Tin Man

In den letzten Wochen bin ich einige Male über den Namen Tin Man gestolpert und hatte aus irgendeinem Grund sofort das Gefühl, dass sich hinter diesem mysteriösem Pseudonym etwas ganz Besonderes verbirgt, ihn dann aber wieder aus meinem Gedächtnis verdrängt. Laut seiner myspace-Seite verbirgt sich hinter dem Namen Tin Man ein Finne namens Johannes Auvinen mit kalifornischen Wurzeln, der mittlerweile in Wien lebt und gerade auch ein Album auf Cheap veröffentlicht hat. Gestern dann irgendwie auf seine Homepage geraten und mir dort zwei Mixe runtergeladen: Den Acid-Mix und den Wasteland-Mix – und beide Mixe sind die merwürdigsten und deepsten Spielweisen elektronischer Musik, die mir seit Jahren untergekommen sind.

Der Acid-Mix scheint dem Dateinamen nach ein Liveset zu sein. Wie der Name schon sagt, beruht dieses Liveset zum einen aus deepestem 303-Gezwirbel, wie man es seit Phuture oder Larry Heard nicht mehr gehört hat – zum anderen tauchen aber auch immer wieder Pop-Zitate auf, u.a. von Inner Citys Big Fun und Snaps The Power.
Absolut unfassbar wird es dann aber im Wasteland-Mix: Gleichzeitig vollkommen oldschool und absolut futuristisch, im Stile alter Acid- und Sähkö-Platten mit einfachsten Mitteln produziert, düster, maschinell und kalt, doch mit soviel Gefühl produziert, dass man vor seinen Boxen auf die Knie gehen möchte. Doch anstatt in uralte Technoclichés abzudriften, schlägt Tin Man einen eleganten Haken, indem er anfängt, zu seinen Tracks zu singen – wie man auch in diesem Musikvideo hören kann:

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