Lieblingsblogs 2006

Es ist wieder Listenzeit. Da sich an der Reihenfolge dieser Liste in den verbleibenden Wochen des Jahres wohl nicht mehr viel verändern wird, beginnen wir die Saison mit dem Lieblingsblogs 2006-Award:

1. malorama
2. produzentin
3. jockohomo
4. tape
5. let no man jack

Morgen, da fährt mein Zug in eine andere Welt

Lange nicht mehr so geheult wie gestern bei “Herr Schmidt und Herr Friedrich” auf 3sat, ein Dokumentarfilm von Ulrike Franke und Michael Loeken, den ich schon seit Jahren sehen wollte und gestern beinahe schon wieder verpasst hätte.

Die Liebe von Kurt Schmidt und Wilfried Friedrich hat einst die Grenze der DDR überwunden: Herr Schmidt lernt 1976 bei einem Besuch in der DDR Herrn Friedrich kennen und lieben. Fast täglich schreiben sich die beiden Liebesbriefe, welche zum Teil von der Stasi abgefangen werden, die auch einen IM auf Wilfried Friedrich ansetzen. Während Herrn Friedrichs Briefe an Erich Honnecker erwartungsgemäß auf taube Ohren stoßen, setzt sein Freund im Westen alle Hebel in Bewegung, bis ihnen 1980 das Wunder gelingt und Wilfried Friedrich zu seinem Gatten in den Westen übersiedeln darf. Kurt Schmidt beschafft seinem Mann einen Job in der örtlichen Textilfabrik, in der er selbst auch arbeitet, und schließlich kaufen die beiden als offen schwules Paar sogar ein Reihenhaus in der niedersächsischen Provinz, das sie im Laufe der Jahre mit Erinnerungsstücken und kitschigem Nippes bis unters Dach vollstopfen.

Der Film setzt allerdings erst ein, als beide Männer Mitte 50 und langzeitarbeitslos sind, und mit Mühe und Not die Raten für ihr Haus abstottern können. Gerade 100 DM bleiben ihnen monatlich zum Leben. Die Freizeit verbringen sie mit dem Durchhören der umfangreichen Schlagersammlung, Minigolf und dem Erraten von Freddy-Quinn-B-Seiten.

Vor der Kamera präsentieren die beiden ihre nach Interpreten sortierte Plattensammlung, lassen ihre Lieblingsschlager ertönen, gewähren Einblick in den Kleiderschrank, in welchem die Handtücher nach Farben sortiert sind, zeigen Fotos aus besseren Zeiten und lesen sich aus ihren durchnummerierten Liebesbriefen vor.

Möchte man sich zu Beginn des Films noch über den Lebensstil der beiden Männer lustig machen, bekommt man schließlich doch schnell feuchte Augen aufgrund ihrer tatsächlich wundervollen Liebesgeschichte und der einzigartigen Erinnerstücke in Form von Briefen und Fotos. Einen Schlag in die Magengrube verspürt man jedoch, wenn man weiß, dass Wilfried Friedrich, der während des gesamtes Films eigentlich nie ohne Glimmstengel zu sehen ist und verdächtig hustet, kurz nach den Dreharbeiten schwer erkrankt und verstorben ist (was erst im Abspann des Films in Form einer kurzen Texteinblendung erwähnt wird).
Ein sehr schönes 45minütiges Radio-Interview mit Kurt Schmidt gibt es hier.

Schwule Fußballprofis

grabsch
Themenwoche über Homosexualität und Homophobie im Profifußball im Fußballmagazin Rund.

Vom 22. bis 29. November erscheint täglich ein Artikel zum Thema, u.a. ein Interview mit dem schwulen UEFA-Schiedsrichter John Blankenstein, ein Bericht über das “Team München”, die einzige schwule Fußballmannschaft in Deutschland, welche am offiziellen Ligabetrieb teilnimmt, ein Gespräch mit einer lesbischen Bundesligaspielerin, Schwulenfeindlichkeit im italienischen Fußball sowie eine zweiteilige Reportage über einen homosexuellen Spieler, dessen absurde Lebensumstände und die Angst, entdeckt zu werden.

Songs for the weekend

Auf speziellen Wunsch heute sogar schon am Donnerstag:

Pet Shop Boys feat. Robbie Williams – Jealousy (live)
Robbie Williams – The Actor
Shiny Heart – Flowers and Questions
Justus Köhncke & Dirk Leyers feat. Eric D. Clark – An Ounce Of Memories
Unai – Blissful Burden (Star You Star Me Remix)
Booka Shade – Darko (Hotchip’s The Dream Of Karaoke Mix)
Deetron feat. Oversoul 7 – I Cling
Pawel – The aesthetics of resistance
Efdemin – Lohn & Brot
Heartz4 – Intimacy Girl (Someone Else Remix)
Abe Duque – When The Fever Breaks (Abe Duque Edit)

Debut

Kaum zu glauben, aber heute zum ersten Mal einen Podcast gehört (aus technischen Gründen (56k-Modem(!)) bei mir zuhause leider immer noch nicht möglich). Die Oktoberausgabe der Machtdose. Dabei überraschenderweise das bereits verlorengegangene Gefühl wiedergewonnen, das mich in meiner Kindheit und Jugend spätabends vor dem Radio stets ergriffen hat, wenn ich neue, aufregende, bisher unbekannte Musik in den FFN-Grenzwellen, der Steve-Mason-Experience auf BFBS oder der HR3-Clubnight entdeckt hatte. Podcasts also doch als sinnvolle Alternative zum Konservenradio. Werd ich mir in Zukunft öfter geben.

Mach ein krankes Kind glücklich

Xmas

We asked the children at Great Ormond Street Hospital to design the Magic Christmas card. Vote for your favourite entry below and the winner will be featured on the front of this year’s Christmas card.

Eines der Kinder (Lawrence, 3) ist der Sohn eines Mitglied des gybo-Forums und leidet an einem Hirntumor; die Bilder sind aber auch so herzallerliebst. Voting endet (leider) bereits morgen.

Vote here.

Can you email me the videos please ?

Neuerdings jeden Morgen die Mailbox voller Nachrichten von Menschen, die meine Youtube-Videos per Mail oder auf CD-ROM zugeschickt bekommen möchten. Ich also den halben Morgen damit beschäftigt, den Link zu diesem Firefox-Plugin zu versenden, mit welchem man besagte Videos auf die eigene Festplatte downloaden kann.

Anderes nützliches Firefox-Plugin, das wahrscheinlich schon jeder kennt: Google Preview – eine Erweiterung, die in den Google SERPs kleine Vorschau-Thumbnails der jeweiligen Seiten einblendet.

Killerspiele

Wenn ich noch einmal dieses Wort höre/lese, lauf ich auch Amok. Wenn doch alles immer so einfach wäre, wie Politiker es sich vorstellen…

Traumberuf Hausfrau

Irgendwann muss mir mal eine Frau erklären, was an diesem Emanzipationsding so toll sein soll. Habe mich jedenfalls, um die reichhaltige Tagesfreizeit zu nutzen, fast vollständig bei meinem Mann einquartiert (sonst immer nur Wochenendbeziehung) und genieße das Hausfrauenmann-Dasein in vollen Zügen.

Morgens um 7.00 klingelt der Wecker, und während die bessere Hälfte sich im Bad für die Arbeit hübsch macht, schmeiße ich in der Küche die Kaffemaschine an und entfache ein Feuer im Ofen. Nachdem er aus dem Haus ist, schleppe ich den Tagesvorrat an Brennholz in die Wohnung, mache im Takt zu meinen aktuellen Lieblingshits die Betten, räume die Spülmaschine von gestern aus, staubsauge und wische den Boden. Dann schnell mit dem schwulen Anwalt aus der Etage über uns das alte Sofa nach unten getragen, denn um 13.00 wird das neue geliefert. Vorfreude pur. Nachmittags dann eine Stunde lang bei meiner Lieblingsdailysoap entspannen, bevor ich die Zutaten für’s Abendessen (heute: die restlichen Nudeln von gestern in einen Auflauf verwandeln) einkaufe und den Herd anschmeiße. Schnell noch den Tisch decken, und um 17.30 ist der Hase auch schon von der Arbeit zurück. Gegessen wird natürlich gemeinsam (meist mit bereits erwähntem Nachbarn), und während es sich die Herren vor dem Fernseher gemütlich machen, räume ich noch schnell das schmutzige Geschirr in die Maschine, bevor die abendliche Sekt-Flasche geköpft wird (Alternative: Glühwein). Nach “Lost”, bzw. den verweifelten Hausfrauen (je nach Wochentag) dann noch schnell Messages bei gayroyal checken, bevor vor dem Schlafengehen noch ein Nümmerchen geschoben wird. Jedenfalls besser als von 8 bis 5 im Büro. Irgendwie.

George Michael – Waiting (Reprise)

Auch nach einer Woche immer noch im George-Michael-Wahn. Weil’s so schön war, hier nochmal das wunderschöne Intro der Show:

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