Queen Mary 2: Transatlantikkreuzfahrt New York – Hamburg

Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich darüber schreiben soll: Es war eine so schöne Kreuzfahrt, die ich bis heute nicht in Worte fassen kann. Natürlich waren unsere 24 Stunden in New York nicht das Ziel unserer Reise, sondern nur ein kurzer Zwischenstopp – denn von hier aus sollte es vom 27. Oktober bis 6. November 2013 an Bord der RMS Queen Mary 2 zurück über den Atlantik gehen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Unsere Transatlantik-Kreuzfahrt von New York nach Hamburg auf der Queen Mary 2

Eine Transatlantik-Kreuzfahrt von New York nach Hamburg auf der Queen Mary 2 – das war der große Traum meiner besseren Hälfte. Mich erfüllte der Gedanken wie immer zuerst mit Furcht (in einer Nussschale über das große Meer!) – doch kaum an Bord des legendären Ocean Liners, wollte ich nie wieder zurück an Land. Ganze 11 Tage befanden wir uns an Bord der Queen Mary 2 – wie in einer Blase fernab der Realität. Internet? Alltagssorgen? Stress auf der Arbeit? Alles im wahrsten Sinne des Wortes ganz weit weg! Ich hatte mir nicht nur zwei Bücher ins Gepäck gelegt, sondern auch das iPhone mit Unmengen ungehörter Musik und Filmen gefüllt – alles nicht gebraucht! Stattdessen stundenlang auf’s Meer geschaut. Wale und Delfine gesehen – und wer hätte gedacht, dass sich sogar Vögel mitten auf dem Atlantik tummeln?! Doch trotzdem ist die Zeit an Bord der Queen Mary 2 wie im, ähem, Flug vergangen. Das lag aber vielleicht auch daran, dass die Uhr beinahe täglich um 12 Uhr mittags eine Stunde vorgestellt werden musste. Das war aber auch schon der einzige negative Aspekt der Atlantikkreuzfahrt.

Auch der strenge Dresscode auf der Queen Mary 2 ging uns schon nach wenigen Tagen in Fleisch und Blut über: Sogar an informalen Abenden wollte man ab der Hälfte der Kreuzfahrt gar nicht mehr ohne schwarzen Anzug und Krawatte zum Abendessen ins feudale Britannia Restaurant gehen. Dass einem der Kellner die Serviette auf den Schoß legt – daran kann man sich schneller gewöhnen, als einem lieb ist. Die Passagiere bestanden aus ca. 1400 Engländern, 500 Amerikanern – und zum Glück nur einer Minderheit von 149 Deutschen.

Außer uns waren auch noch einige andere schwule Paare an Bord. Zudem fanden auf der Backbord-Seite des Commodore Club die täglichen Treffen der Friends of Dorothy statt. Wie wir schon bald herausfanden, handelt es sich bei den Friends of Dorothy um einen Geheimcode für schwule Männer aus den 1950er Jahren und die Treffen sind hauptsächlich für jene homosexuellen Passagiere gedacht, deren natürliches Gaydar nicht besonders gut ausgeprägt ist.

Am Abend vor der Ankunft in Hamburg flossen dann auch bittere Tränen: Ich wollte partout nicht zurück in die Realität! Und dann die schmerzliche Gewissheit ertragen, dass dies beileibe kein Alltag, sondern einer der absoluten Höhepunkte eines endlichen Lebens war, an den man immer wieder zurück denken wird. Daher steht fest: Sofern es die Finanzen erlauben, wird das ganz sicher nicht die letzte Kreuzfahrt auf der QM2 gewesen sein. Beim nächsten Mal geht es dann aber auf eine Atlantiküberquerung in anderer Richtung, von Hamburg nach New York – denn dann hat jeder Tag 25 Stunden und man kann die Reise noch etwas mehr genießen! Hier die schönsten Fotos unserer Atlantikkreuzfahrt auf der Queen Mary 2.

Die schönsten Fotos unserer Queen Mary 2 Atlantiküberquerung

Die Queen Mary 2 am Brooklyn Cruise Terminal in New York. Im Hintergrund die Freiheitsstatue. Die Nacht vor unserer Atlantikkreuzfahrt auf Cunards Ozeankreuzer verbrachten wir im Sheraton Brooklyn New York Hotel. Zwar war ich der festen Überzeugung, dass wir ursprünglich ein Hotel in der Nähe des Central Parks gebucht hatten – doch der Busfahrer des Cunard-Transfers setzt uns vor diesem Hotel in Brooklyn ab. Dies entpuppte sich jedoch recht schnell als echter Glückgriff: Denn so kamen wir in den Genuss eines Spaziergangs über die Brooklyn Bridge und bekamen auch noch in 24 Stunden einen guten Eindruck vom Leben in diesem New Yorker Stadtteil auf der gegenüberliegenden Seite des Hudson Rivers. Am Morgen des zweiten Tages hatten wir sogar noch ausreichend Zeit für einen Bummel zum Hudson River mit atemberaubender Aussicht auf die Skyline von Manhattan und einen Shoppingbummel auf der Fulton Street.

Danke, Cunard: Eine Flasche Champagner zur Begrüßung in der Kabine. So kann die Atlantiküberquerung auf dem eintigen Ocean Liner der Welt – der Queen Mary 2 – stilvoll beginnen. Schiff Ahoi!

Blick vom Deck der Queen Mary 2 auf die Skyline von Manhattan. Da einige Kreuzfahrtpassagiere aus London verspätet in der britischen Hauptstadt gestartet waren, musste die Queen Mary 2 mit dem Auslaufen aus dem New Yorker Hafen warten. Doch uns störte diese mehrstündige Verspätung nicht im Geringsten: Schließlich hatten wir ja 11 Tage Zeit, bis wir wieder in Europa Land unter den Füßen hatten. Und wann hat man schon einmal die Gelenheit, den Blick auf die Manhattan-Skyline von einem solchen Logenplatz aus zu genießen. Ich weiß gar nicht, wieviele Fotos ich von den Wolkenkratzern geschossen habe. Im Vordergrund sieht man übrigens Governors Island – ein echter Geheimtipp für ein Ausflugsziel, das sogar viele New Yorker nicht kennen.

Nachdem auch die verspäteten Passagiere aus London an Bord waren, konnte die Queen Mary 2 am späten Abend auslaufen und die Atlantiküberquerung beginnen. Mit dem grandiosen Blick auf die beleuchtete Skyline von Manhattan hatten wir nun einen weiteren Grund, über die Verspätung mehr als glücklich zu sein. In der Zwischenzeit hatten wir sogar unser erstes Abendessen im Britannia Restaurant auf der Queen Mary 2 eingenommen. Und so standen wir bei Ausfahrt aus dem Hafen in unseren schwarzen Anzügen auf dem obersten Deck und genossen den Blick auf die unendlichen Lichter der amerikanischen Weltmetropole. Wir fühlten uns wie die Könige der Welt. Ein grandioser Augenblick, den wir sicher niemals im Leben vergessen werden!

Die Sonne geht über dem Atlantischen Ozean auf: Am ersten Morgen unserer Atlantikkreuzfahrt mit der Queen Mary 2 waren wir schon früh wach – dem Jetlag sei Dank. Also standen wir schnell auf, zogen uns an und machten einen Rundgang über das Kreuzfahrtschiff. Aufgrund der frühen Stunden waren wir offensichtlich die einzigen Passagiere, die bereits auf den Beinen waren. So hatten wir die Queen Mary 2 ganz für uns alleine.

Die Grand Lobby der Queen Mary 2 ist ein prachtvoller Hingucker. Leider war unsere Tischnachbarin gegen die opulenten Blumen auf dem Tisch allergisch und bekam bei jedem Gang durch die Grand Lobby Atemnot.

Auf der Deck 7 der Queen Mary 2 befindet sich das Promenadendeck, auf welchem man den Ozeanriesen einmal in seiner vollen Länge und Breite umrunden kann. 1,9 Runden entsprechen genau einem Kilometer. Hier absolvierten wir nach jedem Frühstück unseren Morgenspaziergang, auch Walkathon genannt. Doch natürlich drehten wir hier auch nachmittags und abends unsere Runden. Außerdem stehen hier auch sehr stilvolle, hölzerne Liegestühle. Es gab immer ausreichend Sitzplätze. So konnte man in Ruhe ein Buch lesen oder den Blick über den Atlantischen Ozean schweifen lassen.

Dieser Tisch steht in der Bibliothek der Queen Mary 2 und gibt einen guten Blick über das Unterhaltungsprogramm an Bord des Ocean Liners. Wer seine grauen Zellen in Form bringen möchte, findet hier Kreuzworträtsel. Die Lösung wird erst am nächsten Tag veröffentlicht.

Gemeinsames Singen: Dies war einer der mit Abstand bewegendsten Momente während der Atlantikkreuzfahrt auf der Queen Mary 2. Britische Passagiere sangen gemeinsam ein typisch britisches Volkslied. Leider kenne ich den Namen des Liedes nicht, aber es war wunderschön.

Einer der kritischen Puntke auf Kreuzfahrten ist die Tischgemeinschaft (hier im Formellen Dresscode beim Abendessen im Britannia Restaurant). Wer seinen Hunger nicht im King’s Court Buffet Restaurant stillen möchte, teilt sich über die gesamte Dauer der Atlantiküberquerung einen Tisch mit anderen Passagieren. Wir wurden einem 6er-Tisch mit zwei deutschen Ehepaaren zugeteilt. Und wie alles auf dieser Queen Mary 2-Kreuzfahrt, erwies sich auch diese Tischgesellschaft als riesiger Glücksfall. Wir verstanden uns vom ersten Abend an prächtig und verbrachten auch nach dem Abendessen viele schöne Stunden mit anregenden Gesprächen bei leckeren Cocktails im Commodore Club.

Hier kannst Du das pompöse Britannia Restaurant auf der Queen Mary 2 noch einmal in vollem Glanz bewundern. Die Farbe der Deckenbeleuchtung ändert sich übrigens im Laufe des Abendessens.

Der Commodore Club ist eine Lounge-Bar im vorderen Teil des Schiffes mit Blick über den Bug. Hier befindet sich auch ein beeindruckendes Modell der Queen Mary 2 hinter der Bar. An den Commodore Club grenzt der Raucherraum Churchills.

Je weiter wir Richtung Europa segelten, desto rauher wurde die See. Nach anfänglicher Skepsis hätte ich während der Atlantiküberquerung auf der Queen Mary 2 gerne mal einen heftigen Sturm mit richtig hohem Wellengang erlebt. Während unserer Transatlantikkreuzfahrt auf dem Ocean Liner blieb das Meer jedoch durchgehend ziemlich ruhig. Trotzdem hörte ich von Passagieren, die an Seekrankheit litten.

Wirklich hohen Wellengang erleben wir leider (oder zum Glück?) jedoch nicht.

Ca. 6 Meter hohe Wellen waren das höchste der Gefühle.

Vorletzter Morgen an Bord der Queen Mary 2: Frühstück im Bett. Leider erfuhren wir erst kurz vor Ende unserer Transatlantikreuzfahrt auf den Queen Mary 2, dass man sich das Frühstück auf die Kabine bestellen lassen kann! Da in Southampton viele deutsche Kurzurlauber zugestiegen waren, die eine Minikreuzfahrt nach Hamburg gebucht hatten, hatte das vornehme Flair der Transatlantikroute leider ein wenig gelitten. Doch dieses üppige Frühstück im Bett entschädigte uns in vollstem Maße!

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