Musikalischer Jahresrückblick 2011

Dass ich nur noch flüchtig Musik höre, erkennt man seit Jahren schon an diesem Blog: Postete ich vor 10 Jahren noch täglich Links zu den neuesten Netlabel-Releases, die ich mir tatsächlich auch alle anhörte, besteht mein Musik-Konsum heutzutage fast nur darin, mich 1-2 Mal pro Monat ohne viel Federlesens durch die Boomkat-Bestseller zu klicken. Dabei entdeckt man zwar durchaus viel Interessantes – der Drang, dafür Geld auszugeben um dieses zum wiederholten Male in besserer Qualität hören zu kennen, ist jedoch gleich Null. Zum einen hat man alles, was 2011 veröffentlicht wurde, in den letzten 20 Jahren schon irgendwo anders gehört, zum anderen liegt mein Focus mittlerweile auf völlig anderen Dingen als (elektronischer) Musik…

Dass ich im Techno- und House-Bereich nicht mehr auf dem Laufenden bin, hat mir erst vor wenigen Tagen die Lektüre der DJ-Jahrescharts in der aktuellen Groove-Ausgabe gezeigt: Hier kannte ich sage und schreibe einen einzigen Track (Genius Of Time – Houston We Have A Problem, den ich sogar selbst in einem meiner wenigen DJ-Mixes verwendet hatte). Ähnlich ging es mir mit den Jahrescharts auf Resident Advisor. Kann aber auch daran liegen, dass ich nur alle 10 Jahre mal einen Technoclub von Innen sehe und mit hedonistischer Club-Kultur rein gar nichts am Hut habe. Tatsächlich geht es mir ähnlich wie den streitbaren Kollegen drüben bei MNML SSGS: Meine Aufmerksamkeit hat in diesem Jahr weniger auf der geraden Bassdrum, sondern mehr auf Electronica und Bassmusik gelegen.

Das herausragende Album war für mich allerdings eine Pop-Platte: Destroyers “Kaputt” habe ich einige Wochen lang im Auto rauf und runter gehört, bis es von The Weeknds “House of Ballons” abgelöst wurde. Ein echter Ohrwurm waren auch Jessica 6s “White Horse” und “Prisoner of Love” – doch der Rest des Albums “See the Light” fiel dagegen leider stark ab.

Und im elektronischen Bereich? Da ich diesen Beitrag auf dem Wohnzimmerfußboden ohne Zugriff auf meine iTunes-Bibliothek schreibe, muss ich ein wenig in meinem Gedächtnis kramen: Das Album von Robag Wruhme enthielt drei oder vier Tracks, die mir sehr gut gefielen. Macht das schon ein gutes Album? Das ebenfalls auf Pampa erschienene Album von Ada klang zwar vielversprechend, brachte am Ende aber nur zwei wirklich gute Tracks mit (von denen “Happy Birthday” in meinen Jahrescharts allerdings ganz oben stehen würde, wenn ich denn welche aufstellen würde – Monster!). Das einzige Techno-Album, das ich tatsächlich mehrere Male von vorn bis hinten durchgehört habe, war überraschenderweise Cosmin TRGs “Simulat”: Hier gefiel mir der rohe, stumpfe Sound und besonders das Fehlen nostalgischer Referenzen (scheiß auf Retro). Hier konnte höchstens noch “Mod” von Jonnsson/Alter mithalten.

In der Kategorie Bassmusik (oder Post-Dubstep) gefiel mir das Kuedo-Album, dessen Name mir gerade nicht in den Sinn kommt, sehr gut., auch wenn die Tracks insgesamt doch sehr ähnlich klangen. Positiv ausgedrückt nennt man soetwas vermutlich eine homogene Platte. Das Highlight in dieser Kategorie war für mich ein Album, dass ich leider in keiner Jahresbestenliste gefunden habe, und zwar Hyetals “Broadcast” auf Black Acre: Die Kombination aus Synthwave- und Prince(!)-Einflüssen hat es mir bei diesem Werk besonders angetan. Vielleicht das beste Album des Jahres.

Kurz vor Jahresfrist entdeckte ich auf Boomkat dann noch die Releases von Vatican Shadow: Ein Muss für all diejenigen, denen die besten Aphex-Twin-Stücke schon viel zu lange her sind.

Das waren also die Platten, die mir aus dem Stehgreif eingefallen sind. Vermutlich gab es noch einige weitere Alben, die ich mir im vergangenen Jahr angehört habe – doch wenn sie mir jetzt nicht einfallen, können sie auch nicht sooo wichtig gewesen sein….

Istanbul Sights & Sounds 2

Ich gestehe, dass mein filmisches Schaffen noch verbesserungswürdig ist: Weitere Eindrücke von meiner 5-tägigen Städtereise nach Istanbul. Beim nächsten Mal dann bitte im Sommer. Ich liebe diese Kombination aus Städte und Meer.

Istanbul Sights & Sounds

Eindrücke von meinem Aufenthalt in Istanbul.

Kurzurlaub in Istanbul

Nachdem das Jahr 2011 von Umzugsstress, Renovierungsarbeiten und viel Arbeit geprägt war, habe ich mir kurz vor Weihnachten noch eine spontane Kulturreise nach Istanbul gegönnt. Als wahrer Glückgriff erwies sich das Hotel Antik, welches sich im historischen Stadtteil Sultanahmet – auch bekannt als Byzanz oder Konstantinopel – befindet. Die bekannten Sehenswürdigkeiten wie die Blaue Moschee und der Große Basar konnten bequem zu Fuß erreicht werden. Erfreulich war zudem die erstaunlich geringe Zahl an Touristen, denen man in der Stadt begegnet ist.

Istanbul Sultanahmet

Istanbul Sultanahmet

In Sultanahmet befinden sich die größten und schönsten Moscheen von Istanbul – entsprechend brennt 5x täglich die Luft, wenn der Muezzin zum Gebet ruft. Wirklich ein einmaliges akustisches Schauspiel, das sich tatsächlich zu einem echten Ohrwurm entwickeln kann.

Blaue Moschee

Die imposanteste Moschee in Istanbul ist die Sultan-Ahmed-Moschee mit ihren sechs Minaretten. Die mit blauen Fliesen geschmückte Kuppel gibt dem Gebäude den Beinamen “Blaue Moschee”. Ich habe mir sogar brav die Füße gewaschen, um das Gebäude auch von Innen bewundern zu dürfen.

Galata-Turm

Galata-Turm

Meine bereits in Paris, London, Bangkok und Dubai erprobte Praxis, die Metropolen dieser Welt zu Fuß zu erkunden, hat sich auch in Istanbul bewährt: Nachdem ich am ersten Tag den Stadtteil Sultanahmet erobert hatte, ging es am zweiten Tag zu Fuß über die Galata-Brücke, welche das Goldene Horn überquert, nach Beyoglu, das Zentrum des westlich geprägten Istanbuls (auf Grund der hoffnungslos verstopften Straßen kann man sich Taxifahrten sowieso abschminken). Vom Galata-Turm hat man zwar einen grandiosen Ausblick über Istanbul und den Bosporus, ansonsten findet man in Beyoglu vor allem europäisch aussehende junge Türken, Starbucks und H&M. Nach einer Wanderung bis zum Taksim-Platz im strömenden ging es daher schnell wieder zurück auf das Südüfer des Goldenen Horns, um im traditionellen Istanbul wieder den Hauch des Orients zu atmen.

Goldenes Horn & Bosporus

Goldenes Horn & Bosporus

In Erinnerung bleiben neben den unzähligen Moscheen und den Rufen des Muezzins vor allem die Heerscharen an gutaussehnden Männern, von denen Istanbul bevölkert wird.