Vorletzter Abend
Den bitteren Beigeschmack des Scheiterns hat das Ganze ja schon irgendwie: Man kann zwar nichts dazu, wenn die alte Firma wegoptimiert wurde – aber wieso muss der neue, nahtlos an den alten anknüpfende [gut für's Ego], Job ausgerechnet in Hannover sein? Der Stadt, der ich für immer entfliehen wollte?
Nun war es ja nicht so, dass ich hier in Düsseldorf das ausschweifende Leben geführt habe, von dem ich in der niedersächsischen Provinz immer träumte. Doch allein der Gedanke, dass man ganz spontan in ein Museum, einen Club, zu einer Gang-Bang-Party oder zu Gucci gehen könnte, reichte schon aus, sich wie ein Mann von Welt zu fühlen. Der nächtliche Blick aus dem Schlafzimmerfenster auf den Rheintower machte den Gedanken an die nervige Büro-Kollegin spielend wieder wett, und ein Bad im Lichte des Meerbuscher Geldadels bei einem Spaziergang entlang der mondänen Hildegundisallee ließ auf der Stelle jeden Anflug von montäglichem Heimweh vergessen.
Doch statt Königsallee, Rheinpromenade und Hofgarten heißt es nun wieder Raschplatz, Kröpcke und Eilenriede… Es hätte mich auch nach Diepholz verschlagen können!
[Wohnen werde ich übrigens nicht in Hannover]
Abgelegt unter:
1 Comment
hey.
das kommt davon, wenn ich mir dein blog immer “en masse” zu gemüte führe. da überliest man die feinen anspielungen.
diepholz. deepholes. das höllenloch.
so wie du von d´dorf träume ich von hannover.
gisy.
25 music.
pavillion.
sprengelmuseum.
cumberland´sche.
nachtsternverkehr.
der grosse garten, illuminiert.
ich will nach hause.