Armistead Maupin: Stadtgeschichten („Tales of the City“-Serie auf Netflix)

Armistead Maupins - Stadtgeschichten

(Aktualisiert im Mai 2019) In unserem Bücherregel stehen noch immer einige Bücher meines Vorgängers. Der Ex-Freund meines Mannes möchte die seit mittlerweile 19 Jahren abholen. Bisher ist er jedoch noch nicht dazu gekommen und so hatt ich die Gelegenheit, einige echte Schätze der schwulen Literatur zu entdecken. So steht u.a. die komplette Serie von Armistead Maupins Stadtgeschichten in unserem Regal.

Stadtgeschichten von Armistead Maupin

Armistead Maupin – der Name klingt nach einem Kommisar aus einem Kriminalroman von Agatha Christie. Die Stadtgeschichten beschreiben jedoch den Lebensstil in San Francisco in den 1970er und 1980er Jahren. Sie erschienen zuerst als Serie in einer Zeitung. Die ersten vier Bücher der Reihe erschienen ursprünglich als Fortsetzungsgeschichten im San Francisco Chronicle, das fünfte Buch im San Francisco Examiner. Die nachfolgenden Bände wurden direkt als Romane veröffentlicht. So konnte der Autor Armistead Maupin schnell auf aktuelle Ereignisse, wie zum Beispiel die aufkeimende AIDS-Epidemie, reagieren und diese in die Handlung der Stadtgeschichten aufnehmen.

Der erste Band der Reihe beginnt mit der Ankunft von Mary Ann Singleton, einer jungen naiven Frau aus Cleveland, Ohio, in San Francisco. Sie findet eine Wohnung in der Barbary Lane 28, einem Haus, welches sich in Besitz der exzentrischen, cannabiszüchtenden Anna Madrigal befindet. Mary Ann freundet sich mit den anderen Mietern des Hauses an. Dazu gehören die bisexuelle Hippiefrau Mona Ramsey, der heterosexuelle Schürzenjäger Brian Hawkins, der unheimliche und gerissene Dachbewohner Norman Neal Williams, sowie Michael Tolliver, der sympathische Schwule. Über das Haus hinaus begleiten Liebhaber und Freunde Mary Ann durch ihre Abenteuer in San Francisco. Außerdem geben uns Edgar Halcyon, der Chef einer Werbeagentur und Boss von Mary Ann und Mona, DeDe Halcyon-Day und ihr intriganter bisexueller Gatte Beauchamp Day einen Einblick in die wohlhabendere kalifornische Gesellschaftsschicht, deren Leben jedoch über Frau Madrigals Mutter, eine Bordellbesitzerin, mit den Bewohnern des Hauses in der Barbary Lane durchaus eng verknüft ist.

Bald auf Netflix: Tales of the City
Bald auf Netflix: Tales of the City

Tales of the City: Serie auf Netflix

Bereits beim Lesen der Bücher dachte ich, dass dies der ideale Stoff für eine Fernsehserie wäre. Tatsächlich wurden die Bücher auch bereits in den 1990er Jahren verfilmt. Leider habe ich diese Miniserie nie gesehen. Aber zum Glück gibt es Netflix: Inspiriert von den Büchern von Armistead Maupin schlägt der Streaming-Dienst mit „Tales of the City“ ein neues Kapitel in der geliebten Geschichte auf.

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Mary Ann (Laura Linney) kehrt ins heutige San Francisco zurück und wird wieder mit ihrer Tochter Shawna (Ellen Page) und ihrem Ex-Ehemann Brian (Paul Gross) vereint – 20 Jahre nachdem sie sie zurückgelassen hatten, um ihre Karriere fortzusetzen. Auf der Flucht vor der Midlife-Crisis, die ihr bildschönes Leben in Connecticut ausgelöst hat, wird Mary Ann schnell in die Umlaufbahn von Anna Madrigal (Olympia Dukakis), ihrer auserwählten Familie und einer neuen Generation von queeren jungen Bewohnern, die jetzt in der 28 Barbary Lane leben, zurückgeführt.

One Reply to “Armistead Maupin: Stadtgeschichten („Tales of the City“-Serie auf Netflix)”

  1. Dass ich Dir alten Eisen noch was voraus habe… Habe die Stadtgeschichten vor einigen Jahren gelesen. Unterschiedlich gut, aber alle Bände gut.
    Milk (gerad im Kino) bietet da übrigens eine schöne Ergänzung. Spielt ja zu großen Teilen im Castro-Viertel.

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