Einige Fotos, die ich auf dem Sade-Konzert am 3. April 2011 in Hamburg gemacht habe. Nun weiß ich: Plätze in der ersten (ok, dritten) Reihe machen mich fertig. Zumindest ist es ein himmelweiter Unterschied, ob ich die Show von der Tribüne unter dem Stadiondach verfolge, oder Sade direkt ins Gesicht schauen und auch das restliche Geschehen auf, neben und vor der Bühne aus nächster Nähe verfolgen kann: Dass Sade neben dem Schlagzeug eine Wasserflasche versteckt hat, aus der sie zwischen den Liedern einen Schluck trinkt. Dass Sade unter dem silbernen Abendkleid noch ein rosa Top trägt. Dass Sade barfuß über die Bühne tänzelt. Für alle, die noch mehr intime Details über die Sade-Tour 2011 erfahren möchten: Einige Mitglieder der Band bloggen und twittern auf www.superbientotal.com über die Tournee .
Nun muss ich zugeben, dass ich mich bis vorgestern nicht unbedingt als Sade-Fan bezeichnet hätte. Allerdings fand ich das Sade-Album Love Deluxe sehr beeindruckend, seit ich es im CD-Regal meiner besseren Hälfte gefunden hatte. Für ihn habe ich dann auch die Tickets für das Sade-Konzert in Hamburg gekauft.
Sade live war dann aber auch ein Ereignis: Die Bühnenshow ist schlicht, aber elegant. Die Musik steht im Mittelpunkt. Beim ersten Song, Soldier of Love, fahren die Musiker aus dem Bühnenboden empor und stehen mit militärischer Strenge nebeneinander aufgereiht hinter ihren Instrumenten – eine schöne Referenz an Kraftwerks Roboter. Zum ersten Mal gehen mir auch zwei Tage nach einem Konzert die Lieder noch immer nicht aus dem Kopf. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass Sade und ihre Band etwas häufiger auf’s Tempo gedrückt hätten – das steht ihnen nämlich außerordentlich gut. Der Eröffnungssong Soldier of Love brachte die Halle schon gut zum Beben. Bei einem Song (leider habe ich vergessen, welcher) im Mittelteil der Show wummerte dann eine verzerrte Bassdrum, die auch das Berghain zum Einsturz gebracht hätte, und die Menge stand Kopf – leider dauerte dieser Moment nur wenige Takte.
Trotzdem ein fantastisches Konzert mit einer unglaublichen Sängerin. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich unbedingt noch ein Ticket besorgen. Die Sade-Tour 2011 hält in den nächsten Wochen noch in Stuttgart, Frankfurt, Berlin, München , Köln und einigen anderen europäischen Metropolen, bevor der Rest der Tour in den USA fortgesetzt wird.
Im Laufe der letzten Tage hatte ich endlich wieder Zeit, einen neuen DJ Mix zu produzieren. Der Mix besteht größtensteils aus aktuellen House Tracks, die ich mir erst in den vergangenen Wochen zugelegt habe. Es dominieren darke, melodiöse Tracks mit mächtigen Basslines, die eine magnetische Anziehungskraft auf mich ausüben – daher stammt auch der Titel des Mixes: Bass is magnetic.
01. Instra:Mental: Let’s talk [Naked Lunch]
02. Sasse – Hot for you [Poker Flat]
03. Massimilano Pagliara – Keep on dreaming (Mark E’s Main Mix) [Needwant]
04. The Revenge – Elements of Fife (Tone Mix) [Poker Flat]
05. Drivetrain – Lift me high [Soiree]
06. Gregorythme – Lion Dreams [Cityfox]
07. Rocha – Feel the love [International Feel]
08. Genius Of Time – Houston, we have a problem [Clone Royal Oak]
09. Red Rack’Em – Pressure [Home Taping Is Killing Music]
10. Will Saul & Tam Cooper – Hi-lo [Simple]
11. Discreet Unit – Shake your body down [Prime Numbers]
12. White Lions – DePalma [My Favorite Robot]
13. Kaine & Kathy Diamond – Love saves the day (Soulclap Remix) [Needwant]
14. Zev. feat. Greg Paulus – We all [Studio !K7]
15. Patrice Scott – Inside my mind [Sistrum]
Gestern bin ich gleich über zwei R’n'B und Soul-Alben gestolpert, die von ihren Erschaffern kostenlos zum Download ins Netz gestellt wurden. Das erste stammt von einem mysteriösen Künstler, der sich The Weeknd (unter dem Link gibt’s auch das Album-zip) nennt. Sein Album “House of Balloons” kreuzt Aaliyah mit Beach House und Burial und man kann schon jetzt davon ausgehen, dass diese Style in nicht allzu ferner Zukunft der heiße Scheiß sein wird. Kurz zusammengefasst: Next-Level-R’n’B.
Etwas traditioneller geht es bei Frank Ocean zu. Der hat schon Songs für Brandy und Justin Bieber geschrieben und das hört man seiner Musik auch an – was in diesem Fall jedoch durchaus als Kompliment gemeint ist. Nostalgia, Ultra – so der Titel des Albums – ist fett produziert und klingt so, wie man sich die letzte Kanye West-Platte gewünscht hätte. Vom Mainstream-Soul unterscheiden ihn (noch) Radiohead-Samples und ein Coldplay-Cover. Nach jeder Menge Frust mit seinem Label Def Jam hat Frank Ocean sein Album nun als kostenlosen Download ins Internet gestellt.
Ich war nie ein großer Fan von Markus Guentner oder der Pop-Ambient-Serie. Doch dieses Release von seinem neuen Projekt Stareaway (gemeinsam mit dem Sänger Heiko Badje von der Band La Grande Illusion) läuft hier nun schon seit Tagen auf Heavy Rotation. Es ist beeindruckend, wie der Titeltrack es schafft, ohne einen einzigen Beat derartige Zuckungen auszulösen, dass man sich auf der Stelle in esotherischem Ausdruckstanz versuchen möchte. Das hat auch Osunlade erkannt, der mit seinem Yoruba Soul Suite Remix gar nicht erst versucht, das Original zu toppen, sondern lediglich mit einigen wenigen, gut akzentuierten Percussion-Elenten das atmosphärische Pulsieren dieses Monstertracks untermalt. Eine durchgehende Bassdrum ist auch hier Fehlanzeige. Somit gebührt “Learn how to love me” die Ehre, einer der wenigen Clubtracks ohne Beat zu sein!
Die anderen beiden Songs der EP sind kristallklare Ambient-Pop-Songs mit einem gewissen Balearen-Flair. Herrlich altmodisch irgendwie, aber eine Platte, die die Zeit stehen lässt!
“Kaputt”, das Album von Destroyer, ist bereits im Januar erschienen und trotzdem schon ein heißer Kandidat auf die Platte des Jahres”. Zuvor gab es schon neun Platten von Destroyer aka Dan Bejar, für mich ist “Kaputt” allerding die Erste – Indie-Rock ist halt nicht meine Baustelle.
Gott sei Dank hat Kaputt aber ich nicht im Geringsten mit Indie zu tun. Das Album ist reine Pop-Eleganz im Geiste von Prefab Sprout oder Roxy Music. Zarte, aber treibende Gitarren, halten sich dezent im Hintergrund. Wie UFOs schweben dagegen Saxophone, Trompeten und teilweise sogar Panflöten (glaube ich) über den Stücken und macht möchte ihnen nur noch zuwinken und ‘Nimm mich mit!’ zurufen. Zusammengehalten wird die Musik, die sich haarsträubend nahe am Kitsch-Abgrund entlang bewegt, von sanfter Elektronik, wie man sie aus den schönsten Momenten der Pet Shop Boys kennt.
Und dann ist da noch Dan Bejars Stimme: Dachte ich beim ersten Hören noch an einen zwielichten Psychopaten, der mit seinem säuselndem Organ Kinder in sein Auto lockt, erinnert mich seine Stimme in gewissen Momenten auf obskure Weise an den nasalen Gesang von Neil Tennant (schon wieder Pet Shop Boys).
Unbedingt erwähnen muss ich noch, dass Destroyer’s Kaputt nicht einen einzigen Ausfall enthält. Neun Hits auf einem Album – wann hat man das zuletzt erlebt?!?
Heute möchte ich mal wieder den Versuch wagen, mein im Koma liegendes Blog zu neuem Leben zu erwecken. Die Compilation Virgo Four – “Resurrection” auf dem niederländischen Trüffel-Label Rush Hour bietet dazu einen willkommenen Anlass.
Genau wie Detroit Techno ist Chicago House eine Musikrichtung, mit der ich nie so richtig warm geworden bin. Zu pappig waren mir immer die Bassdrums, zu scheppernd die Snares und zu qietschig die Synths – und das schreibt einer, der sonst keiner Lofi-Eskapade abgeneigt ist und dem elitäre Diskussionen über Soundqualität (Vinyl vs. MP3, 198 kbit/s vs. 320 kbit/s) quer am Arsch vorbei gehen. Umso begeisterter bin ich von Resurrection, einer Sammlung von unveröffentlichten Tracks des Chicagoer Duos Virgo Four, die allesamt zwischen den Jahren 1984 und 1990 aufgenommen wurden.
Alle 16 Stücke des Album (auf der üppigen 5LP-Variante sind es sogar 30 Stücke) bleiben angenehm unauffällig unter dem Radar. Ansteller nervenaufreibender Jacktracks und schwülstiger (Italo-) Disco-Versuche gibt es gefühlvolle, meist instrumentale Miniaturtracks, die trotzdem Songcharakter aufweisen. Nicht auszumalen, wenn diese Klassiker für immer in der Versenkung verschwunden wären. Nun sorgen Virgo Four im Jahr 2011 dafür, dass die Geschichte von Chicago House fast 30 Jahre nach ihrer Entstehung noch einmal umgeschrieben werden muss.
Am 12. Tag unserer Reise hieß es, von Thailand Abschied zu nehmen. Morgens um 4 Uhr holte uns ein Fahrer in unserem Hotel in Cha-am ab, um uns zurück zum Suvarnabhumi Airport in Bangkok zu chauffieren. Auf der Fahrt durch das nächtliche Thailand bestätigte sich ein Eindruck, der sich mir bereits während unseres Aufenthalts in Bangkok aufgezwängt hatte: Nachts gefällt mir Thailand weitaus besser als am Tag. Funkelnde Lichter, eine angenehme Wärme (auch nachts liegen die Temperaturen noch bei knapp 30 Grad!) und eine relaxte Atmosphäre auf den Straßen – sogar bei Nacht sind die zahlreichen Garküchen am Straßenrand noch gut besucht.
Der 6-stündige Flug von Bangkok nach Dubai verlief ereignislos, doch leider flogen wir dieses Mal nicht in einem Airbus A380. Immerhin hatte ich endlich einen Fensterplatz ergattert, so dass ich die meiste Zeit aus dem Fenster schaute und thailändische Wälder, indische Seenplatten und arabische Wüsten von oben bestaunen konnte. Das eigentliche Reisen in Flugzeugen, das Warten an Flughäfen und Taxifahrten durch fremde Städte sind für uns sowieso immer die Highlights jeder Reise und der Hauptgrund, wieso wir überhaupt einen Urlaub buchen.
Die Einreise nach Dubai klappt dieses Mal auch ohne Probleme. Am Ausgang wartete schon unser Fahrer, der uns zum Hotel Majestic Tower, ein Stadthotel im alten Kern von Dubai brachte. Von unserem Zimmer im 18. Stock hatten wir eine famose Aussicht über die Stadt, inklusive den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt. Wer dachte, dass es in Thailand schn heiß war, der wurde in Dubai nochmal eines besseren belehrt: 40 Grad zeigte das Thermometer auch noch Mitte Oktober. Bei diesen Temperaturen geht niemand freiwillig nach draußen. Nachdem wir nachmittags die nähere Umgebung des Hotels erkundet und uns in einem Supermarkt mit Getränken eingedeckt hatten (neben Eistee und Limonaten musste ich auch Aloe-Vera- und Cactus-Drinks mit ganzen Stücken probieren), trauten wir uns erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder aus dem Haus. Doch auch nachts – Ihr ahnt es schon – immer noch weit über 30 Grad. Wir schlenderten zum Dubai Creek hinunter und beobachteten das Treiben am Ufer. Zurück im Hotel konnte ich dann auch endlich den Pool auf dem Dach nutzen, ohne Gefahr zu laufen, bei lebendigem Leibe von der Sonne geröstet zu werden. Ein unvergessliches Erlebnis, vom Pool über die Lichter von Dubai zu blicken und den, auf dem nicht weit entfernten Flughafen, startenden Flugzeugen hinterher zu schauen.
An unserem zweiten Tag in Dubai schlief ich nach einem hervorragenden indischen(!) Frühstück wieder ein und erwachte erst gegen Mittag. 48 Stunden in Dubai und davon die Hälfte verschlafen – ich kam mir lange nicht so lässig und cool vor. Was tun, wenn man nur noch einen halben Tag Zeit hat, um Dubai zu entdecken? Wir fuhren mit dem Taxi zur Dubai Mall, dem zweitgrößten Einkaufszentrum des Emirats und direkt neben dem Burj Khalifa gelegen. Da eine Mall in Dubai ungefähr so groß ist, wie eine deutsche Kleinstadt, kann man hier getrost einen kompletten Tag verbringen (allerdings sind öffentliche Gebäude in Dubai dermaßen klimatisiert, dass man ab und zu zum Aufwärmen wieder nach draußen gehen muss).
Draußen vor der Dubai Mall, am Fuße des Burj Khalifa, kann man beim Aufwärmen übrigens alle 30 Minuten das Wasserballet der Dubai Fountain – natürlich die größte Fontäne der Welt – beobachten (leider war nach 1,5 Minuten mein Akku leer – der Foto-Gott stand in diesem Urlaub eindeutig mit mir auf dem Kriegsfuß). Den restlichen Abend verbrachte ich untermalt von Chill-Out-Musik dann wieder am Pool auf dem Hoteldach, bevor wir am nächsten Tag den Rückflug nach Deutschland antreten mussten. Der nächste Dubai-Urlaub wird aber auf jeden Fall gebucht – und dann länger als nur 2 Nächte.
Um dieses Reisetagebuch doch noch irgendwie zu vollenden, fasse ich mich von nun an kurz: Am 6. Tag unserer Reise begann der zweite Abschnitt unserer Urlaubsreise. Bevor wir gegen Mittag wurden von unserem Chauffeur abgeholt wurden, erkundete ich jedoch noch einmal die nähere Umgebung des Hotels. Überraschung: Sonntags ist es in Bangkok tatsächlich bedeutend ruhiger als an den restlichen Wochentagen. Die meisten Garküchen haben einen Ruhetag eingelegt und der Straßenverkehr ist merklich dünner. Man kann sogar ganz lässig die Straße überqueren.
Der Transfer in das südlich von Bangkok gelegene Cha-am erfolgte in einem klimatisiertem Kleinbus, in dem wir mal wieder die einzigen Gäste waren. Begleitet wurden wir lediglich von einer thailändischen Reiseführerin. So konnten wir aus unserer kleinen, sicheren, klimatisierten Touristenblase einen ersten, vorsichtigen Blick auf das Thailand außerhalb der Stadtgrenzen Bangkoks wagen. Die 2,5-stündige Fahrt Richtung Süden verlief fast durchgehend auf einer gut ausgebauten, 4-spurigen Autobahn. Wäre der Seitenstreifen nicht mit unzähligen Essensständen und Garküchen übersät gewesen, hätte man sich fast wie auf der A2 zwischen Lauenau und Bad Nenndorf gefühlt. Und auch Pick-ups mit Menschen oder Kühen(!) auf der Ladefläche sieht man auf deutschen Autobahnen eher selten. Das letzte Teilstück war dann noch von heftigen Regenfällen überflutet, doch unser Fahrer steuerte ohne mit der Wimper zu zucken durch das knietiefe Wasser – alles ganz normal, es war ja schließlich noch Regenzeit in Thailand!
Die Tage in Cha-am verbrachten wir zum größten Teil am Pool unseres Hotels, dem Holiday Inn Regent Cha-am, unterbrochen nur von kleinen Strandspaziergängen oder einem Bummel durch das nahegelegene Dorf. Hier hatten sich einige Einheimische mit kleinen Restaurants, Souvenirläden oder Massage-Ständen angesiedelt. Ein Angebot, das von den Hotelgästen nicht zuletzt aufgrund der deutlich günstigeren Preise dankend angenommen wurde. Die Deutschen sparen halt gern – und wer kann schon widerstehen, wenn man für zwei Portionen Chicken Curry inklusive Getränke fast soviel zahlt, wie für ein einziges Getränk in Deutschland. Besondere Pool-Erfahrung: Bei Regen einfach liegen bleiben – bei fast 40 Grad ist man über jeder Art von Erfrischung dankbar. Das war übrigens auch der erste Strandurlaub, in dem wir über jede einzelne Wolke dankbar waren, denn sobald der Himmel aufklarte, hielt man es vor Hitze nicht mehr aus. Das Hotelzimmer hatten wir deshalb auf angenehme 17 Grad abgekühlt. Nur nachts schalteten wir die Klimaanlage aus.
Bereits bei unserem ersten Rundgang durch das Dorf freundeten wir uns mit Golden, einem pakistanischen Schneider an, der hier gemeinsam mit seiner thailändischen Frau ein Schneidergeschäft namens Golden Boutique und ein kleines indisches Restaurant betreibt. Bei Golden erwarb ich nicht nur maßgeschneiderte Hemden für 20 Euro/Stück, sondern verbrachte auch so manchen Nachmittag bei einer Tasse Kaffee auf den Stufen vor seinem Laden oder bei einer frisch geschälten Papaya in seinem kleinen Garten hinter dem Haus. Zu meinem Geburtstag bekam ich ein ganz besonderes Geschenk: Auf seinem Motorroller nahm mich Golden mit auf eine Tour in die thailändischen Berge. Ein absolutes Highlight des gesamten Urlaubs – bei dem ich meine Kamera allerdings im Hotel vergessen hatte.