Nach der Reise: Der schlimmste Heimkehr-Blues meines Lebens

Normalerweise finde ich nach einer Reise schnell wieder in den Alltag zurück. Besonders nach einem längeren Urlaub fällt mir der Abschied vom Urlaubsort schwer: Man hat sich im Hotel eingelebt, das Personal liebgewonnen und sich an den morgendlichen und abendlichen Gang ans Buffet gewöhnt. Doch spätestens, wenn man im Flugzeug sitzt, freut man sich wieder auf zuhause. Und dort angekommen ist man froh, die unbequemen Stunden im Flugzeug, das Warten am Gepäckband und die Fahrt vom Flughafen zum Heimatort heil überstanden zu haben und graust sich vor dem Berg an Schmutzwäsche, den es zu bewältigen gilt. Kurz gesagt: In der Regel bin ich nach einem Urlaub wieder sehr schnell zurück im Alltag. Dieses Mal ist jedoch alles anders. Obwohl wir bereits seit einer Woche wieder zuhause sind, leider ich am schlimmsten Heimkehr-Blues meines Lebens. Warum dass so ist, möchte ich in diesem sehr persönlichen Blogbeitrag ergründen.

Gründe für meinen starken Heimkehr-Blues nach der letzten Reise

Bereits seit einer Woche sind mein Mann und ich von einer 10-tägigen Autoreise zurück. Auf dieser Tour waren wir in Garmisch-Partenkirchen, auf der Zugspitze, in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, in Porec in Kroatien und in Freilassing, Bayern (ich werde selbstverständlich in den kommenden Reiseblog-Posts darüber berichten). Und genau dies ist einer der Hauptgründe, warum ich nach dieser Reise an einem besonders starken Heimkehr-Blues leide.

  • Wir haben auf der Reise sehr viel gesehen. Obwohl wir insgesamt nur 10 Tage unterwegs waren, fühlte ich mich nach der Heimkehr, als wären wir wochenlang weggewesen.
  • Wir hatten im Urlaub unterschiedlichste Wetter-Kapriolen: Schnee und Minustemperaturen auf der Zugspitze, 25 Grad und Sonnenschein in Kroatien, heftigste Regenfälle, Gewitter und Tornados (ebenfalls in Kroatien). Diese vielen, unterschiedlichen Eindrücke sorgten ebenfalls dafür, dass sich die Reise viel länger anfühlte, als sie eigentlich war.
  • Apropos Wetter: Während unseres Urlaubs hat zuhause der Herbst Einzug gehalten: Als wir in Richtung Süden fuhren, stand der Garten noch in voller Blüte. Bei unserer Heimkehr warten die ersten Blumen verwelkt und das Laub an den Bäumen hat sich gelb und rot gefärbt.
  • Der gesamte Sommer in Deutschland war verregnet. Die sonnigen Tage, in denen wir bei warmen Temperaturen im Garten liegen konnten, waren rar gesäht. Daher hatten wir gehofft, in Kroatien noch Sonne und Wärme tanken zu können: Doch auch dort hat es die Hälfte der Zeit wie aus Eimern geschüttet.
  • Der graue Himmel und die niedrigen Temperaturen bereits das ganze Jahr über drücken zusätzlich auf’s Gemüt.
  • Nun steht der Winter vor der Tür und wir müssen viele Monate warten, bis wir wieder ausreichend Wärme und Tageslicht zur Verfügung haben.
  • Wir waren bereits zum zweiten Mal in dem Hotel in Kroatien: Ich liebe den herrlichen Ausblick vom Hotelzimmer über das Meer auf die Altstadt von Porec. Zuhause blicke ich lediglich auf den Vorgarten und die Garage des Nachbarns.
  • Ob im Hotel, am Strand, in den Urlaubsorten oder auf der Autobahn: Im Urlaub sieht man jeden Tag Tausende neuer Menschen. Im großen Kontrast dazu steht nach der Heimkehr die Ruhe des Home-Offices.
  • Ob auf der Autobahn, im Supermarkt oder am Strand: Auf Reisen erwartet einen auf Schritt und Tritt ein kleines Abenteuer, alles ist neu. Zurück in Deutschland ist einem wieder alles vertraut. Man fühlt sich wie in einer Blase, selbstsam abgekoppelt vom Rest der Welt.
  • Ebenfalls nicht ganz unschuldig am Heimkehr-Blues: Im Büro wartet wieder die Arbeit mit anspruchsvollen Aufgaben.
Die Heimkehr nach der Reise fiel mir besonders schwer, da wir auch im Urlaub fast nur Regen hatten
Die Heimkehr nach der Reise fiel mir besonders schwer, da wir auch im Urlaub fast nur Regen hatten

Was kann man tun, um den Heimkehr-Blues zu überwinden?

Das merkwürdige an diesem Heimkehr-Blues ist, dass ich gar nicht weiter auf Reisen sein möchte. Ich leide nicht an Fernweh, sondern der Alltag kommt mir fremd vor. Viele von Euch kennen sicherlich das Gefühl, wenn man mehrere Monate unterwegs gewesen ist und wieder nach Hause kommt – genauso fühle ich mich. Jedoch bin ich nur 10 Tage weg gewesen.

Um besser in den Alltag zurückzufinden und den Heimkehr-Blues zu überwinden habe ich folgende Strategien angewendet:

  • Fotos von der Reise anschauen, solange die Erinnerungen noch frisch sind
  • Sich schnell wieder in die Arbeit stürzen
  • Freunde und Familie besuchen
  • Es sich zuhause besonders gemütlich machen
  • Gemeinsam kochen und essen
  • Sonnige Stunden im Garten genießen
  • Gartenarbeit und Hausarbeit erledigen
  • Meine Gefühle in einem Blogbeitrag schildern und auf die Erfahrungen von anderen Reisenden in den Kommentaren hoffen

Die Tipps anderer Reiseblogger haben mir übrigens sehr geholfen, den Kulturschock nach dem Heimkommen zu überwinden. Hilfreiche Artikel, um den Reisekater erfolgreich zu überwinden, findest Du z.B. hier, hier, hier, hier oder hier. Hast Du ähnliche Erfahrungen nach der Rückkehr von einer Reise gesammelt? Wie bist du mit diesen Gefühlen umgegangen? Welche Strategien kann man noch anwenden, um den Heimkehr-Blues zu lindern? Ich freue mich über deine Tipps und Kommentare!

 

2 thoughts on “Nach der Reise: Der schlimmste Heimkehr-Blues meines Lebens

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