Mixen wie ein DJ: Ein Kindheitstraum wird wahr

Mit Auto, Haus und Garten sind bereits einige Dinge in meinem Besitz, die ich eigentlich niemals haben wollte. Doch warum tut man sich häufig so schwer, genaujene Wünsche zu erfüllen, von denen man sein ganzes Leben lang geträumt hat – obwohl es sich im Vergleich zu den oben aufgezählten Dingen eher im Kleinigkeiten handelt?

Immer häufiger träumte ich in den vergangenen Monaten in unserer Doppelhaushälfte auf dem Dorf von meiner 29 qm großen Studentenbude, für die ich sage und schreibe 198,00 Euro Miete zahlen musste. Zwar ist das auch erst gerade sieben Jahre und somit nicht gerade eine Ewigkeit – doch da man mittlerweile näher an der 40 als an der 30 dran ist, kommt man doch immer häufiger ins Grübeln, über den Sinn des Lebens, das Alter und schlimmere Sachen. Anstatt mir nun einen jüngeren Geliebten zu suchen oder mich teeniemäßig zu kleiden, wie es andere in  der Midlife-Crisis so häufig tun, fiel mir ein, dass sich in unserem Keller ein bisher ungenutztes Zimmer befindet. Bereits vor einer Weile hatte ich mir wieder einen Plattenspieler zugelegt und in den vergangenen Monaten soviele Vinyl-Schallplatten gekauft, wie in den 30 Jahren davor nicht. Nur: Gehört habe ich diese Platten so gut wie nie. Das lag zum einen daran, dass ich den Plattenspieler im Wohnzimmer aufgebaut hatte. Die Anwesenheit eines Plattenspielers und Schallplatten im Wohnzimmer gab dem Raum zwar eine wohlige Wärme und sorgte für bewundernde Kommentare von Gästen – da Musikhören für mich jedoch eine höchst intime Angelegenheit ist, bei der ich möglichst ungern gestört werden möchte, hatte ich nur äußerst selten Gelegenheit, meine neuen Errungenschaften aufzulegen. Andererseits wollte ich den Feierabend gemeinsam mit meinem Mann genießen, anstatt alleine mit meinen Schallplatten in einem Kellerzimmer zu hocken.

Doch nun habe ich die beste Investition seit langem getätigt: Einen DJ-Mixer und einen zweiten Plattenspieler. Damit habe ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen habe ich endlich wieder etwas, dass ich als Hobby bezeichnen kann. Während andere Hausmusikanten Klavier oder Gitarre spielen, gehe ich runter in mein Musikzimmer – in dem neben Turntables, Mixer und meinem alten iMac natürlich auf das obligatorische Expedit-Regal nicht fehlen darf! Zum anderen ist das Mixen von Schallplatten ungeheuer entspannend: Während die ersten Tage ungeheuer frustrierend waren, da ich kaum unterscheiden konnte, welche Platte nun langsamer und welche schneller auf dem Plattenteller rotierte, klappte es nach einer Woche schon überraschend gut. Und während man sich auf den Beat und den Groove konzentriert, lässen sich wunderbar die Gedanken an die Arbeit abschalten! Eine Stunde in meinem Musikzimmer fühlt sich fast an wie ein erholsamer Kurzurlaub!

Und zum dritten kann ich die Musik nun endlich wieder intensiv hören, fühlen und genießen: Während man in Zeiten von itunes, Youtube und Soundcloud schon vergessen hatte, wie Musik von Anfang bis Ende gehört wird, entdecke ich beim Mixen selbst an alten Stücken häufig vollkommen neue Seiten. Und nun heißt es weiter üben, üben, üben, damit ich hier im Blog in nicht allzu ferner Zukunft meinen ersten Vinyl-Mix präsentieren kann!

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