Isla de Lobos bei Fuerteventura – Ausflug auf die unbewohnte kleine Kanareninsel

Nachdem ich meinen Lesern in meinem letzten Reiseblog-Beitrag die kleinste bewohne Kanarische Insel vorgestellt habe, möchte ich Euch heute über einen Ausflug zu einer weiteren besonderen Kanareninsel berichten: Am Heiligabend 2017 machten wir uns auf den Weg, um die unbewohnte Insel Isla de Lobos bei Fuerteventura zu entdecken!

Ausflug auf die unbewohnte kleine Kanareninsel Isla de Lobos bei Fuerteventura

Die auf Spanisch “Islote de Lobos” (Insel der Robben) genannte Insel gehört ebenfalls zu den Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Sie befindet sich in der Meerenge La Bocayna zwischen Fuerteventura und Lanzarote. Da die Isla de Lobos jedoch nur zwei Kilometer von Fuerteventura entfernt legt, wird sie von der dortigen Gemeinde La Oliva verwaltet und gehört seit 1987 zum Dünen-Park von Corralejo.

Die Isla de Lobos entstand vor etwa 6000-8000 Jahren durch Vulkanismus. Durch den Anstieg des Meeresspiegels wurde die Insel im Laufe der Zeit von Fuerteventura getrennt. Ihre höchste Erhebung – der 127 Meter Hohe “Montaña La Caldera” – prägt jedoch bis heute den beliebten Urlaubsort Corralejo: Der Berg ist vom Strand und den Dünen stets im Blickfeld und auf unzähligen Urlaubsfotos zu bewundern. Ihren Namen verdankt die seit 1982 unter Naturschutz stehende Insel den vielen Mönchsrobben, die einst dort lebten. Heutzutage erinnert leider nur noch ein großes Wandbild im Informationszentrum der Insel an die Tiere.

Die Lagune mit dem kristallklarem, grünen Wasser ist das ideale Fotomotiv für Reiseblogger
Die Lagune mit dem kristallklarem, grünen Wasser ist das ideale Fotomotiv für Reiseblogger

Mit der Glasbodenboot-Fähre ab Fuerteventura zur Isla de Lobos

Vom Hafen in Corralejo gelangt man mit kleinen Fähren – bei denen es sich übrigens um Glasbodenboote handelt – auf die Isla de Lobos. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten, Fährtickets können direkt am Hafen, an diversen Infoständen in Corralejo oder im Internet unter https://navieranortour.com/de/ gebucht werden. Hin- und Rückfahrt kosten für Erwachsene 15 Euro, Kinder zahlen 7,50 Euro. Für Kleinkinder bis einschließlich 3 Jahre ist die Überfahrt umsonst. Auf Wunsch kann auch eine einstündige Rundfahrt mit Badestopp gebucht werden, in deren Preis eine Schnorchelausrüstung sowie ein Getränk an Bord inbegriffen sind.

Die Fähre nach Isla de Lobos ist ein Glasbodenboot
Die Fähre nach Isla de Lobos ist ein Glasbodenboot

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es auf Isla de Lobos?

An dem einfachen Anlegeplatz auf Lobos befindegt sich ein Informationszentrum mit Bildern und Texten, welche die Geschichte sowie die Pflanzen- und Tierwelt auf der Insel erklären. Hier befinden sich auch öffentliche Toiletten. Wer die Insel erkunden möchte, folgt einfach dem ausgeschilderten Wanderweg. Entlang des Weges weisen Schilder darauf hin, diesen Weg niemals zu verlassen.

Wir haben uns vom Hafen aus links gehalten. Nach wenigen Minuten Fußmarsch gelangt man bereits zum berühmtesten Strand der Insel, La Concha. Hier können die Urlauber im ruhigen, kristallblauen Wasser schwimmen und ausgiebige Sonnenbäder im feinen Sand genießen. Da wir jedoch nicht baden, sondern das kleine Eiland entdecken wollten, ließen wir den Strand – im wahrsten Sinne des Wortes – links liegen und folgtem dem Weg weiter in Richtung Norden. Die nächste Abzweigung führt links zu den Salinas del Marrajo, auch hier hielten wir uns jedoch nicht lange auf.

Wanderweg auf Isla de Lobos
Wanderweg auf Isla de Lobos

Bei der nächsten Gabelung musste wir uns dann allerdings entscheiden, ob wir den alleinstehenden Berg “La Caldera” besteigen oder dem Weg zum Leuchtturm “Faro de Martiño” folgen wollten. Da es bereits 14 Uhr am Nachmittag war und die letzte Fähre um 17 Uhr zurück nach Fuerteventura ablegt, entschieden wir uns schweren Herzens für eine Wanderung zum Leuchtturm. Schließlich wollten wir möglichst viel von Lobos sehen, und für beides hätten wir leider keine Zeit mehr gehabt.

Der Berg "Montaña La Caldera" ist das Wahrzeichen von Lobos
Der Berg “Montaña La Caldera” ist das Wahrzeichen von Lobos

Also wanderten wir weiter in Richtung Leuchtturm, welcher sich auf einem Hügel am nordöstlichen Ende der Insel befindet. Früher war das Gebäude von den Familien der beiden Leuchtturmwärter bewohnt. Der Weg entpuppte sich als deutliuch länger als gedacht und so waren wir froh, ausreichend Wasserflaschen in den Rucksack gepackt zu haben, denn Schatten gibt es auf der Insel kaum. Daher sind wir froh, als wir endlich am Leuchtturm angekommen sind. Der Ort ist ideal für eine Pause geeignet. Wir genossen den Ausblick über das Meer und auf den den Ort Playa Blanca im Süden von Lanzarote, wo wir erst vor 10 Monaten einen schönen Urlaub verbracht haben.

Leuchtturm Faro de Martiño an der Nordküste von Lobos
Leuchtturm Faro de Martiño an der Nordküste von Lobos

Zurück folgen wir einem anderen Wanderweg: Dieser führt entlang der Ostküste der Isla de Lobos, ist jedoch deutlich steiniger als der Hinweg. Dafür kann man auf diesem Weg jedoch die rauhe Schönheit der Insel besser bewundern. Die Wanderung führt durch den “Saladar del Faro Martiño” (Salzsteppe) und “Las Lagunitas”. Hierbei handelt es sich um Lagunen und Gebiete mit stehendem Meerwasser. Diese Salzseen bilden biologisch wertvolle Lebensräume für Tiere und seltene Pflanzen. Wir sind erstaunt, wieviele verschiedene Landschaften diese kleine Kanareninsel auf engstem Raum zu bieten hat. Auf uns wirkt Lobos wie eine Kombination auf den Vulkanlandschaften Lanzarotes und den felsigen Landschaften Fuerteventuras im Miniaturformat. Da das Inselinnere sehr hügelig ist, man nicht sehr weit gucken kann und uns kaum andere Touristen begegnen, fühlen wir uns stellenweise wie die einzigen Menschen auf einem unbewohnten Planeten.

Wanderung auf Isla de Lobos - wie auf einem fernen Planeten
Wanderung auf Isla de Lobos – wie auf einem fernen Planeten

Dieser Eindruck ändert sich erst, als wir in dem alten Fischerdorf “El Puertito” ankommen: Hier befinden sich nicht nur das einzige Restaurant der Insel und die wenigen Gebäude, sondern eine Gruppe englischer Touristen, die Lieder von Phil Collins singen, während sie auf ein gebuchtes Schlauchboot warten, das sie zurück nach Fuerteventura bringen soll. Direkt neben dem Ort befindet sich eine natürliche Bucht mit türkisem, kristallklaren Wasser voller bunter Fische – ein absoluter Urlaubstraum. Hier fühlt man sich wie in der Südsee! Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass El Puertito für mich der schönste Orte auf den Kanaren ist!

Lagune bei El Puertito - kristallklares, türkises Wasser wie in der Südsee!
Lagune bei El Puertito – kristallklares, türkises Wasser wie in der Südsee!

Fazit: Lohnt sich ein Ausflug nach Lobos?

Da ich mir zum Ziel gesetzt habe, in meinem Leben jede Kanareninsel mindestens einmal besucht zu haben, war der Ausflug zur Isla de Lobos für mich sozusagen ein Pflichtprogramm. Und ich muss sagen, dass die kleine, unbewohnte Insel meine Erwartungen sogar noch übertroffen hat!

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, auf einer Fläche von nur 4,58 Quadratkilometern solch eine Vielzahl von unterschiedlichen, beeindruckenden Landschaften zu finden. Und mit der türkisfarbenen Lagune bei “El Puertito” bietet Lobos sogar den vielleicht schönsten Ort des gesamten kanarischen Archipels. Da die karge Insel Fuerteventura nicht gerade viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, sollte man im Urlaub unbedingt einen Ausflug zur Isla de Lobos unternehmen. Und auch für Lanzarote-Urlauber bietet sich ein Abstecher auf das kleine, unbewohnte Eiland an: Mit der Fähre gelangt man in nur 30 Minuten von Playa Blanca nach Corralejo auf Fuerteventura – und die Glasbodenboote nach Lobos legen direkt neben dem Fährkai ab.

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