Städtereise nach Bratislava

Bis vor wenigen Monaten war mir die Existenz der Stadt Bratislava ehrlich gesagt gar nicht bekannt. Kein Wunder, handelt es sich doch um eine der unbekanntesten Hauptstädte – und das mitten in Europa. Dabei ist Bratislava nur 45 Autominuten von Wien entfernt. Sogar, dass die dortige Währung der Euro ist, wurde mir erst klar, als ich in der Annahme, kein passendes Geld im Portemonnaie zu haben, eine Toilette auf einer slowakischen Autobahnraststätte ansteuerte. Die Idee, eine Städtereise nach Bratislava zu unternehmen, kam mir beim Blick auf die Karte, als ich nach der kürzesten Route von Prag nach Budapest suchte – da lag die Hauptstadt der Slowakei direkt auf dem Weg.

Lesern dieses Reiseblogs ist Bratislava vielleicht als Heimat der Bel-Ami-Boys bekannt – das berühmte Pornostudio hat seinen Sitz in Bratislava und die meisten Bel-Ami-Darsteller stammen aus der Slowakei oder Tschechien. Und tatsächlich ist das Stadtbild den berühmten Filmchen nicht unähnlich: Auf den Straßen von Bratislava sieht man kaum einen Menschen, der älter als 30 Jahre ist. Die Straßen sind voller junger Menschen – und jeder von ihnen ist schlank und top gestylt.

Das Zentrum von Bratislava ist nicht besonders groß und kann auf Städtereisen bequem zu Fuß erkundet werden. Wenige Stunden reichen aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt in einem Städteurlaub zu besichtigen. Viele Touristen besichtigen Bratislava übrigens im Rahmen einer Donaukreuzfahrt. Auf dem Weg von Passau über Wien nach Budapest machem die Flusskreuzfahrtschiffe auch in Bratislava Station.  Die Burg, die Altstadt und das Donauufer kann man an einem Nachmittag bequem ablaufen. Mit dem Burgberg und der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes mit ihrer retrofuturistischen UFO-Architektur hat man dann auch schon die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gesehen. Für die stylischen Cafés und das kulturelle Angebot sollte man sich jedoch mehr Zeit nehmen. Und vorsicht beim Parken: Für eine Nacht im Parkhaus haben wir sage und schreibe 45,00 Euro bezahlt!

Die schönsten Bilder von unserem kurzen Städteurlaub in Bratislava:

Die Brücke in Bratislava mit dem klangvollen Namen „Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes“ wurde zwischen 1967 und 1972 nach einem Entwurf von A. Tesár, J. Lacko und I. Slame? erbaut und führt über die Donau. Einer der Höhepunkte – im wahrsten Sinne des Wortes – unter den Sehenswürdigkeiten in Bratislava ist das in 80 Meter Höhe befindliche Restaurant in Form einer fliegenden Untertasse. Passenderweise trägt dieses ungewöhnliche Restaurant auf den Namen UFO.

In das UFO-Restaurant gelangt man über einen Aufzug, welcher sich im linken Brückenpfeiler (vom Norden aus gesehen) befindet. Das Restaurant bietet einen guten Ausblick über Bratislava. Wer hier zum Essen einkehrt, sollte jedoch unbedingt schwindelfrei sein. Oberhalb des Restaurants befindet sich in 95 Meter Höhe noch ein Aussichtspunkt.  Ein Besuch der Aussichtsplattform gehört zu einem Städteurlaub in Bratislava unbedingt dazu!

Für Bratislava-Touristen, welche die Stadt während eines Städtetrips von oben betrachten möchten, jedoch nicht die nötigen Nerven für einen Besuch des UFO-Restaurants mitbringen, gibt es zum Glück einen weiteren schönen Aussichtspunkt: Die Burg Bratislava befindet sich auf einem Felsen 85 Meter über dem linken Ufer der Donau – und somit direkt gegenüber der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes. Sie ist auch als Bratislavaer Burg, Burg Pressburg, Pressburger Burg oder einfach nur Pressburg bekannt und liegt im westlichen Teil des Stadtteils Staré Mesto, der Altstadt von Bratislava. Sie ist ein weiteres Muss auf Bratislava-Städtereisen.

Neben der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes mit ihrem UFO-Restaurant und der Bratislavaer Burg ist die Altstadt eine weitere Top-Sehenswürdigkeit im Bratislava-Städteurlaub. Hier befinden sich auch die meisten anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt sowie auch viele Einrichtungen der slowakischen Regierung und Verwaltung. Der historische Stadtkern von Bratislava ist größtenteils noch erhalten.

Auf dem folgenden Foto seht Ihr das Michaelertor (auch Michaelertorturm genannt). Dabei handelt es sich um das einzige erhalten gebliebene Tor der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Bratislava. Das Michaelertor gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt. In seinem Turm befindet sich heute die Waffenausstellung des Städtischen Museums Bratislava.

Hlavné námestie (auf Deutsch: Hauptplatz) ist der zentrale Platz in der Altstadt von Bratislava. Er ist von historischen Gebäuden und Palais umgeben. Heutzutage finden auf dem Platz Konzerte, Feiern und Märkte statt, zum Beispiel der Ostermarkt und der Weihnachtsmarkt.

Selbstverständlich bietet die Innenstadt von Bratislava auch jede Menge Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten. Und nach der Shopping-Tour ruht man sich in einem der zahlreichen gemütlichen Cafés und Restaurants in der Altstadt aus.

Das Primatialpalais in Bratislava wurde 1778 bis 1781 als Residenz des Kardinals József Batthyány, des Primas von Ungarn, nach den Plänen des Architekten Melchior Hefele erbaut. Heute befindet sich in dem Palast die städtische Gemäldegalerie. Die Statuen auf der Attika stellen die Tugenden dar, ein 150 Kilogramm schwerer Kardinalshut steht auf der Spitze des Tympanons. Die Engel an der Front halten die Buchstaben C und I. Sie verbildlichen das Motto des Kardinals: Gerechtigkeit (lat.: iustitia) und Güte (clementia). Was für viele Touristen übrigens zutiefst befremdlich wirkt: Die Gitter vor den Fenstern des Palais enthalten Hakenkreuze hinter jeder Scheibe.

Und noch einmal die UFO-Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes im Sonnenuntergang.

Fazit unserer Bratislava-Städtereise

Es muss nicht immer Prag oder Budapest sein: Wer einen Städteurlaub in einer der osteuropäischen Hauptstädte unternehmen möchte, wird auch von Bratislava begeistert sein. Die Stadt ist zwar deutlich kleiner als ihre berühmteren Schwestern – hat jedoch ebenfalls viele einzigartige Sehenswürdigkeiten, jede Menge Kultur und eine lange Geschichte zu bieten. Zudem ist Bratislava auch von Deutschland aus bequem mit dem Auto zu erreichen. Und von Österreich ist es nur ein Katzensprung: Wien und Bratislava sind die am engsten beieinander liegenden Hauptstädte Europas. Ein Fakt, der Städten bereits den Namen „Twin Cities“ beigebracht hat.

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