Reisetagebuch: Tag 6-12 (Cha-am)

Um dieses Reisetagebuch doch noch irgendwie zu vollenden, fasse ich mich von nun an kurz: Am 6. Tag unserer Reise begann der zweite Abschnitt unserer Urlaubsreise. Bevor wir gegen Mittag wurden von unserem Chauffeur abgeholt wurden, erkundete ich jedoch noch einmal die nähere Umgebung des Hotels. Überraschung: Sonntags ist es in Bangkok tatsächlich bedeutend ruhiger als an den restlichen Wochentagen. Die meisten Garküchen haben einen Ruhetag eingelegt und der Straßenverkehr ist merklich dünner. Man kann sogar ganz lässig die Straße überqueren.

Der Transfer in das südlich von Bangkok gelegene Cha-am erfolgte in einem klimatisiertem Kleinbus, in dem wir mal wieder die einzigen Gäste waren. Begleitet wurden wir lediglich von einer thailändischen Reiseführerin. So konnten wir aus unserer kleinen, sicheren, klimatisierten Touristenblase einen ersten, vorsichtigen Blick auf das Thailand außerhalb der Stadtgrenzen Bangkoks wagen. Die 2,5-stündige Fahrt Richtung Süden verlief fast durchgehend auf einer gut ausgebauten, 4-spurigen Autobahn. Wäre der Seitenstreifen nicht mit unzähligen Essensständen und Garküchen übersät gewesen, hätte man sich fast wie auf der A2 zwischen Lauenau und Bad Nenndorf gefühlt. Und auch Pick-ups mit Menschen oder Kühen(!) auf der Ladefläche sieht man auf deutschen Autobahnen eher selten. Das letzte Teilstück war dann noch von heftigen Regenfällen überflutet, doch unser Fahrer steuerte ohne mit der Wimper zu zucken durch das knietiefe Wasser – alles ganz normal, es war ja schließlich noch Regenzeit in Thailand!

Die Tage in Cha-am verbrachten wir zum größten Teil am Pool unseres Hotels, dem Holiday Inn Regent Cha-am, unterbrochen nur von kleinen Strandspaziergängen oder einem Bummel durch das nahegelegene Dorf. Hier hatten sich einige Einheimische mit kleinen Restaurants, Souvenirläden oder Massage-Ständen angesiedelt. Ein Angebot, das von den Hotelgästen nicht zuletzt aufgrund der deutlich günstigeren Preise dankend angenommen wurde. Die Deutschen sparen halt gern – und wer kann schon widerstehen, wenn man für zwei Portionen Chicken Curry inklusive Getränke fast soviel zahlt, wie für ein einziges Getränk in Deutschland. Besondere Pool-Erfahrung: Bei Regen einfach liegen bleiben – bei fast 40 Grad ist man über jeder Art von Erfrischung dankbar. Das war übrigens auch der erste Strandurlaub, in dem wir über jede einzelne Wolke dankbar waren, denn sobald der Himmel aufklarte, hielt man es vor Hitze nicht mehr aus. Das Hotelzimmer hatten wir deshalb auf angenehme 17 Grad abgekühlt. Nur nachts schalteten wir die Klimaanlage aus.

Bereits bei unserem ersten Rundgang durch das Dorf freundeten wir uns mit Golden, einem pakistanischen Schneider an, der hier gemeinsam mit seiner thailändischen Frau ein Schneidergeschäft namens Golden Boutique und ein kleines indisches Restaurant betreibt.  Bei Golden erwarb ich nicht nur maßgeschneiderte Hemden für 20 Euro/Stück, sondern verbrachte auch so manchen Nachmittag bei einer Tasse Kaffee auf den Stufen vor seinem Laden oder bei einer frisch geschälten Papaya in seinem kleinen Garten hinter dem Haus. Zu meinem Geburtstag bekam ich ein ganz besonderes Geschenk: Auf seinem  Motorroller nahm mich Golden mit auf eine Tour in die thailändischen Berge. Ein absolutes Highlight des gesamten Urlaubs – bei dem ich meine Kamera allerdings im Hotel vergessen hatte.

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