wäre der Seitenstreifen nicht mit unzähligen Essensständen und Garküchen übersät gewesen, hätte man sich fast wie auf der A2 zwischen Lauenau und Bad Nenndorf gefühlt. Und auch Pick-ups mit Menschen oder Kühen(!) auf der Ladefläche sieht man auf deutschen Autobahnen eher selten. Das letzte Teilstück war dann noch von heftigen Regenfällen überflutet, doch unser Fahrer steuerte ohne mit der Wimper zu zucken durch das knietiefe Wasser – alles ganz normal, es war ja schließlich noch Regenzeit in Thailand!

Die Tage in Cha-am verbrachten wir zum größten Teil am Pool unseres Hotels, dem Holiday Inn Regent Cha-am, unterbrochen nur von kleinen Strandspaziergängen oder einem Bummel durch das nahegelegene Dorf. Hier hatten sich einige Einheimische mit kleinen Restaurants, Souvenirläden oder Massage-Ständen angesiedelt. Ein Angebot, das von den Hotelgästen nicht zuletzt aufgrund der deutlich günstigeren Preise dankend angenommen wurde. Die Deutschen sparen halt gern – und wer kann schon widerstehen, wenn man für zwei Portionen Chicken Curry inklusive Getränke fast soviel zahlt, wie für ein einziges Getränk in Deutschland. Besondere Pool-Erfahrung: Bei Regen einfach liegen bleiben – bei fast 40 Grad ist man über jeder Art von Erfrischung dankbar. Das war übrigens auch der erste Strandurlaub, in dem wir über jede einzelne Wolke dankbar waren, denn sobald der Himmel aufklarte, hielt man es vor Hitze nicht mehr aus. Das Hotelzimmer hatten wir deshalb auf angenehme 17 Grad abgekühlt. Nur nachts schalteten wir die Klimaanlage aus.

Bereits bei unserem ersten Rundgang durch das Dorf freundeten wir uns mit Golden, einem pakistanischen Schneider an, der hier gemeinsam mit seiner thailändischen Frau ein Schneidergeschäft namens Golden Boutique und ein kleines indisches Restaurant betreibt.  Bei Golden erwarb ich nicht nur maßgeschneiderte Hemden für 20 Euro/Stück, sondern verbrachte auch so manchen Nachmittag bei einer Tasse Kaffee auf den Stufen vor seinem Laden oder bei einer frisch geschälten Papaya in seinem kleinen Garten hinter dem Haus. Zu meinem Geburtstag bekam ich ein ganz besonderes Geschenk: Auf seinem  Motorroller nahm mich Golden mit auf eine Tour in die thailändischen Berge. Ein absolutes Highlight des gesamten Urlaubs – bei dem ich meine Kamera allerdings im Hotel vergessen hatte.