Weserlieder 2014 in Minden

Weserlieder 2014 Minden

Ich schimpfe ja gerne und oft über meinen Wohnort, und tatsächlich hat Minden/Westfalen nicht gerade viel zu bieten –  zumindest nichts, was mich auch nur annähernd interessieren könnte. Zudem sind die Ostwestfalen ein ziemlich stures Volk. Um jedoch nicht in Selbstmitleid zu versinken und der lokalen Kultur zumindest den Hauch einer Chance zugeben, beschloss ich den Weserliedern 2014 einen Besuch abzustatten.

Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich bei den Mindener Weserliedern um ein kleines Open-Air-Festival direkt am Ufer der Weser. Da unser guter Freund M. seit Jahren als ehrenamtlicher Helfer mit großer Begeisterung hilft, das Festival zu organisieren, waren wir ihm schon lange einen Besuch schuldig. Also war es im Sommer 2014 endlich so weit: Ich besuchte mein erstes Open-Air-Festival! Wenn ich es in diesem Leben schon nicht zum Melt! oder einer der anderen namhaften Veranstaltungen schaffe, dann also immerhin zu den Weserliedern in Minden. Zumal dieses zwei unschlagbare Vorteile aufweist: Es liegt sozusagen direkt vor der Haustür (ich muss also nicht im Zelt übernachten) und es kostet keinen Eintritt!

Weserlieder 2014 in Minden – mein erster Besuch auf dem Open-Air-Festival

Nachdem es den gesamten Freitag geregnet hatte, wurde es glücklicher Weise trocken, als wir uns auf den Weg zum Festivalgelände an der Weser machten. Bei unserer Ankunft spielte bereits die erste Band – allerdings vor einem überschaubaren Publikum. Musikalisch gab es Coverversionen wie Narcotic von Liquido zu belauschen – ich fühlte mich sofort auf meine Abi-Party zurückversetzt. Die Musik wurde auch im Laufe des Abends nicht besser. Auch im Jahr 2014 gibt es immer noch Bands, die sich mit schwaren Anzügen und Sonnebrillen als Blues Brothers verkleiden und sich ernsthaft cool finden. Noch schlimmere Erkenntnis allerdings: Im Jahr 2014 gibt es auch immer noch ein Publikum, dass als Blues Brothers verkleidete Bands cool findet. Aber wir sind auf einem Rockfestival in Minden, daher waren meine Erwartungen extrem niedrig (bzw. nicht existent), insofern wurde ich nicht enttäuscht. Fun fact: Hätte ich hier vor versammeltem Publikum (mittelalte Männer mit Bierflasche und AC/DC-Shirts) auch nur irgendeine Platte aus meiner Sammlung aufgelegt: Der Platz wäre in Rekordzeit leer gewesen.

Aber wir wollen nicht alles schlecht machen: Dank netter Leute und einer schönen Location direkt am Fluss wurde es doch ein schöner Abend. Meine bessere Hälfte traf alte Freunde aus längst vergangenen Zeiten und machten wir uns zu unserer eigenen Überraschung erst zu den Klängen der letzten Band auf den Weg nach Hause. Von Zeit zu Zeit sollte man doch mal seinen Arsch vom Sofa erheben und die Mindener Kulturszene unterstützen.

Und im nächsten Jahr berichte ich dann hier im Blog von meinem zweiten Festivalbesuch: Dem Umsonst & Draußen in Vlotho. Dort steht zwar ebenfalls Rockmusik von Provinzbands auf dem Programm – aber hey, dort gibt es immerhin einen Goa-Floor!

 

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