Geschlechtskrankheiten im Urlaub – So kannst Du Dich schützen

Sex im Urlaub verspricht nicht nur Abenteuer, sondern auch Geschlechtskrankheiten als unerwünschte Souvenirs. Untersuchungen zeigen, dass unter den Singles 8% der Frauen und 15% der Männer in den Ferien nicht abgeneigt sind, aus dem Flirt mehr entstehen zu lassen. Die wenigsten von ihnen denken dabei an das Risiko einer sexuell übertragbaren Krankheit. Für Ärzte ist ein neuerlicher Anstieg an Geschlechtskrankheiten auf eine erhöhte Reiseaktivität und ein geändertes Sexualverhalten der Menschen zurückzuführen. So rechnet das Robert-Koch-Institut jährlich mit etwa 100.000 überwiegend jungen Betroffenen, die sich beim Sex im Urlaub infiziert haben.

War bis zum Jahr 2000 ein deutlicher Rückgang an Geschlechtskrankheiten zu verzeichnen, weist Deutschland im europäischen Vergleich mittlerweile eine der höchsten Raten an Syphilis auf. Früher gehörten Gonorrhö und Filzläuse zu den weitverbreiteten Krankheitsbildern sexuell aktiver Menschen. Inzwischen sind sie aus dem Bewusstsein heutiger Generationen fast verschwunden. Wenig bekannt ist die Ansteckung mit Chlamydien, Trichomonaden, Herpes, Pilzen und Feigwarzen. Auch im Umgang mit HIV wird wieder mehr Sorglosigkeit beobachtet, denn Jahrzehnte nach der Entdeckung als lebensbedrohende Krankheit hat AIDS für viele den Schrecken verloren.

Vor diesen Geschlechtskrankheiten musst Du Dich im Urlaub schützen

Nicht nur im Urlaub stellt ein ungeschützter One-Night-Stand ein hohes Risiko für eine Geschlechtskrankheit dar. Doch gerade auf Reisen lässt Mann häufig weniger Vorsicht walten, sei es durch den Einfluss von Alkohol und Drogen, oder einfach Schmetterlinge im Bauch aufgrund einer neuen Urlaubsbekanntschaft. Wer auf Reisen dem heimischen Beau in der Diskothek oder der exotischen Schönheit vom Strand näher kommt, kann mit einem überraschenden Urlaubsandenken zurückkehren. Denn die Ansteckung verläuft unbemerkt und symptomlos. Oft wissen die Infizierten im Reiseland gar nicht, dass sie erkrankt sind. Ob am Schwulenstrand, in der Cruising Area, in der Gaysauna, auf der Klappe, in Fetischclubs oder Gay-Diskotheken: Besonders für schwule Männer warten im Urlaub nicht nur zwanglose Sexdates, sondern auch gefährliche Geschlechtskrankheiten an jeder Ecke.

Bei HIV ist äußerste Vorsicht in der Karibik, Afrika, Asien und Osteuropa geboten – ganz gleich, ob es sich um einen hetero- und homosexuellen Sexpartner handelt. Vor allem in Ländern, wo käufliche Liebe preiswert angeboten wird, besteht ein erhöhtes Risiko. Kommen Drogen ins Spiel, stellt der gemeinsame Gebrauch einer Injektionsnadel eine Gefahr dar. Unter den sexuell übertragbaren Krankheiten gilt das Humane Immundefizienz Virus als schwerwiegendste Infektion. Bleibt sie unentdeckt, kann der Erreger die Immunschwächekrankheit AIDS auslösen, die bis heute als unheilbar gilt. Um sich zu schützen, ist die Nutzung eines Kondoms unerlässlich. Mittlerweile verringern spezielle Frauenkondome die Gefahr von Geschlechtskrankheiten. Wer verreist und ein sexuelles Erlebnis für sich nicht ausschließt, sollte deshalb bereits beim Kofferpacken an die notwendigen Präservative denken. Denn nicht überall sind Kondome in geprüfter Qualität erhältlich.

Mit diesen Geschlechtskrankheiten kannst Du dich auf Reisen anstecken

Syphilis (Lues) ist in Mittel- und Südeuropa, sowie in Mittel- und Südamerika weit verbreitet. Die bakteriell verursachte Männerkrankheit beginnt mit einer Geschwürbildung und Lymphknotenschwellung. Im unbehandelten Verlauf treten schwerwiegende Veränderungen des Nervensystems auf. Am häufigsten sind homosexuelle Männer von der Syphilis betroffen. Die Übertragung findet bereits beim Küssen statt, denn oft besteht ein Geschwür im Mund. Der Kontakt zur offenen Hautstelle ist unbedingt zu vermeiden! Auf Safersex sollte nicht verzichtet werden.

Zu den weltweiten Klassikern unter den sexuell übertragbaren Krankheiten gehört die Gonorrhö (Tripper). Sie zeigt sich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr und kurzer Inkubationszeit in unangenehmen Schmerzen und eitrigem Ausfluss. Das Bakterium kann bei Frauen durch Verkleben der Eileiter zu Unfruchtbarkeit führen. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, ist die Nutzung eines Kondoms zu empfehlen.

Am häufigsten verursachen Chlamydien bei Frauen eine Unfruchtbarkeit. Die Bakterien werden nicht nur vaginal, oral oder anal weitergegeben. Die Schmierinfektion ist ein weiterer Übertragungsweg. Neben der Verwendung eines Kondoms sollten angemessene Körperhygiene und ausreichendes Händewaschen vor und nach dem Sex selbstverständlich sein.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass 530 Millionen Menschen mit dem Herpes-Simplex-Virus Typ II infiziert sind. Besonders stark ist Südafrika betroffen. Der Erreger wird durch Schmierinfektion und Körperkontakt übertragen. Das Virus persistiert lebenslang im Körper. Um einer Ansteckung vorzubeugen, ist nur geschützter Sex ratsam.

Filzläuse sind blutsaugende Parasiten, die beim Geschlechtsverkehr aus der Schambehaarung übertragen werden. Sie überdauern in Kleidung, Bettwaren und Handtüchern. In diesem Fall bietet ein Kondom nur einen gewissen Schutz. Die kontaminierte Wäsche ist umgehend bei hoher Temperatur zu reinigen. Auch eine Rasur des Schambereits, des Bauches, der Achselhöhlen und der Oberschenkel ist zu empfehlen.

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