Schwule Weihnachtsmärkte in Deutschland

Schwule Weihnachtsmärkte sind in deutschen Großstädten eine Alternative

Lesben und Schwule feiern Weihnachten unter dem Regenbogen. Inzwischen haben schwul-lesbische Weihnachtsmärkte sich jeden Dezember fest als Teil der weihnachtlichen Subkultur etabliert – zumindest in deutschen Großstädten wie Köln, Hamburg, München oder Berlin. Diese LGBT-Weihnachtsmärkte bieten einen bunten Blick auf die kitschige Weihnachtszeit – Berührungsängste vor den schwulen Weihnachtsmärkten muss dabei keiner haben. Denn diese queeren Weihnachtsmärkte tauchen lediglich die schönste Zeit des Jahres in ein neues, buntes Gewand – nicht nur für Schwule und Lesben.

Schwule Weihnachtsmärkte in Deutschland: Das Fest der Liebe, egal welcher Orientierung

Wer auf den schwulen Weihnachtsmärkten bunte und schrille Shows und ein nicht jugendfreies Showprogramm erwartet, der wird wohl nur teilweise zufrieden sein. Denn zunächst einmal sind die Unterschiede zu normalen Weihnachtsmärkten so riesig nicht. Es gibt verschiedene Stände mit bunten Angeboten, all das ist weihnachtlich gehalten – nur dass eben an vielen Orten nicht das traditionelle Holz benutzt wird, sondern die Stände einen bunten und glitzernden Anstrich haben.

Auch Klassiker wie Glühwein und weihnachtliche Snacks gehören zum Angebot eines schwulen Weihnachtsmarkts dazu. Ergänzt wird jenes dann öfter durch Sekt, Prosecco oder Hot Bulls (einer Energy-Variante zum Glühwein). Aber all das zerstört das weihnachtliche Bild nicht, ein schwul-lesbischer Weihnachtsmarkt bleibt im Herzen eben auch ein Weihnachtsmarkt. Dass es diese schwul-lesbischen Weihnachtsmärkte gibt, ist allerdings ein gutes Zeichen. Denn längst hat sich die queere Subkultur auch im alltäglichen Leben etabliert. Weshalb sollten Weihnachtsmärkte dort eine Ausnahme bilden? Bunte Showprogramme, freche Unterwäscheshows und Szenegrößen aus der Region sprechen dabei nicht nur homosexuelle Weihnachtsmarktbesucher an. Der Blick auf die Weihnachtszeit ist eben durch die Regenbogenflagge etwas bunter und etwas schriller. Schwul-lesbische Weihnachtsmärkte bieten so auch eine willkommene Abwechslung zum immer gleichen Einerlei anderer Märkte. Das alles nimmt sich nicht ganz so ernst und zwischen Glühwein, Keramik und Weihnachtscocktails können auch heterosexuelle Besucher viel Spaß haben.

Integration statt Abgrenzung: Jeder ist auf schwulen Weihnachtsmärkten willkommen

Kritik gegenüber schwul-lesbischen Weihnachtsmärkten gibt es sowohl von konservativen Vertretern der Kirche als auch von LGBT-Vereinen selbst. Während die Kirche auch die Kommerzialisierung und Banalisierung des Festes kritisiert, geht es beiden Gruppierungen um ein falsches Signal durch Abgrenzung. Dass das praktisch nicht der Fall ist, kommt dabei kaum zur Sprache. Denn natürlich sind schwul-lesbische Weihnachtsmärkte für alle Besucher offen. Die sexuelle Orientierung spielt dabei keine Rolle, vielmehr geht es darum, gemeinsam zur Weihnachtszeit Spaß zu haben. Und gerade in Großstädten haben die Organisatoren so die Gelegenheit, homosexuellen Männern und Frauen einen Treffpunkt und eine Diskussionsplattform zu bieten. Auch für Heterosexuelle sind diese schwulen Weihnachtsmärkte eine tolle Gelegenheit, um mit der Gay-Szene ihrer Stadt in Berührung zu kommen. Und das völlig ohne Kontaktscheue, schließlich sind die Gay-Weihnachtsmärkte eben Weihnachtsmärkte und der Glühwein schmeckt dort mindestens genau so gut.

Auch 2016 wird Weihnachten wieder bunt

Auch in diesem Winter öffnen die größten schwul-lesbischen Weihnachtsmärkte in Deutschland wieder ihre Pforten und sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Besucher sind herzlich dazu eingeladen, sich das bunte Showprogramm anzusehen und einen Glühwein zu trinken.

Zu den Klassikern im Kalender der schwulen Weihnachtsmärkte gehören dabei Christmas Avenue in Köln, Winter Pride in Hamburg, Pink Christmas in München und Winterpride in Berlin.

Wer sich im Winter also noch nach einem bunten Themenweihnachtsmarkt umsieht oder einfach mal weg möchte von biederen Engeln und Schnitzereien, der sollte den schwul-lesbischen Weihnachtsmärkten in Deutschland unbedingt eine Chance geben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>