Calima / Kalima Kanaren: Heißer Wüstenwind

Calima Wüstenwind: Kalima auf den Kanaren

Wie ich bereits in meinem letzten Blogbeitrag berichtete, entwickelte sich unser Kanarenurlaub 2014/2015 nicht ganz wie geplant. Hauptursache für den Albtraumurlaub war ein sogenannter Calima, welcher die Kanarischen Inseln ausgerechnet während unseres Aufenthalts auf dem Eiland heimgesucht hatte. Als Calima (eingedeutscht auch Kalima genannt) wird eine spezielle Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln und auf den Kapverdischen Inseln bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Wüstenwind, welcher Sand und Staub aus Afrika bis zu den Kanaren weht. Von den Einwohnern der Kanaren wird der Calima daher häufig auch als Bruma seca („trockener Nebel“) bezeichnet. Besonders stark betroffen sind davon die östlichen Kanareninseln Fuerteventura, Lanzarote sowie Gran Canaria.

Wüstenwind Calima (Kalima) sucht die Kanaren heim

Windig ist es auf Gran Canaria eigentlich immer, besonders an der südlichen Küste in Maspalomas. Da es sich dabei auch im Winter in der Regel um einen warmen Wind handelt, fanden wir dies jedoch bisher nie besonders schlimm. Zudem ist es meist nach zwei bis drei Tagen wieder windstill: Wirklich schlechtes Wetter haben wir in den vergangenen 10 Jahren nicht ein einziges Mal auf den Kanaren erlebt!



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In diesem Jahr war jedoch alles anders: Schon bei unserer Ankunft auf Gran Canaria und bei der anschließenden Fahrt durch Playa del Ingles und Maspalomas kan es uns höchst merkwürdig vor, dass sehr viele Urlauber in langen Hosen, Jacken und Schals unterwegs waren. Diese Kleidungsstücke sieht man auf Gran Canaria höchstens mal an Einheimischen, jedoch nie an Touristen. Natürlich viel uns auch auf, dass man von unserem Hotel aus die Berge gar nicht sehen konnte – denn normalerweise hat man von dem kleinen Hügel, auf welchem das Cay Beach Meloneras liegt, einen herrlichen Blick auf die Bergkulisse von Gran Canaria bis zum Roque Nublo. Während unseres diesjährigen Urlaubs war die Sicht jedoch deutlich getrübt und die Berge hinter braunem Dunst verborgen.

Zu Beginn des Urlaubs gingen wir noch davon aus, dass der Wind nach wenigen Tagen wieder abschwächen wird. Also nutzten wir die Gunst der Stunde und unternahmen gleich zu Beginn unseres 12-tägigen Aufenthalts zwei Ausflüge in die Berge, anstatt uns wie gewohnt erstmal an Strand und Swimming-Pool in die Sonne zu legen. Als der Sturm sich jedoch auch am vierten Urlaubstag partout nicht beruhigen wollte, zogen wir auch unseren traditionellen Einkaufsbummel in Shopping-Center Atlantico vor – bei der Gelegenheit konnten wir uns auch gleich noch zusätzliche Socken und Unterhemden besorgen. Denn für gewöhnlich packe ich mir für den Gran-Canaria-Urlaub nur ein einziges Paar lange Socken in den Koffer – nämlich für die Rückreise. Ansonsten bin ich auf der Kanareninsel entweder barfuß, in Flop-Flops oder Füßlingen in meinen Sneakern unterwegs! Dass wir 2015 allerdings mehr warme Kleidung benötigen würden, war uns mittlerweile klar – zumal im Hotel auch bereits das Wort Calima kursierte.

Calima auf den Kanaren: Hier sieht man normalerweise die Berge von Gran Canaria
Calima auf den Kanaren: Hier sieht man normalerweise die Berge von Gran Canaria

Nachdem ich von anderen Hotelgästen das Wort Calima aufgeschnappt hatte, musste ich doch erstmal im Internet nachforschen, was es damit auf sich hat. Dank Google wurde ich auch schnell fündig:

Von der Sahara kommt mit östlicher Strömung trockene, warme Luft und bringt oft feinen Sandstaub mit. Hochdruck über der Sahara erhöht die Temperatur und verringert die Luftfeuchtigkeit. Die Sicht ist dann leicht getrübt, die Niederschlagsneigung bei der geringen Feuchte aber sehr gering. Es kann im Flugverkehr zu Problemen kommen. Bei dem Staubgehalt der Luft ist das warme, trockene Wetter aber nicht angenehm und führt leicht zu Reizungen der Atemorgane.

Calima – So wirkt sich ein Kalima auf die Gesundheit aus

Nach etwa einer Woche, begann ich die erwähnten Reizungen der Atemorgane am eigenen Leib zu spüren: Ein trockener Husten, gefolgt von einer kribbelnden Nase und häufigem Niesen waren nämlich keine Erkältung, sondern Folgen des Calimas. Am schlimmsten war jedoch eine urplötzlich auftretende Schwellung der Augen in der zweiten Urlaubswoche: Von einem Moment auf den anderen begannen meine Augenlider anzuschwellen. Ich dachte zuerst an eine einfache Reizung und legt mich erstmal für ein Mittagsschläfchen zum Schlafen ins Bett: Nach dem Aufwachen sah ich jedoch schlimmer als als vorher. Meine Augen waren noch mehr geschwollen. Offensichtlich hatte die Liegeposition sich nicht gerade positiv auf die Augenschwellung ausgewirkt. Ein rasch aufgesuchter Arzt diagnostizierte eine allergische Reaktion. Mit Hilfe von Tabletten und Augentropfen bekam ich die Augenschwellung zum Glück schnell wieder in den Griff.

Da ich in meinem Leben noch nie an einer allergischen Reaktion gegen Nahrungsmittel oder Medikamente gelitten habe, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass auch hier der Calima seine Finger im Spiel hatte: Der Wüstensturm weht nämlich nicht nur Sand, Staub, Vögel und Heuschrecken bis zu den Kanaren – sondern wirbelt auch jede Menge Krankheitserreger auf. Es ist daher kein Wunder, dass sich besonders ältere Menschen, Kleinkinder und Allergiker nicht unnötig dem Calima aussetzen sollten. Das Gesundheitsministerium der Kanaren warnt in diesem Zusammenhang zudem Menschen, die an Kreislauf- und Atemwegserkrankungen leiden, möglichst im Haus zu bleiben. Wer trotzdem Besorgungen machen muss, sollte außer Haus unbedingt einen Mundschutz tragen. Zudem kann es unter Umständen hilfreich sein, während des Calimas auf die Westseite der Insel zu fahren, welche dem Wind nicht direkt ausgesetzt ist. Auch in den Bergen ist es weitaus angenehmer, da die Luft hier klarer ist.

Übrigens tritt der Calima im Winter eher selten auf. Viel häufiger kommt er im Sommer vorher, dafür aber auch noch deutlich heftiger: Die Temperaturen auf den Kanaren steigen dann auf über 40° Grad, Autos und Straßen sind mit Sandstaub bedeckt, Pflanzenwachstum sowie die landwirtschaftliche Produktion werden stark beeinträchtigt.

Gegen Ende unseres Urlaubs wurde der Calima dann noch besonders stark: Wie auf dem obigen Beitragsbild zu erkennen, verschwand Maspalomas am Nachmittag unter einer schmutzig-gelben Dunstwolke. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich froh, nach einer Kanaren-Reise wieder nach Hause fliegen zu können.

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