10 positive Aspekte eines Albtraumurlaubs

10 positive Aspekte eines Albtraumurlaubs

Unser zehnter gemeinsamer Urlaub auf Gran Canaria sollte eine ganze besondere Reise werden. Das ist auch gelungen – wenn auch auf ganz andere Weise, als wir es uns eigentlich vorgestellt hatten. Denn die Reise entpuppte sich als regelrechter Albtraumurlaub. Wie die meisten Urlauber freuten auch wir uns das ganze Jahr auf erholsame Tage auf der Kanareninsel, Faulenzen am Pool, Baden im Meer, ausgiebige Sonnenbäder, lange Strandspaziergänge, aufregende Bergtouren und lange Partynächte und das Knüpfen neuer Freundschaften im Yumbo-Center. Doch schlechtes Wetter und Krankheiten machten uns zum ersten Mal nach 10 Jahren einen dicken Strich durch unsere bisher immer so stabile Gran-Canaria-Rechnung. Und zu allem Überfluss vergaß im am Sicherheitscheck am Flughafen LPA dann auch noch meine Winterjacke – was mir allerdings erst bei den Landung in Hamburg auffiel…

Allerdings möchte ich mich in diesem Blogbeitrag nicht beklagen: Denn den 15 Jahren, die wir gemeinsam verreisen, hatten wir bisher immer nur Glück. Und wie sich herausstellte, kann auch ein mutmaßlicher Albtraum-Urlaub trotz Krankheit und Schlechtwetter durchaus positive Aspekte aufweisen.

1. Wir wurden Zeuge des Naturphänomens Calima:

Vom ersten bis zum letzten Tag unseres diesjährigen Gran Canaria Urlaubs stürmte es fast ununterbrochen. Der Grund für diese Wetterlage war ein sogenannter Calima. Dabei handelt es sich um einen Wüstensturm, welcher von der Sahara zu den Kanarischen Inseln nicht nur jede Menge Luft, sondern im schlimmsten Fall auch Staub, Sand, Insekten, Vögel und Krankheitserreger herüber weht. Obwohl wir bereits seit 10 Jahren jedes Jahr mindestens einmal auf die Kanaren reisen, haben wir erst 2015 zum ersten Mal einen Calima am eigenen Leib erlebt. Das kann nun wirklich nicht jeder Kanarenurlauber von sich behaupten und wir haben den lieben Daheimgebliebenen auch nach dem zehnten Mal noch etwas Neues zu berichten.

2. Trotz Albtraumurlaub: Mehr Zeit zum Relaxen:

Wir sind weder typische Individualurlauber noch klassischer Pauschalurlauber: Zwar bevorzugen wir auf unseren Reisen stets eine Unterkunft mit mindestens 3 Sternen sowie Frühstück oder sogar Halbpension als Verpflegung – nichts liegt uns jedoch ferner, als bereits früh morgens eine freie Sonnenliege am Swimmingpool mit einem Handtuch zu reservieren. Ein All-Inclusive-Bändchen am Handgelenk zu tragen ist ebenfalls ein absolutes NoGo. Trotzdem – oder gerade deshalb – fühle ich mich im Urlaub stets hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, möglichst viel von unserem Reiseziel zu sehen und gleichzeitig Ruhe und Entspannung am Hotel-Pool zu genießen.

Zu Beginn dieses Albtraumurlaubs hatten wir noch auf besseres Wetter gehofft und die ersten, stürmischen Tage mit Ausflügen und Wanderungen in die Berge von Gran Canaria verbracht. Dies sollte sich im Laufe der zweiten Urlaubswoche noch als großes Glück entpuppen: Von Durchfall und Erkältung geschwächt, konnten wir somit fast eine komplette Woche im Hotel relaxen, ohne das Gefühl zu haben, im Urlaub etwas verpasst zu haben.

Die Sonnenuntergänge auf Gran Canaria bin ich anders gewöhnt
Die Sonnenuntergänge auf Gran Canaria bin ich anders gewöhnt

3. Weniger Schmutzwäsche nach der Reise

Anstrengende Wanderungen, Radtouren oder Sonnenbäder am Strand: In der Regel verbrauche ich im Gran-Canaria-Urlaub mindestens ein sauberes T-Shirt oder Polohemd – Schweiß und Sand machen es nötig. In diesem Jahr haben wir deutlich weniger Schmutzwäsche verursachte: Am vorletzten Tag unserer Reise stapeln sich im Schrank noch zahlreiche saubere T-Shirts und Hemden. Praktisch: Somit werden wir zurück zu Hause deutlich weniger Wäsche zu waschen haben.

4. Schnellerer Kontakt zu anderen Hotelgästen

Aufgrund des schlechten Wetters sind wir natürlich nicht die einzigen Urlauber, die derzeit mit Husten und Schnupfen zu kämpfen haben. Wenn im Hotel-Restaurant auch am Nachbartisch ins Taschentuch geschnäuzt und hinter vorgehaltener Hand geröchelt wird, werden nicht nur verständnisvolle Blicke ausgetauscht, sondern gegenseitig aufmunternde Worte ausgetauscht. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.

5. Mehr Kultur statt Strandleben

Dir bläst seit 10 Tagen unermüdlich ein afrikanischer Wüstenwind um die Ohren? Die Sonne ist hinter einer Staubwolke verschwunden? Kein Problem: Irgendwo auf Gran Canaria findet sich immer ein windstilles Plätzchen, an welchen sogar die Sonne scheint. Da unser traditioneller Strandspaziergang von Maspalomas nach Playa del Ingles in diesem Jahr aufgrund des starken Windes schlicht nicht möglich war, unternahmen wir umso mehr Mietwagen-Ausflüge an die geschützte Westseite der Insel und Wanderungen in den Bergen. Auch ein Museumsbesuch oder ein entspannter Bummel durch eines der Zahlreichen Shopping-Center ist bei schlechtem Wetter eine gute Alternative zum Strand.

6. Kein Sonnenbrand

Sonnenbrand und mit Sonnencreme verschmierte T-Shirts gehören zum Gran-Canaria-Urlaub. Da wir in diesem Jahr auf Grund der Witterungsbedingungen sowieso nicht an den Strand oder in die Dünen von Maspalomas gehen konnten und einen Großteil des Urlaubs wegen Krankheit im Hotelzimmer verbrachten, musste wir uns weder mit Sonnencreme einschmieren (was ich hasse, wie die Pest), noch uns mit Sonnenbrand herumplagen.

7. Kein Sand in Schuhen und Unterwäsche

Die Dünen von Maspalomas zählen zu den Höhepunkten von Gran Canaria. Neben herrlicher Natur und vielen nackten Menschen bedeutet ein Tag in den Dünen jedoch auch viel Sand – in den Schuhen, in der Unterwäsche oder im Rucksack. Und auch wer vor dem Rückweg zum Hotel die Schuhe und Wäsche vom Sand befreit zu meint hat, trägt die feinen Körner unvermeidbar bis ins Hotelzimmer und sogar ins Bett weiter. Noch Wochen nach dem Strandurlaub rieselt zuhause in den eigenen vier Wänden der Dünensand häufig aus Kleidung, Taschen und Koffern. Doch wer den halben Urlaub krank im Hotelzimmer verbracht und den Strand aufgrund der miesen Witterung gar nicht erst aufsuchen konnte, muss sich danach auch nicht mit nervigen Sandkörnern herumplagen.

Durchfall im Albtraum-Urlaub: 3 kg trotz Halbpension abgenommen
Durchfall im Albtraum-Urlaub: Trotz Halbpension 3 kg abgenommen

8. Spontane Diät: Im Urlaub abnehmen

Ich gehöre zu jenen Menschen, die sich ausgerechnet im Urlaub vornehmen, ihr Körpergewicht zu reduzieren. Denn schließlich hat man im heimischen Alltag nur selten die Gelegenheit, auf Gebirgswanderungen und Radtouren entlang der Küste überflüssige Kalorien abzubauen. Leider macht mir das Hotel-Buffet stets einen Strich durch die Diät-Rechnung: Bei den aufgetischten Köstlichkeiten darf es gerne noch ein Teller mehr sein und zwischendurch gönnt man sich in den unzähligen Bars und Cafés natürlich gerne noch ein Eis oder einen Cocktail. So hat man am Ende der Reise dann zumeist zwei Kilogramm mehr statt weniger auf den Hüften.

Obwohl ich in diesem Urlaub nicht wie Schatzi das große Durchfall-Los gezogen hatte, welches automatisch einen willkommen Gewichtsverlust garantiert (3 Kilo hat er durch seinen Durchfall im Urlaub abgenommen): Auch wer mit einer Erkältung im Hotelbett liegt, lässt sich nicht so leicht von leckeren Naschereien in Versuchung führen. Und auch am täglichen Buffet hielt sich mein Appetit in Grenzen. So können wir beide nach diesem Albtraum-Urlaub unsere Gürtel etwas enger schnallen.

9. Beziehungsprobe

Du möchtest wissen, wie es um Deine Beziehung steht? Dann ist ein Albtraumurlaub mit schlechtem Wetter und Krankheit die ideale Gelegenheit, um herauszufinden, wie es um die Beziehung zwischen Dir und Deinem Schatz bestellt ist. Wenn Ihr zwölf Tage lang nahezu jede Minute miteinander verbracht habt – und Euch beim Stuhlgang zwar eine visuelle, aber keine akustische Barriere getrennt hat – ohne Euch gegenseitig an die Gurgel zu gehen, dann könnt Ihr ziemlich sicher sein, die Beziehungsprobe bestanden zu haben.

10. Sich mal wieder auf die wesentlichen Dinge im Leben konzentrieren

Schließlich ist ein Albtraumurlaub der perfekte Zeitpunkt, um sich wieder einmal auf die wesentlichen Dinge im Leben zu konzentrieren. Denn während sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag zumeist die Devise „Höher, schneller, weiter“ gilt und man schnell wieder in einem Hamsterrad gefangen ist, wird einem in einer solcher Situation endlich wieder klar, worauf es im Leben eigentlich angekommt: Gesundheit und Liebe in Form einer funktionierenden Partnerschaft.

Ein gesunder Geist und Körper ist das kostbarste, was wir besitzen. Und was nützen die schönsten Urlaubserinnerungen, wenn wir sie mit niemanden teilen können, den/die wir lieben? Besonders Reiseblogger möchten so viele Länder wie möglich sehen, jetten permanent um die Welt – doch was bleibt am Ende davon übrig?

Wir freuen uns nun erst einmal, wieder einigermaßen gesund zuhause angekommen sein. Und auch der Wintersturm im nasskalten Deutschland interessiert uns erstmal einen feuchten Kericht: Denn ein warmer Sandsturm im sonnigen Süden ist auch nicht angenehmer!

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