Christian Naujoks – Untitled [DIALCD13]

Dial muss man ja dafür bewundern, wie sie sich in schon fast arroganter Art und Weise einen Scheissdreck um Promotion kümmern. Frei nach dem Motto “Haben wir gar nicht nötig, wir sind eh die Elite” (man beachte nur die Homepage, auf der sich seit Jahren nichts geändert hat) – und irgendwie stimmt das ja auch. Ein Großteil der Dial-Crew ist ja mittlerweile eher in der Kunstszene unterwegs, und nur wenn man Lust und Laune hat, schüttelt man mal eben wieder eine neue großartige, nur so nebenbei produzierte Platte aus dem Ärmel. So hatte Labelgründer Carsten Jost nichtmal einen eigenen Rechner, als er seine ersten Dial-Platte produzierte – er hatte alle Stücke auf dem PC einer Freundin aufgenommen.

Mit Christian Naujoks stößt nun ein neuer Name zu der illustren Truppe. Sein namenloses Album pendelt irgendwo zwischen konzeptueller Soundkunst und melodischer Popmusik. Die meisten Stücke bestehen nur aus Piano oder anderen klassischen Instrumenten, einen dezenten Housebeat gibt es lediglich auf dem Highlight des Albums, dem Titel Bloom. Dies ist übrigens auch der einzige Titel des Albums, den man trotz seines Gesangs ertragen kann. Die anderen zwei oder drei Stücke, auf denen Christian Naujoks singt, sollte man stattdessen besser weglassen, die klingen nämlich viel zu sehr nach Kunststudent. Das restliche Album ist jedoch ein Ansammlung musikalischer Kleinode und vor allem für Fans neuer klassischer Musik ein Fest.

Christian Naujoks – Untitled [DIALCD13] bei boomkat anhören.

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