Rainbow Arcade – Ausstellung über queere Videospielgeschichte

Rainbow Arcade – Ausstellung über queere Videospielgeschichte

Computer- und Videospiele sind generell eine ziemlich asexuelle Angelegenheit. In den 1980ern haben sich meine Mitschüler noch zu Samantha Fox Strip Poker einen runtergeholt. Die schlüpfrige Adventure-Reihe Leisure Suit Larry war eine Parodie der Softsexfilmchen der 70er- und 1980er-Jahre. Und dann war da noch Lara Croft, die als erstes Sex-Symbol der Videogame-Branche gilt. Mit Sex hatte die Tomb Raider-Reihe aber eher weniger zu tun. Und entgegen des sonst in fast allen Branchen gültigen Mottos „Sex sells“ sucht man Erotik und Sex in Videospielen bis heute meistens vergebens – warum eigentlich?

Schwule und lesbische Figuren in Computerspielen

Noch seltener sind homosexuelle Charaktere in Computerspielen. Eine Vorreiterrolle nimmt hier die Lebenssimulation „Die Sims“ ein: Hier konnten sich von Anfang an auch schwule und lesbische Figuren auf eine Beziehung einlassen. Seit „Die Sims 3“ sind auch gleichgeschlechtliche Hochzeiten sowie die Adoption von Kindern möglich. Und seit „Die Sims 4“ wird die komplette LGBT-Palette abgedeckt: Neben Lesben und Schwulen, können auch Bisexuelle und Transsexuelle einen Charakter ganz nach ihren Wünschen erstellen. Und sonst?


  • In Nintendo-Spieleserien wie „Mario Kart“, „Mario Tennis“ und „Mario Golf“ taucht hin und wiedere ein pinker Charakter namens Birdo auf. Gerüchten zufolge handelt es sich dabei um eine transsexuelle Figur.
  • Im Weltraumepos „Mass Effect 3“ kann der Spieler in die Rolle des wahlweise weiblichen oder männlichen Menschen Commander Shepard schlüpfen und dabei sogar eine homosexuelle Beziehung eingehen (Funfact: Ich habe das Spiel bis zum Ende durchgespielt und davon nichts mitbekommen).
  • In „Fallout 4“ kann man die Sexualität der Spielefigur zumindest austesten.
  • In „Dragon Age: Inquisition“ gibt es mit „Dorian“ immerhin einen eindeutig schwulen Charakter.
  • In dem Endzeitdrama „The Last of Us“ erleben die Spielenden eine lesbische Romanze zwischen der Hauptdarstellerin „Ellie“ und ihrer Freundin.
  • In „Mortal Kombat X“ gibt es einen schwulen Kämpfer namens „Kung Jin“.
  • Die GTA-Serie hat gleich mehrere schwule und lesbische Charaktere zu bieten – und mit „Grand Theft Auto: The Ballad of Gay Tony“ sogar ein Add-on mit dem G-Wort im Titel (dabei geht es um den homosexuellen Nachtclub-Betreiber Anthony Prince).

Aber das war es eigentlich schon…zumindest hinsichtlich Mainstream-Games.

Übrigens: Hier findest Du meine schönsten Schnappschüsse aus GTA 5

Ausstellung über queere Videospielgeschichte im Schwulen Museum Berlin

Wenn Du mehr über queere Charaktere und Geschichten in Games erfahren möchtest, solltest Du Dir diese Veranstaltung nicht entgehen lassen: Das Schwule Museum Berlin eröffnet im Dezember 2018 die Ausstellung Rainbow Arcade. Dabei gibt es Exponate aus gut 30 Jahren Computer- und Videospielen zu sehen, darunter spielbare Games, Konzeptzeichnungen, von Fans geschriebene Modifikationen und Dokumentationen von Online-Communities. Auf der Homepage des Museum heißt es:

RAINBOW ARCADE macht eine popkulturelle Bestandsaufnahme zu Fragen von Repräsentation, stereotyper und diskriminierender Erzählweisen in Unterhaltungsmedien und unserem kulturellen Gedächtnis. Erstmals werden dabei Exponate des LGBTQ Game Archives der Öffentlichkeit präsentiert.

RAINBOW ARCADE ist ein Ausstellungsprojekt des Schwulen Museums. Die Ausstellung  entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem LGBTQ Game Archive, dem Computerspielemuseum Berlin und der Temple University. Es ist Programmbestandteil der gamesweekberlin 2019 (8. – 14. April 2019).



Ausführliche Informationen über die Ausstellung zur Homosexualität in Video- und Computerspielen findet Ihr unter: https://www.schwulesmuseum.de/ausstellung/rainbow-arcade-queere-videospielgeschichte-1985-2018/

Kennt Ihr weitere schwule, lesbische oder transgender Charaktere oder Storylines in Videospielen? Dann freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.