Zeche Zollverein und Ruhr Museum in Essen

Zeche Zollverein in Essen

In einem meiner vorherigen Reiseblog-Artikel hatte ich ja bereits beschrieben, warum ich neuerdings die Vorteile von Autoreisen für mich entdeckt habe. Doch wohin soll man mit dem PKW verreisen, wenn man in Ostwestfalen-Lippe wohnt? Exotische Meeresküsten und atemberaubende Bergpanoramen sind von unserem Wohnort mindestens eine Tagesfahrt entfernt und sind somit nicht für einen Kurzurlaub per Auto geeignet. Einige aufregende, europäische Metropolen wie Berlin, Amsterdam, Rotterdam oder Prag sind von unserem Haus in wenigen Stunden relativ bequem mit dem Auto zu erreichen – doch die kennen wir bereits. Beim Blick auf die Deutschlandkarte blieben meine Augen schließlich an einer Region kleben, die nur zwei Autostunden von unserem Zuhause entfernt liegt, welche man auf dem Weg nach Köln oder Düsseldorf jedoch meistens nur auf der Autobahn umfährt oder durchquert, ohne anzuhalten: Das Ruhrgebiet!

Der imposante Förderturm der Zeche Zollverein in Essen

Der imposante Förderturm der Zeche Zollverein in Essen

Wir entdecken das Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet war einst das industrielle Ballungszentrum Deutschlands. Mit etwa 5,1 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 4435 Quadratkilometern ist das Ruhrgebiet, welches auch als Revier, Ruhrpott, Kohlenpott oder Pott bezeichnet wird – auch heute noch der größte Ballungsraum Deutschlands und der fünftgrößte in Europa. Großstädte wie Dortmund, Bochum, Essen oder Duisburg liegen hier direkt nebeneinander, von einem dichten Autobahnnetz miteinander verbunden.

Für mich war das Ruhrgebiet einst ein Sehnsuchtsort, wie es heute hippe Städte wie Berlin oder Köln für junge (schwule) Menschen sind. Meine erste schwule Chatbekanntschaft überhaupt (ein Düsseldorfer) schwärmte einst von der großen Auswahl an homosexuellen Männern im Ruhrgebiet, was mich als Kind vom Dorf selbstverständlich ungemein beeindruckte. Und viele Jahre vor dem Technohype in Berlin antwortete Marusha in einem Radio-Interview, welches ich in meinem Kinderzimmer hörte, auf die Frage, wo die Raver am besten feiern: Im Ruhrgebiet!

Die lange Rolltreppe führt zum Eingang des Ruhr Museums

Die lange Rolltreppe führt zum Eingang des Ruhr Museums

Irgendwann ist das Ruhrgebiet jedoch in Vergessenheit geraten: Schwule Männer ziehen nach Köln oder Berlin, der Fußball regiert in München, das Geld in Frankfurt und die Medien schauen über ihren Berliner Tellerand überhaupt nicht mehr hinaus. Es ist also höchste Zeit, das Ruhrgebiet wieder auf die kulturelle Deutschlandkarte zu bringen! Und das es in der Stadt nicht nur zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten, sondern auch eine ziemlich tolle Gaysauna gibt, fiel die Wahl für unsere nächste Städtereise auf Essen!

Zeche Zollverein in Essen

Eine der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet ist zweifelsohne die Zeche Zollverein in Essen. Die ehemals größte Steinkohlenzeche der Welt und größte Zentralkokerei Europas wird von der UNESCO als die „schönste Zeche der Welt“ bezeichnet. Von 1851 bis 1986 war die Zeche Zollverein ein aktives Steinkohlebergwerk. Heute ist sie ein Architektur- und Industriedenkmal. Gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Kokerei Zollverein gehören die Schachtanlagen 12 und 1/2/8 der Zeche seit 2001 zum Welterbe der UNESCO.

Klassische Industriearchitektur des Ruhrgebiets

Klassische Industriearchitektur des Ruhrgebiets

Bevor man als Besucher die alten Industrieanlagen bewundern kann, muss man sie jedoch erstmal finden: Die bei Google angegebene Adresse führte uns fälschlicherweise mitten ins Stadtzentrum von Essen. Eine Ausschilderung haben wir während der Anfahrt nirgendwo entdeckt. Also versuchten wir es als nächstes mit der Adresse des Red Dot Design Museums in Essen, welches sich ebenfalls auf dem Gelände der Zeche Zollverein befindet. Doch auch mit dieser Adresse hatte das Navi Probleme uns direkt zum Ziel zu führen. Und wenn man dann doch endlich an der Zeche angekommen ist, muss man sich auf dem riesigen Gelände erstmal orientieren, denn auch hier fiel die Beschilderung eher bescheiden aus. Das Parken ist aber immerhin kostenlos!

Auf dem Gelände der Zeche Zollverein befinden sich zahlreiche Einrichtungen. Für neue Besucher ist es gar nicht so einfach, hier den Überblick zu bewahren. Für Touristen dürften aber vor allem die folgenden Bereiche interessant sein:

  • Ruhr Museum (früher: Ruhrlandmuseum)
  • Red Dot Design Museum
  • Verschiedene Cafés
  • Aussengelände des UNESCO-Welterbes Zollverein

In meinem Reiseblog möchte ich Euch das Ruhr Museum und das Red Dot Design Museum genauer vorstellen. Denn dort könnte ihr die imposante Industriearchitektur des Ruhrgebiets bewundern und ziemlich coole Fotos schießen.

Das orange Treppenhaus der Zeche Zollverein ist ein beliebtes Fotomotiv

Das orange Treppenhaus der Zeche Zollverein ist ein beliebtes Fotomotiv

Ruhr Museum (vormals Ruhrlandmuseum)

Das Ruhr Museum (vormals Ruhrlandmuseum) stellt den architektonisch wohl beeindruckendsten Teil der Zeche Zollverein dar. Es befindet sich in der ehemaligen Kohlenwäsche. Der Eingangsbereich des Museum liegt auf der 24-Meter-Ebene, zu welcher man über die schier endlose, orangefarbene Außenrolltreppe gelangt. Hier befinden sich die Kasse und Information, ein Café, sowie der Museumsshop. Wer einfach nur die beeindruckende Architektur des alten Industriegebäudes oder das ebenfalls orange beleuchtete Treppenhaus, welches zu den Ausstellungsräumen führt, fotografieren möchte, kann sich das Eintrittsgeld sparen. Diese Bereiche sind genau wie das Außengelände der Zeche Zollverein frei zugänglich. Da ich kein großer Freund von Museen bin haben wir uns ebenfalls den Eintritt gespart und lediglich die imposante Industriearchitektur bewundert.

Im Museumscafé des Ruhr Museums gönnten wir uns eine kleine Stärkung

Im Museumscafé des Ruhr Museums gönnten wir uns eine kleine Stärkung

Red Dot Design Museum

Nach unserem Rundgang durch den Museumsshop und einer kleinen Stärkung im Café des Ruhr Museums fuhren wir wieder mit der langen Außenrolltreppe nach unten und machten uns auf die Suche nach dem Red Dot Design Museum. Auch hier ließ die Ausschilderung wieder zu wünschen übrig. Vorbei an Areal A (das ist die große Halle mit dem Förderturm) wurden wir jedoch schließlich fündig.

Auch das Red Dot Design Museum befindet sich in einem architektonisch sehr reizvollem Gebäude. Mit seinen etwa 2.000 Exponaten hat es sich das Museum zur Aufgabe gemacht, seinen Besuchern die gesamte Bandbreite aktuellen Produktdesigns zu präsentieren. Vom USB-Stick über Küchengeräte, Kühlschränke, Computer und Dildos bis zum von der Decke hängenden Gyrokopter gibt es in dem Design Museum auf fünf Etagen und gut 4.000 Quadratmetern ausschließlich Produkte zu sehen, die von einer internationalen Expertenjury in einem der weltweit größten Designwettbewerbe ausgezeichnet wurden – dem Red Dot Design Award.

Von unseren Besuch in dem Museum werde ich Euch jedoch in meinem nächsten Reiseblog-Bericht erzählen!

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