Onra – Long Distance

Onra (dessen richtiger Name Arno Bernard lautet – also den Vornamen einfach rückwärts lesen, wie clever!) wird meist in einem Atemzug mit Flying Lotus oder Gaslamp Killer als Teil der neuen Produzentenschule aus Los Angeles genannt, die gekonnt Dubstep, Westcoast Hip Hop und Funk miteinander vereint. Allerdings stammt Onra gar nicht aus Kalifornien, sondern ist ein waschechter Franzose aus Paris, wenn auch mit vietnamesischen Wurzeln. Auch musikalisch sticht Onra mit seinen meist ruhigeren Beats und verträumten Melodien deutlich aus dem Kreis seiner kalifornischen Kollegen hervor: Onras Vorliebe für 90er-Jahre Hip-Hop, R’n'B, New Jack und Vintage Synths ist in seinen Stücken deutlich herauszuhören.

Onras “Long Distance EP” auf All City Records ist eine chromglänzende Melange aus Boogie, Modern Soul und Electro Funk. Die beiden Titel Long Distance und High Hopes überraschen mit Vocals von Oliver DaySoul bzw. Reggie B und laufen hier schon seit Tagen hoch und runter: Man möchte seine Rollschuhe aus dem Keller holen und zu Onras Musik unter der Discokugel seine Kreise ziehen. Und für alle, denen die Vocal-Versionen doch zu cheesig sind, gibt es übrigens noch zwei Instrumentals oben drauf. Wer bereits das Toeachizown-Album von Dam Funk liebte, wird auch diese EP von Onra lieben. Das dazugehörige Album – ebenfalls “Long Distance” betitelt – erscheint übrigens im Mai ebenfalls auf All City.